Fruchtiges Frühlingsgemüse Rhabarber anbauen, pflegen, ernten

Botanisch: Rheum barbarum (Barbarenwurzel)

Auch wenn Rhabarber wie Obst in Süßspeisen verarbeitet wird: Es ist ein Gemüse aus der Familie der Knöterichgewächse. Hier finden Sie Informationen zur Pflanze, Tipps für den Anbau und die Pflege und Rezepte, wie Sie die sauren Stängel verarbeiten können.

Rhabarber
Rhabarber ist ein Gemüse und kein Obst. Bildrechte: colourbox

Rhabarber gehört zu den beliebtesten Pflanzen im Nutzgarten. Rhabarber ist äußerst unkompliziert und ist im Gegensatz zu vielen Gemüsearten, die einjährig sind, eine Dauerkultur. Die winterharte Staude wird einmal gepflanzt und kann etwa acht Jahre am gleichen Standort bleiben. Der Ertrag steigert sich von Jahr zu Jahr.

Auf einen Blick
Heimat Russland
Pflanzenfamilie Knöterichgewächs
Wuchs horstig, große schirmartige Blätter
Blüte Der Blütenstand wird über zwei Meter hoch. Wer Stängel ernten möchte, sollte sie entfernen.
Blütezeit April/Mai
Früchte Rhabarberstangen
Standort sonnig bis halbschattig
Boden humoser, nährstoffreicher Boden. Sandige Böden sollten mit Humus angereichert werden.
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Lebensdauer acht bis zehn Jahre, danach lassen Wuchs und Ertrag nach
Besonderheiten ist eine Gemüse und nicht wie oft angenommen eine Obstsorte

Rhabarber pflanzen

Seinen natürlichen Standort hat Rhabarber auf humus- und nährstoffreichen Böden. Er sollte im Garten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort wachsen, der immer etwas feucht ist. Ist der Standort zu schattig, bleiben die Stiele sehr dünn. Der Platz im Garten sollte mit Weitsicht gewählt werden, da die Pflanze bis zu acht Jahre alt wird. Sie wird im Laufe der Jahre immer größer. Einen Quadratmeter Beetfläche braucht der Rhabarber mindestens, eher mehr. Gepflanzt wird idealerweise im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Aber auch wenn Rhabarber später gepflanzt wird, macht das die Pflanze problemlos mit.

Rhabarber pflanzen * Boden tiefgründig umgraben
* Wurzelunkräuter gründlich entfernen
* in sandige Böden reichlich Laubhumus einarbeiten, so kann der Boden besser Wasser speichern
* frisch gesetzte Staude gründlich gießen
* um die Pflanze herum Kompost in den Boden einarbeiten, der zusätzlich mit einer Hand voll Hornspäne angereichert werden kann

Rhabarber richtig pflegen

Rhabarber
Rhabarber ausreichend wässern, dann werden die Stangen schön kräftig. Bildrechte: colourbox.com

Rhabarber braucht im Mai und im Juni ausreichend Nährstoffe und Wasser. Zu diesem Zeitpunkt wächst er und bildet die Rhabarberstangen. Damit der Boden schön fruchtbar bleibt, wird die Pflanze im März mit Kompost und Hornspänen gedüngt. Nach der Ernte darf noch einmal ein organischer Dünger in den Boden. Damit die Rhabarberstangen schön kräftig werden, sollte der Standort nie austrocknen - in Trockenzeiten also das Gießen nicht vergessen. Sobald sich Blütenansätze zeigen, werden die Rhabarberstangen geerntet, indem sie herausgebrochen werden. Im Oktober beginnt die Ruhephase der Pflanze: Die Blätter werden gelb und ziehen sich ein. Eine Pflege und auch Winterschutz sind nicht nötig, da Rhabarber extrem winterhart ist.

Erntezeit für Rhabarber

Rhabarber wird traditionell nur bis zum 21. Juni geerntet. Die kräftigsten Stangen sollten herausgezogen werden. Rhabarber niemals abschneiden, sonst verfault der Rest am Wurzelstock. Auch sollte mindestens die Hälfte der Stangen stehenbleiben, da sonst Blätter für die Fotosynthese fehlen. Über die Blätter werden die Energiereserven für das nächste Jahr angelegt. Einmal geerntet verliert Rhabarber schnell Wasser, deshalb sollte er so frisch wie möglich verarbeitet werden. Er hält sich aber auch ein paar Tage im Kühlschrank. Auch das Einfrieren ist eine echte Empfehlung: Entweder als Kompott oder noch roh und gestückelt. So lässt sich Rhabarber auch im Winter als Kuchenbelag oder zu anderen Leckereien weiter verarbeiten. Nach der Ernte werden die Stangen mit kaltem Wasser gewaschen. Sie müssen nicht unbedingt geschält und können gleich verarbeitet werden.

