Trockenheitsverträgliche Arten Diese drei Bäume trotzen dem Klimawandel im Garten

Die Temperaturen steigen, es regnet seltener und die Sonne strahlt mit ganzer Kraft vom Himmel. Welche Bäume sind für die veränderten klimatischen Bedingungen geeignet? Baumschulbesitzer Matthias Rommel empfiehlt drei Baumarten für den Ziergarten, die auch in Zukunft mit Wärme und Trockenheit zurechtkommen.

Trompetenbaum
Unter welchen Bäumen werden wir in der Zukunft sitzen? Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Pflege der Klimabäume

Alle drei vorgestellten Bäume vertragen Hitze, Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung und Frost. Allerdings gilt dies nur für ältere Exemplare. Die jungen Bäume brauchen regelmäßig Wasser. Dies gilt auch für frisch gepflanzte Bäume. Nur so können sie gut anwachsen. Im Winter sollten Sie neue und junge Bäume vor Frost schützen.

Ein Mann und eine Frau an einem Bäumchen 7 min
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7 min

Klimagehölze sind Bäume, die gut mit extremer Trockenheit und Hitze klarkommen. Matthias Rommel sammelt solche Klimabäume und verrät, was Zürgelbaum, Lampionbaum und Trompetenbaum besonders macht.

MDR FERNSEHEN So 27.06.2021 08:30Uhr 07:27 min

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Zürgelbaum (Celtis australis)

Der Europäische Zürgelbaum ist in Südeuropa heimisch. Er ist sehr trockenheitsresistent, verträgt Wärme und den winterlichen Frost.

Zürgelbaum_Blatt
Feine Zähnchen am Rand, hellgrün und im Herbst gelb - die Blätter des Zürgelbaums sind attraktiv und sehen kein bisschen wie typische Trockengewächse aus. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Seine kleinen weißen Blüten sind für Bienen attraktiv. Im Herbst reifen dann die Zürgeln - kleine, runde, dunkelrote bis dunkelblaue Steinfrüchte. Vögel mögen die Zürgeln sehr. In Südtirol wird mit den Früchten auch Kuchen gebacken. Der Zürgelbaum wird im Garten etwa acht Meter hoch. Seine offene Krone und seine fein gefiederten Blätter machen ihn zu einem echten Hingucker. Im Herbst strahlen seine Blätter goldgelb.

Zürgelbaum
Der Zürgelbaum ist in Südeuropa heimisch. Er wird bis zu acht Meter hoch. Bildrechte: IMAGO

Lampionbaum (Koelreuteria paniculata)

Der Lampionbaum wird auch Blasenesche oder Blasenbaum genannt. Er treibt im Frühjahr rötlich überhauchte Knospen aus. Im Sommer lockt er Bienen mit seinen Rispen voll gelber Blüten an. Im Herbst färben sich die Blätter zu tollem Orange und im Winter schmücken kleine Lampions seine Krone. Als Solitärbaum spendet er im Garten mit seiner offenen Krone voll hellgrüner gefiederter Blätter lichten Schatten.

Lampionbaum_Blatt
Fächerförmige Äste mit gefiederten Blättern schmücken den Lampionbaum. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Der attraktive Baum gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Er stammt aus China und punktet mit großer Trockenheitstoleranz. Seine Blätter, deren Unterseite mit feinen weißen Härchen bedeckt ist, verbrennen auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht. Der Lampionbaum ist winterhart.

Lampionbaum
Der Lampionbaum stammt aus China und gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Bildrechte: IMAGO

Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)

Trompetenbäume sind in China und Nordamerika heimisch. Ihre großen herzförmigen Blätter bilden bei älteren Exemplaren eine breite Krone über einem kurzen Stamm. Unter diesem natürlichen Sonnenschirm lassen sich selbst die heißesten Tage gut aushalten.

Trompetenbaum_Blatt
Die breiten Blätter des Trompetenbaumes bilden ein dichtes Dach und spenden an heißen Tagen schönen Schatten. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Ältere Trompetenbäume sind gut trockenheitstolerant. Jüngere müssen dagegen gegossen werden. Die Fülle weißer Blüten lockt Insekten in Scharen an. Im Herbst hängen die bis zu 40 Zentimeter langen Früchte wie Schnüre am Baum. Der Trompetenbaum ist zwar frosthart, aber wirft seine Blätter sofort nach dem ersten Frost ab.

Trompetenbaum
Der Trompetenbaum stammt aus China und Nordamerika. Er gilt als winterhart. Bildrechte: IMAGO

Bäume und Gehölze fürs Stadtklima

Gerade in der Stadt sind Gehölze gefragter denn je, die die Luft verbessern, gleichzeitig aber auch Hitze und Trockenheit vertragen.

Kaukasische Flügelnuss
Die Kaukasische Flügelnuss stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und dem Nord-Iran. Obwohl sie ursprünglich in der Nähe von Gewässern vorkommen, können sie sogar Trockenperioden überstehen, weil ihre Wurzeln lange Ausläufer bilden und sehr verzweigt sind. Deshalb gilt sie als stadtklimaresistent. Bildrechte: imago images / Rech
Kaukasische Flügelnuss
Die Kaukasische Flügelnuss stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und dem Nord-Iran. Obwohl sie ursprünglich in der Nähe von Gewässern vorkommen, können sie sogar Trockenperioden überstehen, weil ihre Wurzeln lange Ausläufer bilden und sehr verzweigt sind. Deshalb gilt sie als stadtklimaresistent. Bildrechte: imago images / Rech
Europäische Hopfenbuche
Die Europäische Hopfenbuche kommt auch gut mit Trockenheit zurecht. Daher ist sie auch gut als Stadtbaum geeignet. Hinzukommt, dass sie sich im Schatten bis Halbschatten wohlfühlt. Auch das kann ein Kriterium für eine Pflanzung in der Stadt sein. Bildrechte: imago images / blickwinkel
Weissrindige Himalaya-Birke
Die Weißrindige Himalaja-Birke ist ebenfalls stadtklimaresistent und kommt zeitweise sehr gut mit Trockenheit klar. Insgesamt ist sie sehr anspruchslos. Bildrechte: imago images / blickwinkel
Ein Zweig mit einer braunen Frucht der Wildobst-Sorte Mispel ein einem Korb
Die echte Mispel ist eine fast vergessene Frucht. Der Baum kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Deshalb erlebt er gerade eine Renaissance. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Magnolie
Magnolien sind robuster als sie wirken. Der aus Japan stammende Baum saugt Stickoxide in sich auf und ist nicht empfindlich dafür. Deshalb gilt das Gehölz auch als „Giftschlucker“. Bildrechte: Colourbox.de
Rotes Blatt eines Amberbaues
Der Amberbaum gehört zu den "Ozonkillern". Er filtert Ozon aus der Luft und reinigt sie so. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Blasenesche
Die Blasenesche punktet damit, dass sie viel Sauerstoff erzeugt. Auch das ist wichtig und nützlich fürs Klima in der Stadt, für eine gute Luft. Bildrechte: imago images / blickwinkel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Dezember 2020 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Juni 2021 | 08:30 Uhr