Ein älterer Herr mit blauem Hemd steht hinter einem Tisch mit vielen bunten Orchideen, er hält eine pinke Blüte in der Hand
Orchideenexperte Joachim Karge Bildrechte: Daniela Dufft

Orchideen pflegen Orchideen in der Weihnachtszeit

Joachim Karge, Gärtnermeister aus Dahlenburg, ist Orchideenspezialist. Viele der Orchideen, die er verkauft, sind über 30 Jahre alt, groß und blühen prächtig. Sogar als Schnittblumen können sie verwendet werden. Beim MDR Garten stellt der Experte besonders schöne Orchideen vor und gibt Ratschläge für die richtige Pflege.

Ein älterer Herr mit blauem Hemd steht hinter einem Tisch mit vielen bunten Orchideen, er hält eine pinke Blüte in der Hand
Orchideenexperte Joachim Karge Bildrechte: Daniela Dufft

Orchideen gehören zu den größten Pflanzenfamilien, die wir kennen. Weltweit sind die hübschen Blüten in unterschiedlichsten Größen zu finden. Es gibt 25.000 Arten. Hinzu kommen noch die Hybriden, die gezüchteten Arten. Die Sorten, die wir bei uns im Gewächshaus kultivieren und die sich fürs Zimmer eignen,sind größtenteils in tropischen und subtropischen Gebieten zu Hause, dabei auch in höheren Lagen von 800 bis 2.000 Meter.

Der richtige Standort

Früher glaubte man, dass Orchideen generell eine hohe Luftfeuchtigkeit brauchen. Das ist so nicht der Fall, betont Joachim Karge.

Eine kleine Orchidee mit einer besonderen glockenförmigen kleinen roten Blüte. Die Pflanze wächst außen auf Moss an einem speziellen Tontopf
Der kleine Tontopf, an dem die Orchidee Dendrobium cuthbertsonii wächst, spendet ihr Feuchtigkeit. Bildrechte: Daniela Dufft

Orchideen benötigen tagsüber warme Temperaturen ab etwa 20 Grad, nachts sollten sie aber kühler stehen. Die normalen Temperaturschwankungen im Wohnzimmer sind dafür ausreichend.

Die epiphytisch wachsenden Orchideen gedeihen in der Natur weit oben in Baumspitzen, weil sie dort näher am Licht sind. Licht ist für Orchideen besonders wichtig. Sie sollten deshalb auch zu Hause direkt am Fenster platziert werden. Im Hochsommer ist das für die Pflanzen allerdings schädlich. In der prallen Sonne würden Orchideen an einem Fensterplatz im Süden verbrennen, warnt Joachim Karge und empfiehlt, den Fensterplatz in der Mittagszeit zu beschatten.

Die richtige Pflege            

Viele Fehler werden beim Gießen gemacht. Orchideen sollten immer erst dann gegossen werden, wenn sie wirklich trocken sind. Im Sommer benötigen sie etwa einmal in der Woche Wasser. Im Winter reicht es aus, die Pflanzen alle 14 Tage bis drei Wochen zu gießen. Je kühler es ist, desto weniger Wasser brauchen sie. Standwasser vertragen Orchideen aber gar nicht. Der Topf wird am besten einen kurzen Moment getaucht und das überschüssige Wasser kurze Zeit später wieder abgegossen. Joachim Karge empfiehlt Regenwasser. Alle Zimmerpflanzen-Orchideen müssen frostfrei überwintert werden.

Rosafarbene Orchideenblüte
Die Orchidee Cymbidium Hybride kommt ursprünglich aus dem Himalaya-Gebiet. Wird sie richtig gepflegt, kann sie auch im Wohnzimmer sehr alt werden und jedes Jahr aufs Neue blühen. Bildrechte: Daniela Dufft

Orchideen düngen

Für eine prächtige Blüte sollten Orchideen zusätzlich mit Nährstoffen versorgt, also gedüngt werden. Düngen sollte man allerdings nur in der Zeit von März bis November. Im Winter fehlt der Pflanze das Licht, das sie braucht um die Nährstoffe auch zu verarbeiten. Wird trotzdem gedüngt, steigt der Salzgehalt im Topf und die Wurzeln verbrennen.

Umtopfen

Orchideen werden alle zwei bis vier Jahre, am besten im Frühjahr, umgetopft. Es muss immer Orchideensubstrat verwendet werden, niemals Blumenerde. Das Substrat besteht aus Kieferborke und Sphagnum-Moos. Dieses Substrat hat sich mit Abstand am besten bewährt, betont der Orchideenexperte, egal was für Neuheiten in Gartenfachmärkten angeboten werden.  Faule Wurzeln müssen beim Umtopfen immer entfernt werden. Sehr lange Wurzeln werden abgeschnitten, damit sie im ungebrochenen Zustand in den neuen Topf passen. Da Orchideen in der Lage sind, mit ihren Wurzeln Fotosynthese zu betreiben, mögen sie Töpfe aus durchsichtigem Kunststoff. Es sollten jedoch Löcher in dem Gefäß sein, damit sich keine schädliche Staunässe bilden kann.

Sehr klein blühende Orchidee mit vielen zarten Blüten. Die einzelne Blüte ist etwa einen halben Zentimeter groß.
Die Orchidee Tiny Twinkle rot Bildrechte: Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. Dezember 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 14:15 Uhr