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Die Sorte 'Meteor' bildet halbgefüllte, goldgelbe Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Mehrjährige Pflanzen

Stauden-Sonnenblumen: Leuchtend gelbe Zaungucker

Stand: 15. September 2019, 08:30 Uhr

In einigen Gärten zeigt sich erst im Spätsommer und Herbst, wo noch Platz für eine blühende Staude ist. Dafür bieten sich die mehrjährigen Sonnenblumen wie Topinambur, Weidenblättrige Sonnenblume oder Kleinblütige Sonnenblume an. Sie recken ihre leuchtend gelben Köpfe bis in den Herbst hinein der Sonne entgegen. Welche Arten sich eignen und welche Partner sich für die "Zaungucker" eignen, erfahren Sie hier.

Im Spätsommer stehen die Stauden-Sonnenblumen in voller Blüte. Wer sich eine dieser mehrjährigen Zierpflanzen in den Garten holen möchte, hat jetzt die Gelegenheit, sie in ihrer ganzen Pracht zu sehen. Sie blühen von August bis in den Oktober hinein, wenn es warm genug ist.

Die Weidenblättrige Sonnenblume ist ein wahrer Riese unter den Stauden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die winterharten Pflanzen eignen sich grundsätzlich sehr gut für Staudenbeete, Bauern- und Wildgärten. Den Beinamen "Zaungucker" tragen sie, weil die Stauden - je nach Art - über drei Meter hoch werden können. Sie schätzen einen warmen und sonnigen Standort mit nährstoffreichem, frischen Boden. Zu feucht und kühl mögen sie es nicht. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den einjährigen Sonnenblumen (Helianthus annuus), haben sie meist kleinere, gelbe Köpfchen, dafür aber eine ganze Fülle davon. Die einfach blühenden Arten und Sorten dienen als Nahrungsquelle für Bienen.

Auswahl geeigneter Arten
NameBotanische BezeichnungHöheBesonderheiten
Weidenblättrige SonnenblumeHelianthus salicifoliusbis zu 2,50 Meterschmale Blätter, zarte, gelbe Blüten, imposante Erscheinung
Kleinköpfige SonnenblumeHelianthus microcephalus 'Lemon Queen'zwischen 2 und 2,50 Metereinfache, zitronengelbe Blüten; hohe, aber standfeste, beblätterte Triebe; benötigt einen Winterschutz gegen Kahlfröste
TopinamburHelianthus tuberosuszwischen 2 und 2,50 Meterlängliche, kartoffelähnliche Knollen, die als Wintergemüse geerntet werden können; breitet sich stark aus, daher kann eine Wurzel- bzw. Rhizomsperre sinnvoll sein; tief einpflanzen (eine Spatentiefe)
Stauden-Sonneblume 'Meteor'Helianthus decapetalus 'Meteor'1,60 bis 1,80 Meterhalbgefüllte, goldgelbe Blüten; aufrechter Wuchs

Zierpflanzen Winterharte Sonnenblumen

'Soleil d'Or' heißt eine der winterharten Sonnenblumen. Man erkennt sie an ihrer gefüllten Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auch Topinambur gehört zu den winterharten Sonnenblumen. Die Rhizome können sogar gegessen werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die Sorte 'Meteor' blüht halbgefüllt und wird 1,50 bis 1,70 Meter groß. Wie für die meisten winterharten Sonnenblumen typisch, blüht sie von Mitte Juli bis Oktober. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zu den winterharten Sorten zählt außerdem die Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius). Wie bei ihren winterharten Verwandten hat auch sie kaum noch erkennbare Kerne. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Mit Sonnenblumen verbindet man eigentlich viele und deutlich erkennbare Kerne. Doch diese sind nur bei einer einjährigen Pflanze zu finden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Sonnenblumen im Beet zu kombinieren. Als Begleitpflanze eignet sich auch die Prachtkerze (Gaura). Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Gräser bieten sich auch in Kombination mit der Sonnenblume an. Beispielsweise färbt sich die Rutenhirse im Spätsommer rot und bildet dadurch einen Kontrast zum Gelb der Sonnenblume. Rutenhirse wächst zudem ähnlich hoch. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blutweiderich (Lythrum salicaria) kann ebenfalls gut mit Sonnenblumen kombiniert werden. Auch hier ist ein starker farblicher Kontrast gegeben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Der Sonnenhut wächst zwar nicht ganz so hoch wie die Sonnenblumen, eignet sich aber dennoch als Begleitpflanze. Auch er hat eine markante, kräftig gefärbte Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auch das Eisenkraut lässt sich gut mit der Sonnenblume kombinieren. Es blüht von Ende Mai an in einem zarten Violett-Blau und steht somit schon vor der Sonnenblume in voller Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Pflanzung und Partner

Mehrjährige Sonnenblumen wachsen in üppigen Horsten oder breiten sich aus, wenn sie an kein unterirdisches Hindernis stoßen. Weil sie so viel Raum einnehmen, sollte daher pro Quadratmeter höchstens eine Staude gesetzt werden.

Die Blüten von 'Lemon Queen' sind kleiner als die der einjährigen Sonnenblume, dafür blüht die Staude von Jahr zu Jahr erneut. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach dem Einpflanzen muss die Sonnenblume gut angegossen werden. Beim Topinambur (Helianthus tuberosus) ist es sinnvoll, eine unterirdische Wurzelsperre einzubauen. Die Pflanze neigt dazu, sich stark auszubreiten. Sie gilt als Fluch und Segen zugleich, da ihre Knollen essbar sind und den ganzen Winter über als Gemüse geerntet werden können.

Als Partner für mehrjährige Sonnenblumen bieten sich Stauden an, die ebenfalls im Spätsommer und Herbst blühen: Rittersporn, Sonnenbraut, Prachtkerzen, Fetthenne und Herbstastern zum Beispiel. Perlkörbchen und Gräser vervollständigen das Bild.

Die Kleinköpfige Sonnenblume 'Lemon Queen' überragt ein Staudenbeet mit Ziergräsern, Perlkörbchen und Prachtkerzen (Gaura). Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflege und Überwinterung

Was die Pflege betrifft, sind Sonnenblumen nicht sehr anspruchsvoll: Es muss kein spezieller Boden sein, auch gelegentliche Trockenheit vertragen sie.

Die knollenförmigen Rhizome des Topinambur können in der Küche ähnlich wie Kartoffeln verwendet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach der Blüte werden die Stauden nahe dem Erdboden zurückgeschnitten. Sie können aber auch in der kalten Jahreszeit stehen bleiben: Die vertrockneten Triebe bilden, mit Raureif überzogen, interessante Strukturen im winterlichen Garten. Die Speicherorgane zur Überwinterung, die Rhizome, liegen bei manchen Sonnenblumen jedoch sehr knapp unter der Erdoberfläche. Um Schäden durch strengen Frost zu vermeiden, müssen sie daher im Winter geschützt werden. Gärtnermeister Uwe Schachschal aus Erfurt empfiehlt dazu eine drei bis fünf Zentimeter dicke Sicht Komposterde. "Zum Start der kommenden Saison dient sie gleich als Düngung für die Staude", erklärt er.

Im Überblick:
Standortwarm, sonnig
Bodennährstoffreich, frisch, nicht zu schwer
Blütegelb; je nach Art und Sorte einfach, halbgefüllt oder gefüllt (z.B. H. decapetalus 'Soleil d'Or')
BlütezeitAugust bis Oktober
Winterhartja; bei manchen Sorten ist ein Winterschutz für die Rhizome nötig
Schädlingekeine Probleme

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. Dezember 2020 | 08:30 Uhr

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