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Jetzt können Pflaumenbäume gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Obst aus dem Garten

Einen Pflaumenbaum pflanzen

(Prunus domestica)

Stand: 26. September 2019, 13:11 Uhr

Im Herbst ist ein guter Zeitpunkt einen Pflaumenbaum zu pflanzen. Der Boden ist wieder ausreichend feucht und der Obstbaum hat so schon über den Winter Zeit, Wurzeln zu bilden. Darauf sollten Sie beim Pflanzen achten.

Pflaume, Zwetschke und auch Mirabellen - Welcher Baum soll es denn sein?

Pflaume, Zwetschke, Reneklode und auch Mirabelle gehören alle zu den Pflaumen. (Prunus domestica) Welche Früchte Sie ernten wollen ist also reine Geschmacksache.

Auch Mirabellen gehören zu den Pflaumen Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Die Früchte selbst unterscheiden sich vor allem in der Verwendung. Die länglichen Zwetschken können gut zu Mus oder auch für Knödel und Kuchen verarbeitet werden. Mirabellen und Pflaumen sind eher zum Naschen geeignet. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität der Gehölze. In der Baumschule bekommen Sie erprobte Sorten und Bäume, die eine schöne Form haben, weil sie durch einen fachgerechten Schnitt schon erzogen wurden. Das spart später viel Arbeit bei der Pflege. Fragen Sie beim Kauf, ob die Pflaumensorte selbstbefruchtend ist. Manche Pflaumen benötigen eine Befruchtersorte in der Nähe des Standortes.

Diese Fragen sollten sie sich beantworten

Die geeignete Unterlage für den Pflaumenbaum

Wie groß der Baum später einmal wird, bestimmt die Unterlage, auf der der Pflaumenbaum wächst. Obstbaumexpertin Monika Möhler empfiehlt die Unterlage Wangenheim. Sie wächst nicht so stark und man kann die Früchte später noch gut erreichen und ernten. Für eher trockene Standorte ist die Unterlage St. Julian A geeignet, die ebenfalls nicht so groß wird.

Die richtige Pflaumensorte auswählen

Pflaumenliebhaber haben die Qual der Wahl, da Pflaumen, Mirabellen, Renekloden und auch Zwetschken zur Pflaume gehören. Obstbaumexpertin Monika Möhler rät zu Zwetschken, die sowohl genascht werden können, sich aber auch für die Verarbeitung zu Mus oder als Belag auf dem Pflaumenkuchen eignet. Die Hauszwetschke hat allerdings einen großen Nachteil – sie ist Anfällig für den Scharka-Virus, der durch Blattläuse übertragen wird. In einer Gegend wo der Virus aktiv ist, wird man wenig Erfolg haben zum Beispiel die anfällige Hauszwetschke zu kultivieren.  Es gibt aber zahlreiche Sorten, die scharkaresistent sind.

  ReifezeitVerwendung Besonderheite
Frühe SortenKatinka (Zwetschke)Ende Juli, Anfang Augusteinkochen, backen, naschen
 Aprimira (gelbe Pflaume)Augustaprikosenähnlich

einkochen, backen, naschen
Späte SortenHauszwetschkeSeptemberschmackhaft, robust

anfällig für den Scharka-Virus
 PresentaSeptembersüßes gelbes Fleisch

scharkaresistent
 Moni (Zwetschke)Septemberscharkaresistent; einkochen, backen, naschen
 Franzi (Zweschke)Septemberscharkaresistent; einkochen, backen, naschen

Einen Pflaumenbaum pflanzen

Pflaumenbäume bevorzugen einen sonnigen Standort. Da die Knospen sehr frostanfällig sind, ist ein geschützter Standort in der Nähe einer Mauer oder Hauswand von Vorteil. Was den Boden angeht sind Pflaumen genügsam und unkompliziert, hier stellt die Pflaume keine besonderen Ansprüche. Nur Staunässe vertragen sie nicht. In Trockenzeiten sollten Pflaumenbäume gegossen werden, am besten in den Abendstunden. Reichern Sie beim Pflanzen des Baumes das Pflanzloch mit Humus an. Nach der Blüte hilft eine Mulchschicht, die Nährstoffe und Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Schadbilder und Krankheiten

Der Scharka-Virus wird durch Blattläuse übertragen. Ist die Umgebung durchseucht und der Nachbar kämpft ebenfalls gegen den Scharka-Virus sollten Sie auf scharkaresistente Sorten zurückgreifen. Einen Befall durch den Scharka-Virus erkennt man an kreisförmigen Ringen auf den Blättern, die Früchte sind unregelmäßig und verkrüppelt. Sie fallen zu früh vom Baum und der Stein löst sich nicht vom Fruchtfleisch.  Gegen den Scharkavirus kann nichts unternommen werden. Die Pflanze sollte gerodet und entsorgt werden. Der Scharka-Virus ist meldepflichtig.

Auch der Pflaumenwickler kann zum Problem werden. Der Falter legt seine Eier auf Ästen, Blättern und Früchten ab. Schlüpfen die Larven kriechen sie in die Früchte und ernähren sich von diesen. Haben sie sich sattgefressen verlassen die Maden die Pflaumen, eine Teil verpuppt sich und entwickelt sich wieder zum Falter. Um eine erneute Ausbreitung zu verhindern, sollten befallene Pflaumen sofort  geerntet, aufgesammelt und entsorgt werden. Die Maden der zweiten Generation überwintern im Boden oder unter der Rinde. Hier hilft eine Folie auf der Baumscheibe. Auch ein Fanggürtel aus Wellpappe um den Stamm gewickelt vermindert den Befall im kommenden Jahr.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. September 2019 | 08:30 Uhr

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