Rhabarber richtig ernten 1 min
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Jetzt darf Rhabarber gepflanzt werden. Er ist eine unkomplizierte Pflanze die am richtigen Standort einfach in Ruhe wachsen will. Bei der Ernte der Stangen, ist aber einiges zu beachten.

MDR FERNSEHEN Mi 22.04.2020 17:00Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/rhabarber-ernten-100.html

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Video

Rhabarberblüte entfernen

Eine Rhabarberblute steht, eingewickelt in einem großen Blatt, in der Vase.
So imposant blüht der Rhabarber Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rhabarber ist ein Knöterichgewächs, das nicht nur essbare Stiele bildet, sondern auch imposante Blüten - schließlich will sie sich vermehren und Hummeln und Bienen anlocken. Dabei steckt die Pflanze ihre ganze Energie in die Blüte. Das Wachstum der Rhabarberstangen bleibt dabei allerdings auf der Strecke. Wer also reichlich Rhabarber ernten möchte, sollte die Blüte schnell entfernen. Wer aber auf Rhabarberkuchen verzichtet und die Staude einfach mal wachsen lässt, kann sich jetzt an ihren exotisch anmutenden Samenständen erfreuen.

Wann blüht Rhabarber? Wenn die Rhabarberpflanze drei bis vier Monate lang Temperaturen unter 10 °C ausgesetzt war, setzt sie Blüten an. Damit sich die Blattstiele entwickeln, sollten die Blütenknospen im April, spätestens im Mai, ausgebrochen werden. Aber auch die Blüten sind essbar. Zubereitet wie Brokkoli sind sie eine pikante, leicht säuerliche Gemüsebeilage.

Rhabarber vermehren

Eine Hand in einem Gartenhandschuh zeigt auf das Herz einer ausgegrabenen Rhabarber-Pflanze
Wird die Pflanze langsam kahl, ist es Zeit sie zu teilen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wenn die Pflanze in der Mitte beginnt kahl zu werden, sollte Rhabarber geteilt und versetzt werden. Das passiert etwa nach sechs bis acht Jahren. Eine günstige Zeit für die Teilung ist der Oktober. Die Pflanze kann mit einem Spaten geteilt werden. Jedes Teilstück der kräftigen Wurzel sollte etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lang sein. Weil sich Rhabarber sehr ausbreitet, sollte eine geteilte und wieder eingesetzte Pflanze mindestens einen Meter Abstand zum nächsten Gewächs haben. Nur die Triebknospen sollten nach dem Einpflanzen noch aus der Erde schauen. Bei der Teilung im Herbst können die Rhabarber-Teilstücke auch mit etwas schützender Erde angehäufelt werden.

Schädlinge und Krankheiten

Rhabarber gilt als sehr robust. Auch wird er von Schnecken und Wühlmäusen weitgehend gemieden. Gelegentlich hat die Staude mit verschiedenen Blattfleckenpilzen zu kämpfen - vor allem in feucht-warmen Jahren. Befallene Blätter sollten Sie frühzeitig entfernen. Bitte nicht auf den Kompost werfen. Sie gehören in den Hausmüll.

Inhaltsstoffe von Rhabarber - Vorsicht Oxalsäure

Die Säuren und Mineralstoffe im Rhabarber haben übrigens eine entschlackende und blutreinigende Wirkung. Das wussten schon die Chinesen vor mehr 2.500 Jahren. Aber Vorsicht! Sauer macht nicht immer lustig! Menschen, die zu Rheuma, Gicht und Arthritis neigen oder einen empfindlichen Magen haben, sollten entweder ganz auf Rhabarber verzichten oder nur kleine Mengen verzehren. Beim Zubereiten mit Milch bitte berücksichtigen: Die Milch macht zwar die Oxalsäure unschädlich. Das in der Milch enthaltene Kalzium geht aber mit der Oxalsäure eine Verbindung ein - und steht damit dem menschlichen Körper nicht mehr zur Verfügung.

Wie gefährlich ist die enthaltene Oxalsäure? Auch wenn die Pflanze blüht, kann sie unbedenklich verzehrt werden. Der Gehalt an Oxalsäure ist sehr gering und wird durch den Garprozess zusätzlich reduziert. Für eine spürbare Auswirkung der Oxalsäure müsste ein 60 Kilogramm schwerer Mensch 36 Kilogramm frischen Rhabarber essen. Die Blüten haben keinen Einfluss auf den Oxalsäuregehalt der Pflanze.

Rhabarber verarbeiten

Da der Rhabarber einmal geerntet schnell Wasser verliert, sollte er so frisch wie möglich verarbeitet werden. Er hält sich aber auch ein paar Tage im Kühlschrank. Nach der Ernte werden die Stangen mit kaltem Wasser gewaschen. Sie müssen nicht unbedingt geschält und können gleich verarbeitet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 14. März 2020 | 08:30 Uhr