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Pelargonien gehören zu den beliebtesten Kübelpflanzen der Deutschen. Vielleicht, weil ihre Vielfalt in Farbe, Wuchsformen und Blüten so groß ist: Mal blühen sie üppig, mal stehen die Blätter im Fokus des Betrachters. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Für Balkon, Garten und Terrasse

Pelargonien (Geranien) pflanzen, pflegen und vermehren

(Pelargonium)

Stand: 26. August 2021, 18:44 Uhr

Im Jahr 1621 wurde die erste Pelargonie aus den Wüstenregionen Südafrikas nach Europa gebracht. Seither sind viele Züchtungen entstanden. Bei den einen wird auf die Blätter Wert gelegt, bei anderen auf die Blüten, die es in unterschiedlichsten Farbvarianten und Formen gibt. Über 500 Pelargonien-Sorten können im Erfurter Egapark bestaunt werden. Jürgen Meister pflegt sie dort und stand uns als Gesprächspartner zur Verfügung.

Pelargonie oder Geranie?

Der Biologe Carl von Linné erkannte die Verwandtschaft der Pflanzen mit den in Europa heimischen Geranien, wusste jedoch nicht, dass es sich beim (Pelargonium) um eine eigene Gattung handelte. Daher wird sie auch noch heute von vielen als Geranie bezeichnet. Der Name Geranien hat sich aber umgangssprachlich durchgesetzt, darf aber nicht mit dem Geranium verwechselt werden. Zur botanischen Bezeichnung (Geranium) gehören nur die mehrjährigen und winterharten Stauden, auch unter dem Namen Storchschnabel bekannt. Pelargonien und Geranium lassen sich ganz einfach über die Blüte unterscheiden. Pelargonien haben unterschiedlich große Blütenblätter: drei kleine Kronblätter unten, zwei große oben. Geranien hingegen haben fünf gleich große Blütenblätter.

Die Blüte der Pelargonie hat drei kleine Kronblätter unten und zwei große oben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Blütenwunder und Blätterträume Pelargonien: Schöne Arten und Sorten vorgestellt

Ein traumhaftes Farbenspiel zeigt die Pelargonie peltatum, auch Efeupelargonie genannt. Die Blüten wachsen aufrecht und bilden üppige Bälle. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Pelargonie zonale 'Mrs Pollock' trägt zarte rote Blüten. Die Inhaltsstoffe von Pelargonien sind übrigens heilend und wirken gegen Durchfall, Hauterkrankungen und Schmerzen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Besonders attraktiv sind die bunten Blätter der Pelargonie zonale 'Mrs. Pollock'. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Aufrecht wachsen die grazilen Blüten der Pelargonie dimeirii 'Selma'. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ungewöhnlich und ein echter Hingucker sind die vielen zarten Blüten der Pelargonie x vespertinum. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Besonders schön ist die rote Pelargonie 'Rosebud pink'. Ihre Blüte sieht wie eine kleine Rose aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Diese Pflanze ist drei Jahre alt und wurde im Palmenhaus des egaparks überwintert. Dicke Stämme tragen das Laub. Ihr Wuchs ähnelt dem von Bonsai-Bäumen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Diese duftlose Pelargonie grandiflorum 'Costa Barcelona Black & White' ist besonders bei den Engländern beliebt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Farblich ein echter Knaller: Pelargonie grandiflorum 'Costa Barcelona Early Lavender'. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Die Pelargonie zonale 'Summer Twist Red White' hat sternförmige Blüten. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Hier hat die Natur gespielt: Die Blätter erinnern an Krokodil-Haut. Die besondere Zeichnung hat ein Virus ausgelöst. Einem australischen Züchter gefiel das Ergebnis so gut, dass er eine neue Sorte züchtete: Pelargonie 'Crocodile Pink'. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Wahre Blütenwellen kann diese Pelargonie noch wachsen lassen. Die Blüten der Pelargonie 'Rollers Pioneer Pink' werden das Drahtgestell noch überwuchern. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Die Pelargonie 'Happy Appleblossum' hat rosenähnliche Blüten. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Wie ein Wasserfall wachsen Hängepelargonien in so einer Ampel. Für so eine Blütenfreude werden sie aber regelmäßig gegossen und einmal pro Woche mit einem Flüssigdünger gedüngt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
In Kombination mit der Pflanze Gundermann, die auch als Wildkraut vorkommt, kann eine ganze Wand zum Blütentraum werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Der richtige Standort für Pelargonien

Unsere Pelargonien stammen aus Gebieten mit Wüsten- und Mittelmeerklima, daher sind sie sehr gut an sonnige Standorte angepasst. Nur sehr wenige Sorten vertragen einen nach Norden ausgerichteten Standort. Diese werden als Schattenpelargonien oder Schattengeranien im Handel angeboten.

Pelargonien gießen und düngen

Damit die Pflanzen blühen, brauchen sie sowohl Nährstoffe in Form von Blütenpflanzen-Dünger als auch Wasser. Beim Gießen gilt: weniger ist mehr. Einmal in der Woche zu gießen, reicht in einem "normalen" Sommer aus, erklärt der Gärtner Jürgen Meister. Ist das Wetter trüb, sinkt der Wasserbedarf der Pflanzen. Steht die Pflanze zu feucht, treten Pilzerkrankungen auf. Die Blätter und vor allem die Blüten dürfen nicht nass werden, sonst kommt es zur Fleckenbildung. Pelargonien sollten von unten gegossen werden.

