Auffällige Frühlingsboten Lenzrosen: Blütenpracht im Frühling

Orientalische Nieswurz, botanisch: Helleborus orientalis-Hybride

Lenzrosen blühen auf, wenn Schneeglöckchen und Krokusse sich öffnen. Der Frühling ist auch die ideale Zeit, sich die weiß, rosa oder violett blühenden Stauden in den Garten zu holen. Lenzrosen wachsen am besten an und bilden kräftige Wurzeln, wenn es draußen kühl ist. Susanne Peters, die eine Staudengärtnerei in Norddeutschland betreibt, gibt Tipps zur Pflanzung und Pflege.

Rötlich blühende Lenzrose
Lenzrosen bringen im Frühling kräftige Farben in den Vorgarten, unter Gehölze und auf die Beete. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Lenzrosen blühen schon ab Februar. Nicht nur die frühe Blütezeit, auch die hohen Stiele und großen Blüten in Weiß, Rosa-, Violett- und Grüntönen machen sie zu besonderen Schmuckstücken. Doch die mehrjährigen Gewächse haben gewisse Ansprüche: Verpflanzt zu werden, mögen sie zum Beispiel gar nicht. Nach dem Umpflanzen wachsen Schnee- und Lenzrosen monatelang nur kümmerlich weiter. Beim Kauf sollten Sie sich deshalb gut überlegen, an welchem Platz die Pflanzen bei Ihnen möglichst lange ungestört bleiben. Lenzrosen stehen gerne in der Wintersonne, vertragen jedoch keine starke Sommerhitze. Daher ist ein Standort unter Sträuchern und Bäumen sinnvoll, die im Sommer ein schützendes Laubdach über den Lenzrosen ausgebreitet haben. Der Boden sollte närhstoffreich und eher kalkhaltig sein, damit sich die Stauden richtig wohl fühlen. Außerdem gedeihen Lenzrosen am besten auf leicht durchlässiger Erde. So staut sich die Nässe nicht an den Wurzeln.

Lenzrosen zeigen für mich, welche Kraft die Natur hat, wenn sie im Vorfrühling aus dem harten, gefrorenen Boden austreiben.

Susanne Peters, Staudengärtnerei Peters in Uetersen

Was es beim Kauf und beim Pflanzen zu beachten gibt

Weiße Blüte einer Lenzrose
Achten Sie drarauf, dass die Lenzrosen im Freiland gezüchtet wurden und nicht aus dem Gewächshaus kommen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Lenzrosen sollten aus dem Freiland kommen, wenn Sie sie gleich in ihrem Garten oder in einem Topf vor der Haustür einpflanzen möchten. So sind die Stauden bereits an die niedrigen Temperaturen draußen gewöhnt und blühen dort auch. Wählen Sie Pflanzen mit festem Wurzelballen und gesundem, grünen Laub aus. Sie sind sich nicht sicher, wie die Pflanzen kultiviert wurden? Dann warten Sie mit dem Auspflanzen lieber bis nach der Blütezeit im späten Frühling. Bis dahin sollte die eingetopften Stauden aber an einem kühlen Ort stehen, zum Beispiel geschützt am Hauseingang. Abgesehen vom Frühjahr ist auch der Herbst eine günstige Pflanzzeit. Lenzrosen können zwar das ganze Jahr über gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist. Nach einem heißen und trockenen Sommer jedoch haben die Stauden im Herbst noch genügend Zeit, um im Boden anzuwachsen und gesunde Wurzeln auszubilden. So sind sie besser für den Frost gewappnet.

