Naturnaher Garten Leberblümchen - blaue Blütenedelsteine im Frühling

Hepatica nobilis, Hepatica transsylvanica

Leberblümchen haben hübsche blaue Blüten, die jetzt durch das alte Laub des Waldes blitzen. Auch im Garten fühlen sie sich wohl und bringen Farbe ins Grün.

Das Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsylvanica)
Das Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsylvanica) Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Bei einem Waldspaziergang sind Leberblümchen derzeit allerorten zu entdecken. Im noch grauen Wald ziehen die blauen Blüten des Hahnenfußgewächses die Blicke auf sich. Ihren Namen haben die Leberblümchen wohl von der Form ihrer Blätter. Sie erinnern an die Form des Organs. Nicht nur für Spaziergänger, auch für Gärtner sind Leberblümchen eine Augenfreude. Bienen, Käfer und Schwebfliegen laben sich an seinem Pollen.

Standort und Pflege

An einem hellen, schattigen Platz, bevorzugt auf leicht kalkhaltigem und lehmigen Boden, wachsen Leberblümchen gut. Sie gedeihen in naturnahen Gärten auch gern unter Sträuchern, mögen warmen, aber nicht trockenen Boden. Sie brauchen keinen extra Dünger und kommen gut durch den Winter. Staunässe und sauren Boden vertragen Leberblümchen nicht. Sie können gern gemulcht werden, um den Boden feucht zu halten.

Hepatica nobilis, das heimische Leberblümchen, ein ewiger Schatz halbschattiger Vorfrühlingsgärtchen

Karl Förster, Gärtner, Staudenzüchter und Gartenphilosoph

Vermehrung und Teilung

Leberblümchen können im Frühling oder im Herbst im Abstand von 20 Zentimetern gesetzt werden. Die Pflanzen bilden mit der Zeit dichte Horste. Diese können einfach geteilt und umgesetzt werden.

Violette Blüte des Leberblümchens
Leberblümchen blühen meist violett, aber es gibt auch blaue, weiße oder rote Varianten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Varianten für Spezialisten

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Wussten Sie, dass Leberblümchen ihren Namen wegen ihrer Blattform haben? Andreas Händel, ein ehemaliger Schüler des berühmten Karl Förster, züchtet die Hahnenfußgewächse in beeindruckender Hülle und Fülle.

MDR FERNSEHEN So 14.04.2019 08:30Uhr 02:54 min

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In Europa werden Leberblümchen schon seit 500 Jahren als Zierpflanzen eingesetzt. Es gibt viele verschiedene Sorten. Durch die Kreuzung des einheimischen Leberblümchens mit anderen Arten sind Blütenfarben von weiß, gelb über rot bis zu violett und blau möglich. Manche Pflanzen können bis zu 150 Blüten tragen und vier Wochen lang blühen. Spezielle Züchtungen sind begehrt und können mehrere tausend Euro kosten. Wer diese Pflanzen haben möchte, braucht allerdings Geduld. Sie wachsen langsam und blühen erst nach etwa vier Jahren.

Das Leberblümchen ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Es darf weder gepflückt, noch ausgegraben werden.

Quelle: MDR Garten; Marie-Louise Kreuter: Der Biogarten;

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 29. März 2020 | 08:30 Uhr