Wuchsform von Pelargonien: Hängepelargonien und aufrecht wachsende Pelargonien

Es gibt Pelargonienarten die hängen und wunderschön über den Kübel hinauswuchern und es gibt aufrecht wachsende Arten. Mit speziellen Pflanz-Gerüsten kann man die zarten Stängel der Hängepelargonien aber ganz einfach hochbinden und so den Wuchs der Pflanzen nach oben führen. Triste Wände und unschöne Ecken im Garten können so kaschiert werden. Allerdings sollten sie bei der Arbeit ganz vorsichtig vorgehen, da die Stängel schnell brechen. Hängepelargonien haben einen Vorteil: der Wind putzt verblühtes aus und der Gärtner hat wenig Arbeit mit ihnen.

Wuchsformen von PelargonienZonalhybriden: aufrecht wachsende Pelargonien

Peltaturhybriden: hängende Pelargonien

Die Pelargonie als Blattschmuckpflanze

Einige Zuchtformen der Pelargonie bestechen durch bunte Muster auf dem Laub. Gelb- und Rottöne kontrastieren hier mit Braun, Weiß und Grün. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Sorte 'Mrs. Pollock'. Manche Arten haben gefiedertes Laub, aber auch ahorn- oder eichenblättrige Formen kommen vor. Sorten wie 'Hurricane' oder 'Lemon Curl' bilden sogar gelocktes Laub aus. Blattschmuckpelargonien können hübsche Blüten ausbilden. Da diese bei der Züchtung oft eine untergeordnete Rolle spielen, erscheinen sie meist nicht so üppig wie bei reinen Blütenpelargonien.

Die Pelargonie quercifolium 'Royal Oak' gehört zu den Duftpelargonien, die alle ganz besonderes Laub haben. Die Blätter strömen einen kräftigen Geruch aus, der Mücken abhält. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Pelargonien ausputzen und Blüten fördern

Die Blüten aufrecht wachsender Sorten hingegen werden gefördert, wenn Verblühtes regelmäßig entfernt wird. An Rispen, die noch Knospen haben, nur einzelne trockene Blüten entfernen, die Knospen müssen stehenbleiben. Sind die Rispen komplett verblüht, kann der Stängel am Blattknoten ausgebrochen werden.

Knospen an den Blüten nicht entfernen! Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Pelargonien über Stecklinge vermehren

Wer seine Lieblingspelargonie im Garten vermehren möchte, kann das über Stecklinge tun. Die beste Zeit dafür ist im September. Für die Stecklinge nutzt man am besten verblühte Pflanzen, da ihre Triebe besser anwurzeln. Von denen werden Kopfstecklinge abgeschnitten, welche ein bis maximal zwei vollentwickelte Blätter haben sollten. Die Stecklinge werden in Anzuchterde gesteckt und feucht gehalten. Nach ein paar Wochen sind die Stecklinge angewurzelt und können wie erwachsene Pflanzen behandelt werden. Anzuchterde ist nährstoffarm und regt die Pflanze an, möglichst starke und viele Wurzel auszubilden. Sie kann einfach selbst hergestellt werden: dafür werden Sand, Kompost und Gartenerde zu gleichen Teilen gemischt.

Pelargonien überwintern

Pelargonien sind mehrjährig und können überwintert werden. Dafür genügt ein Platz hinter dem Kellerfenster, an dem die Pflanzen nach dem Sommer und einem beherzten Rückschnitt für ein paar Monate kühl stehen und nur sehr wenig gegossen werden. Auch ein heller und warmer Standort in der Wohnung ist geeignet. Auch dann gilt: nicht zu viel gießen! Steht die Pflanze schön sonnig, entwickeln sich auch im Winter Blüten. Im nächsten Frühjahr, nach den Eisheiligen, werden sie frisch eingetopft und ein paar Tage an einen schattigen Ort im Freien gestellt. So gewöhnen sich die Blumen allmählich an die UV-Belastung und bekommen keinen Sonnenbrand.

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Frühjahrsarbeiten im GartenRückschnitt von Fuchsien, Wandelröschen, Pelargonien und Zitrusgewächsen

Geschichte der Pelargonie

Schon früh wurde in Europa die Blütenpracht der Pelargonien geschätzt, spätestens seit 1632. Damals waren die ersten Exemplare in England kultiviert worden. Die beliebteste Form auf den britischen Inseln ist die Edelpelargonie, die besonders üppige, große Blüten ausbildet. Ihr Laub erinnert an japanische Fächer und verbreitet keinerlei Duft oder Geruch. Sie werden bei uns meist als Zimmerpflanzen angeboten.

In Deutschland sind vor allem aufrecht wachsende Pelargonien-Arten und -Sorten (Pelargonium zonale) und Hänge-Pelargonien (Pelargonium peltatum) beliebt. Die aufrecht wachsenden Pelargonien bilden riesige, rundliche Blütenstände aus. Ihr Laub ist teilweise bunt gemustert. Hängende Formen haben oft efeuähnliche Blätter. Sie sind äußerst pflegeleicht und putzen sich fast wie von selbst aus. Verblühtes fällt einfach ab.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 29. August 2021 | 08:30 Uhr

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