Andenbeeren Physalis - Blasenkirsche mit vielen Talenten 

Kennen Sie Physalis?  Der deutsche Name lautet Blasenkirsche, denn ihre Hülle sieht wie ein papierartiger Ballon aus. Beim MDR Garten stellen wir die Pflanzenfamilie vor und erklären, welche Sorten auch in hiesigen Gärten Früchte tragen.

Hände halten Physalis-Früchte und zeigen im inneren der Schale die orangefarbene Frucht.
In den Kelchblättern stecken die Früchtchen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Physalis ist der Gattungsnamen einer ganzen Reihe von Nachtschattengewächsen. Weltweit gibt es etwa 90 Arten.

Die meisten wachsen auf dem amerikanischen Kontinent. Der deutsche Name, der aber kaum verwendet wird, ist Blasenkirsche (physa lat. Blase). Grund für die Namensgebung sind die typischen runden Früchte, die anfangs in grünen und später in gelben bis orangen Hüllen sitzen. Sie erinnern an Lampions. Diese Fruchthülle wird von den fünf Kelchblättern gebildet, die im Laufe des Wachstums die Frucht komplett ummanteln. 

Lampionblume (Physalis alkekengi)

Lampionblume ist deshalb auch die gängige deutsche Bezeichnung der einzigen in Europa vorkommenden Art. Leuchtend orange Blütenkelche umschließen die Früchte komplett, dazu tiefgrüne Blätter, ein toller Herbstschmuck für den Garten. Die orangen Früchte sind zwar essbar, schmecken aber nicht. Wer sie hängen lässt, wird bald von einen neuem Look überrascht. Die Kelchblätter, die den Ballon bilden, verrotten im Laufe der Zeit und werden durchscheinend, wie feine Spitze. Nur noch das Blatt-Skelett bleibt erhalten und gibt den Blick auf die Beere im Inneren frei.

Orangfarbene Physalis-Lampions am Strauch.
Die Früchte der Lampionblume sind nicht essbar, sehen aber dafür umso schöner aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Andenbeere  (Physalis peruviana)

Eine weitere Art ist dagegen in den letzten Jahren ein beliebter Snack geworden. Gemeint ist die Kapstachelbeere. (Physalis peruviana), die auch Andenbeere genannt wird. Die Andenbeere wächst wild in Südamerika. Heute wird sie vor allem in Afrika, Südamerika oder Ostasien angebaut, aber auch in Südfrankreich. Weniger bekannt ist die kleine Schwester der Andenbeere, die Ananaskirsche (Physalis pruinosa) Sie ist eine einjährige, leicht zu kultivierende Beerenfrucht, deren Heimat ebenfalls Nordamerika ist. Die Ananaskirsche reift auch bei uns im Garten zuverlässig aus.

Physalisarten selbst anbauen: Ananaskirsche und Andenbeere

Physalis
Schöner Anblick, wenn sich die Hülle auflöst. Bildrechte: IMAGO

Physalis (oder Andenbeeren, Physalis peruviana) sind kleine, köstliche, orangefarbene Vitaminbomben in luftiger Hülle, die in Supermärkten angeboten werden. Wer möchte, kann sie auch selbst anbauen. Allerdings reifen die Beeren bei uns oft nicht aus. Aber die Pflanzengattung bietet Alternativen. Die noch wenig bekannte Ananaskirsche  (Physalis pruinosa) gehört zur selben Gattung. Beide Pflanzen wachsen im Kübel oder im Garten, an sonnigen oder halbschattigen Orten.

Im August reiften die ersten Beeren der Ananaskirsche. Es bilden sich immer neue Blüten, die allerdings sehr klein und unscheinbar sind. 

Die reifen kleinen Früchte in ihren gelb geworden papierartigen Fruchthüllen fallen einfach ab und liegen gut geschützt auf dem Boden. Im Inneren stecken ananasgelbe Beeren. Die Andenbeere wird noch etwas üppiger, sie wächst höher als die kleine Ananaskirsche und bildet große, schöne Blüten. Im September trägt sie etliche Früchte in großen grünen Fruchthüllen. Doch diese werden wahrscheinlich nicht mehr reif. Andenbeeren sind bei uns in einem kühlen Sommer also eher als Zierpflanze zu verwenden. Die kleine (max. 70 Zentimeter hohe, dicht verzweigte und buschig wachsende Ananaskirsche ist dagegen eine ideale Naschfrucht, von der immer wieder bis spät in der Herbst hinein geerntet werden kann. Reif sind die Früchte, wenn sie abfallen. Die Beeren halten sich problemlos einige Tage, wenn sie noch gut geschützt in der eigenen Fruchthülle stecken. Krankheiten oder Schädlinge sind bei beiden Arten nicht aufgetreten. Die Ananaskirsche und Physalis sind übrigens einjährig. Wenn der erste Frost kommt, erfrieren die Pflanzen.

Saatgutgewinnung

Messer entnimmt Kerne aus einer Physalis Frucht
Die Samen reifer Früchte können einfach getrocknet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ananaskirschen sind vorwiegend selbstfruchtend. Es lohnt sich also, das Saatgut zu entnehmen. In den Beeren stecken unzählig kleine Samen. Es gibt einen einfachen Trick, um sie als Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen. Einfach die Beeren teilen und zusammendrücken. Die Samenkörner werden so aus dem Fruchtfleisch gequetscht und können nun mit einer Messerspitze abgestreift werden. Sie müssen nun nur noch gut trocken. Aussaattermin auf der Fensterbank oder im Gewächshaus ist ab Mitte Februar bis zum März. Nach den Eisheiligen dürfen die Jungpflanzen nach draußen.

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Sie möchten Samen gewinnen und sich im nächsten Jahr an der gleichen Pflanze in ihrem Garten erfreuen? Dann achten Sie darauf, dass die Pflanzen keine F1-Hybriden sind.

MDR FERNSEHEN So 12.08.2018 08:30Uhr 01:18 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/video-219976.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 12. August 2018 | 08:30 Uhr