Auf einen Blick
Heimat Südosteuropa, Türkei und Kaukasus
Pflanzenfamilie Hahnenfußgewächse
Wuchs Lenzrosen werden etwa 20 bis 40 Zentimeter hoch und zeigen einen lockeren Wuchs. Manche Sorten, die von Helleborus orientalis abstammen, werden auch größer. Die dunkelgrün glänzenden Blätter der Lenzrosen sind handförmig geteilt, sie wirken ledrig.
Blüte grünlich-weiß, je nach Sorte auch weiß, gelblich, rosa, dunkelrot bis schwarz; oft sind die Blüten gesprenkelt
Blütezeit Februar bis Mai
Früchte unscheinbare Balgfrüchte, aus denen im Frühsommer reife Samen fallen
Standort Halbschatten, zum Beispiel am Rande von Gehölzen oder unter lichten Bäumen und Sträuchern
Boden humoser, durchlässiger, nährstoffreicher, neutraler bis leicht alkalischer, kalkhaltiger Boden
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Lebensdauer Bleibt die Lenzrose an einem Standort, kann sie richtig alt werden, 20 bis 30 Jahre sind durchaus möglich.
Besonderheiten Alle Pflanzenteile sind giftig. Bei Kindern und Haustieren ist daher besondere Vorsicht geboten.

Pflege von Lenzrosen

Staudenexpertin Susanne Peters rät, die Starkzehrer zweimal im Jahr mit Dünger zu versorgen. Nur dann gedeihen Lenzrosen und blühen prächtig. Gedüngt wird im Frühjahr ab März, sobald der Boden frostfrei ist. Die zweite Düngergabe folgt im Spätsommer, wenn die Blütenknospen für das kommende Frühjahr angelegt werden. Am besten geeignet ist organischer Dünger mit Langzeitwirkung. Kompost, getrockneter Kuhdung oder kompostierter Pferdemist können zum Beispiel verwendet werden. "Hornspäne allein sind nicht ausreichend, da sie überwiegend Stickstoff enthalten", warnt Susanne Peters. Andere wichtige Pflanzennährstoffe fehlten darin, sagt sie. Auch Lenzrosen im Kübel brauchen Dünger. Wichtig ist dabei, dass die Nährstoffe langsam freigesetzt werden - wie bei Kompost oder anderem organischen Dünger durch den Verrottungsprozess. Zurückschneiden müssen Sie Lenzrosen nicht. Es reicht, welke oder kranke Blätter zu entfernen.

Lenzrosen mögen es eher feucht - vor allem im Winter und Frühjahr dürfen sie nicht austrocknen. Sie vertragen aber auch keine Staunässe. Ab dem Frühsommer können die Stauden trockener stehen. Im Garten schätzen Lenzrosen eine Mulchschicht, das heißt eine Bodenbedeckung aus Laub oder frischem Kompost.

Lenzrosen im Garten mit anderen Pflanzen kombinieren

Lenzrosen sehen besonders attraktiv aus, wenn sie in kleinen Gruppen gepflanzt werden. Sie können gut mit einer saisonalen Bepflanzung kombiniert werden: Für das Frühjahr eignen sich Hornveilchen, Schneeglöckchen, Narzissen, Gänseblümchen, Anemonen, Schaumkraut oder auch Schachbrettblumen. Begonien und Fuchsien ergänzen die Lenzrosen im Sommer. Im Herbst runden Heidekraut oder Heuchera dann das Bild ab. Da Lenzrosen im Halbschatten gedeihen, eignen sie sich auch für Beete in eher dunklen Ecken des Gartens.

Pflegeleichte Stauden Lenzrosen: Bunte Auswahl an frühblühenden Stauden

Lenzrosen gibt es in zahlreichen Varianten. Eine Auswahl an Helleborus orientalis-Sorten stellen wir Ihnen hier vor.

