Zwei gelbe Blüten einer Stauden-Sonnenblume der Sorte Meteor
Die Sorte 'Meteor' bildet halbgefüllte, goldgelbe Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Mehrjährige Pflanzen Stauden-Sonnenblumen: Leuchtend gelbe Zaungucker

In einigen Gärten zeigt sich im Spätsommer, wo noch Platz für eine blühende Staude ist. Dafür bieten sich die mehrjährigen Sonnenblumen an. Sie recken ihre leuchtend gelben Köpfe bis in den Herbst hinein der Sonne entgegen. Welche Arten sich eignen und welche Partner sich für die "Zaungucker" eignen, erfahren Sie hier.

Zwei gelbe Blüten einer Stauden-Sonnenblume der Sorte Meteor
Die Sorte 'Meteor' bildet halbgefüllte, goldgelbe Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Im Spätsommer stehen die Stauden-Sonnenblumen in voller Blüte. Wer sich eine dieser mehrjährigen Zierpflanzen in den Garten holen möchte, hat jetzt die Gelegenheit, sie in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Sie blühen von August bis in den Oktober hinein, wenn es warm genug ist.

Mehrere gelbe Blüten der Weidenblättrigen Sonnenblume
Die Weidenblättrige Sonnenblume ist ein wahrer Riese unter den Stauden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die winterharten Pflanzen eignen sich grundsätzlich sehr gut für Staudenbeete, Bauern- und Wildgärten. Den Beinamen "Zaungucker" tragen sie, weil die Stauden - je nach Art - über drei Meter hoch werden können. Sie schätzen einen warmen und sonnigen Standort mit nährstoffreichem, frischen Boden. Zu feucht und kühl mögen sie es nicht. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den einjährigen Sonnenblumen (Helianthus annuus), haben sie meist kleinere, gelbe Köpfchen, dafür aber eine ganze Fülle davon. Die einfach blühenden Arten und Sorten dienen als Nahrungsquelle für Bienen.

Auswahl geeigneter Arten
Name Botanische Bezeichnung Höhe Besonderheiten
Weidenblättrige Sonnenblume Helianthus salicifolius bis zu 2,50 Meter schmale Blätter, zarte, gelbe Blüten, imposante Erscheinung
Kleinköpfige Sonnenblume Helianthus microcephalus 'Lemon Queen' zwischen 2 und 2,50 Meter einfache, zitronengelbe Blüten; hohe, aber standfeste, beblätterte Triebe; benötigt einen Winterschutz gegen Kahlfröste
Topinambur Helianthus tuberosus zwischen 2 und 2,50 Meter längliche, kartoffelähnliche Knollen, die als Wintergemüse geerntet werden können; breitet sich stark aus, daher kann eine Wurzel- bzw. Rhizomsperre sinnvoll sein; tief einpflanzen (eine Spatentiefe)
Stauden-Sonneblume 'Meteor' Helianthus decapetalus 'Meteor' 1,60 bis 1,80 Meter halbgefüllte, goldgelbe Blüten; aufrechter Wuchs

Pflanzung und Partner

Mehrjährige Sonnenblumen wachsen in üppigen Horsten oder breiten sich aus, wenn sie an kein unterirdisches Hindernis stoßen. Weil sie so viel Raum einnehmen, sollte daher pro Quadratmeter höchstens eine Staude gesetzt werden.

Hellgelbe Blüten von Stauden-Sonnenblumen der Sorte Lemon Queen
Die Blüten von 'Lemon Queen' sind kleiner als die der einjährigen Sonnenblume, dafür blüht die Staude von Jahr zu Jahr erneut. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach dem Einpflanzen muss die Sonnenblume gut angegossen werden. Beim Topinambur (Helianthus tuberosus) ist es sinnvoll, eine unterirdische Wurzelsperre einzubauen. Die Pflanze neigt dazu, sich stark auszubreiten. Sie gilt als Fluch und Segen zugleich, da ihre Knollen essbar sind und den ganzen Winter über als Gemüse geerntet werden können.

Als Partner für mehrjährige Sonnenblumen bieten sich Stauden an, die ebenfalls im Spätsommer und Herbst blühen: Rittersporn, Sonnenbraut, Prachtkerzen, Fetthenne und Herbstastern zum Beispiel. Perlkörbchen und Gräser vervollständigen das Bild.

In einem Beet im Egapark Erfurt wachsen mehrere Stauden-Sonnenblumen der Sorte Lemon Queen
Die Kleinköpfige Sonnenblume 'Lemon Queen' überragt ein Staudenbeet mit Ziergräsern, Perlkörbchen und Prachtkerzen (Gaura). Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflege und Überwinterung

Was die Pflege betrifft, sind Sonnenblumen nicht sehr anspruchsvoll: Es muss kein spezieller Boden sein, auch gelegentliche Trockenheit vertragen sie.

Eine Hand hält Wurzeln und Knollen vom Topinambur
Die knollenförmigen Rhizome des Topinambur können in der Küche ähnlich wie Kartoffeln verwendet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach der Blüte werden die Stauden nahe dem Erdboden zurückgeschnitten. Sie können aber auch in der kalten Jahreszeit stehen bleiben: Die vertrockneten Triebe bilden, mit Raureif überzogen, interessante Strukturen im winterlichen Garten. Die Speicherorgane zur Überwinterung, die Rhizome, liegen bei manchen Sonnenblumen jedoch sehr knapp unter der Erdoberfläche. Um Schäden durch strengen Frost zu vermeiden, müssen sie daher im Winter geschützt werden. Gärtnermeister Uwe Schachschal aus Erfurt empfiehlt dazu eine drei bis fünf Zentimeter dicke Sicht Komposterde. "Zum Start der kommenden Saison dient sie gleich als Düngung für die Staude", erklärt er.

Im Überblick:
Standort warm, sonnig
Boden nährstoffreich, frisch, nicht zu schwer
Blüte gelb; je nach Art und Sorte einfach, halbgefüllt oder gefüllt (z.B. H. decapetalus 'Soleil d'Or')
Blütezeit August bis Oktober
Winterhart ja; bei manchen Sorten ist ein Winterschutz für die Rhizome nötig
Schädlinge keine Probleme

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. September 2017 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2017, 08:30 Uhr