Rötlich blühende Lenzrose
Lenzrosen-Züchtungen wie der Sorte ′Terah′ sind hilfreich, wenn der Garten schon sehr früh im Jahr mit bunten Blüten geschmückt werden soll. Der Frühblüher legt ab Februar los. "Wenn das Motto lauten soll, dass das ganze Jahr durchgeblüht wird, kommen Sie an Lenzrosen nicht vorbei", sagt die Staudengärtnerin Susanne Peters. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiße Lenzrose
Klassisch schön und doch besonders: die Lenzrose (Helleborus x orientalis) 'SP Sue'. Die festen Blüten stehen auf kräftigen Stängeln. Die Serie "Spring Promise 'SP'" steht für eine Serie vegetativ vermehrter und damit sortenechter Helleborus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die rote Lenzrose (Helleborus x orientalis) ' SP Rachel’
Die Lenzrose (Helleborus x orientalis) 'SP Rachel' fasziniert in kräftigem Rot bis Violett. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rötlich blühende Lenzrose
Lenzrosen-Züchtungen wie der Sorte ′Terah′ sind hilfreich, wenn der Garten schon sehr früh im Jahr mit bunten Blüten geschmückt werden soll. Der Frühblüher legt ab Februar los. "Wenn das Motto lauten soll, dass das ganze Jahr durchgeblüht wird, kommen Sie an Lenzrosen nicht vorbei", sagt die Staudengärtnerin Susanne Peters. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Purpurfarbene Blüte einer Lenzrose
′Mara′ trumpft mit roten, gepunkteten Blüten an hohen Stielen auf. Die Blütenmitte ziert überdies eine große Rüsche. Die Lenzrose blüht ab Februar und wird bis zu 50 Zentimeter groß. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Lenzrose mit weiß-rosa Blüten
Die Sorte ′Jade′ ist dagegen sehr zierlich und zeigt einen kompakten Wuchs. Zahlreiche Blüten schmücken sie ab Februar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hand hält dunkelrote Blüte einer Lenzrose
Die Sorte ′Jade′ ist dagegen sehr zierlich und zeigt einen kompakten Wuchs. Zahlreiche Blüten schmücken sie ab Februar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Grüne, weiß gefleckte Blätter einer Topfpflanze
Bei ′Snow Fever′ stehen nicht allein die Blüten, sondern auch die panaschierten Blätter im Vordergrund. Die Sorte hat dekorativ geflecktes Laub mit stacheligen Rändern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hellrosa Blüte einer Lenzrose
Die Helleborus-Züchtung ′HGC Madame Lemmonier′ wird auch unter der Bezeichnung Schneerose verkauft. Ihre altrosa Blüten zeigt sie schon ab Januar, wenn die Bedingungen stimmen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiße Blüte einer Lenzrose
‘Icebreaker Maxi’ ist sehr robust und eine gute Wahl für alle, die die weiß blühenden Christrosen lieben, aber so ihre Schwierigkeiten damit haben. ‘Icebreaker Maxi’ ist weniger anspruchsvoll als die verwandten Christrosen und zeigt außerdem mehr Blütentriebe. Die zur Seite schauenden Blüten haben im Garten überdies eine viel bessere Fernwirkung. Die Blütezeit beginnt im Februar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hellrosa Blüte an einer Schneerose
Die neue Züchtung ′Early Rose′ ist, wie der Name schon andeutet, mit der Blüte sehr früh dran. Die ersten Knospen zeigt sie mitunter schon zur Weihnachtszeit. Ihre Stiele sind kräftig und tragen zur Seite schauende, zartrosa Blüten. Bis in den April kann diese Sorte blühen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Rötliche Blüte an einer Topfpflanze
Ganz neu sind auch die Helleborus iburgensis-Hybriden. Sie kommen mit schlechteren, weniger nährstoffreichen Standorten aus, das heißt für wärmere Plätze, die zeitweise in der Sommersonne liegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Lenzrose 'SP Sophie' Detailaufnahme einer gelben Blüte mit dezenten rotbraunen Pünktchen.
Die Lenzrose 'SP Sophie' trägt eine gelbe Blüte mit kleinen, roten Punkten. Sie kann bereits ab Januar blühen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lenzrosen Double Ellen-Mix Blick auf verschiedenen Blüten in Weiß- und Lila-Farbtönen. Im Hintergrund ist ein Osterstrauch zu erkennen.
Für Vielfalt im Lenzrosen-Beet sorgt der Double Ellen-Mix. In weiß, rosa und lila Farbtönen bringt er den Frühling in ihren Garten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lenzrose 'Sally' - Nahaufnahme einer gelben Blüte.
Die schalenförmigen Blüten der Lenzrose 'Sally' sind cremefarben bis buttergelb. Sie wird bis zu 40 Zentimeter groß. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lenzrose 'SP Elly' - Weiße, hängende Blüten an grünen Stängeln.
Die Lenzrose 'SP Elly' wird ebenfalls bis zu 40 Zentimeter groß. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lenzrose 'Lily' - Nahaufnahme einer hängenden lila-weißen Blüte von unten.
In leicht Lila lässt Lenzrose 'Lily' ihre Blüten hängen. In Kombination mit ihrem gelben Stempel verbreitet sie Frühlinglaune. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. Februar 2019 | 08:30 Uhr

 Vermehrung

Lenzrosen säen sich selbst aus. Dabei gilt das Prinzip der natürlichen Auslese: Der stärkere Samen gewinnt. Die verschiedenen Staudensorten neigen allerdings dazu, sich untereinander zu vermischen. Die sortenreine Vermehrung bei Lenzrosen gelingt deshalb durch Teilung. Dazu eignen sich am besten ältere Pflanzen. Sie sollten nach der Teilung gut feucht gehalten werden. In den ersten zwei bis drei Jahren blühen sie nicht.

 Schädlinge und Krankheiten

Lenzrosen können von Pilzkrankheiten wie dem Mehltau oder der Blatt- beziehungsweise Schwarzfleckenkrankheit befallen werden. Letztere tritt vor allem im späten Frühjahr auf. In beiden Fällen sollten die befallenen Blätter möglichst schnell entfernt werden. Damit sich der Pilz nicht weiter verbreitet, sollte das Laub vernichtet werden. Nach der Entfernung können neue Triebe wieder gesund nachwachsen.

Von Lenzrosen und Christrosen Oft werden Christrosen mit den Lenzrosen verwechselt oder gleichgesetzt. Sie alle gehören zur Gattung der Nieswurze, auch Helleborus genannt. Ihre Namen geben die Zeit ihrer Blüte an: Die Christ- oder Schneerose fängt schon im Dezember an zu blühen. Die Art, die erst im Frühling blüht, ist die Lenzrose. Dazu gehören vorwiegend die bunten, etwas höherstielig wachsenden Vertreter.

Botanisch gesehen ist die Christrose eine "Helleborus niger", die Lenzrose hingegen eine "Helleborus orientalis". Die Pflanzen und die Blüten der Lenzrosen sind durchschnittlich größer. Christrosen bilden immer nur weiße Blüten aus. Lenzrosen hingegen blühen in verschiedenen Farben - vom Februar bis ins späte Frühjahr.

Innerhalb der Gattung gibt es noch weitere Arten, außerdem züchten Gärtner seit Jahren Sorten, die die Vorteile verschiedener Helleborus-Vertreter vereinen. Ein Beispiel ist der Hybrid Helleborus ′Ice N’Roses′.

Wie winterhart sind Lenzrosen?

Sind sie ausgepflanzt und gut angewachsen, ist der Winter für Lenzrosen kein Problem. Im Kübel sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht erfrieren können. Am besten wird das Pflanzgefäß dafür in Vlies eingepackt. Der Kübel kann in extrem kalten Wochen, beispielsweise im Januar oder Februar, auch mal eine Woche an einen dunklen Ort gestellt werden. Das vertragen die Stauden auch mal. Wichtig ist nur, dass sie nicht den gesamten Winter über im Dunkeln stehen!

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2019, 08:30 Uhr

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