Rhododendronblüten
Was für eine Blütenpracht! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wundervolle Blüten im Garten Rhododendron richtig pflanzen und pflegen

Sie blühen atemberaubend, auch ihr Laub ist umwerfend. Doch für alle, die sich an einem gesunden Rhododendron erfreuen möchte, gilt es bei der Pflege einiges zu beachten. Rhododendron-Experte Holger Hachmann aus Barmstedt war im MDR Garten zu Gast und hat uns wichtige Tipps zur Pflanzung gegeben.

Rhododendronblüten
Was für eine Blütenpracht! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Standort und Pflege

Rhododendren mit roter und rosa Blüte in Savill Garden in Windsor. 4 min
Bildrechte: Michael Wenkel

Rhododendren fühlen sich im kühlen Halbschatten an einem windgeschützten Platz am wohlsten. Der Boden für die meist immergrünen Sträucher sollte sauer und wegen ihrer zarten Wurzeln locker und durchlässig sein. Schotter ist da keine Alternative, verrottete Lauberde oder Grünkompost als Beimischung schon. Vor der Blüte, also Mitte bis Ende April, freut sich der Rhododendron über mineralisch-organischen Dünger. Die Blütezeit dauert je nach Sorte vom 1. Mai bis Mitte Juni an, sagt der Rhodendron-Züchter Holger Hachmann. Nach dem Verblühen sollten vor allem bei großblumigen Sorten die Blütenstände ausgebrochen werden.

Die Rhododendronblüte hat einen orchideenartigen Charakter und kann von Weiß über Zartrosa bis hin zu knalligen Gelb-, Rot oder Lilatönen sämtliche Farbnuancen aufweisen. Als "Hauptkonkurrenten" der Rhododendren bezeichnet Holger Hachmann die Hortensie und die Rose, deren Vorteil es ist, eine längere Blütezeit zu haben. Normalerweise sind Rhododendren winterhart. Sollte es eine Sorte einmal nicht sein, wird das im Fachhandel explizit kommuniziert.

Sorten vorgestellt Rhododendron: Laubschöne Wildarten

Mit seiner Blüte bezaubert der Rhododendron nur von Mai bis Juni, dabei hat das Jahr noch viele Monate mehr. Doch auch mit seinen Blättern kann er den Garten verschönern. Wir stellen einige wilde Laubschönheiten vor.

Zwei Männer sitzen hinter Rhododendron-Pflanzen auf Steinen.
Expertentipps vom Rhododendron-Guru gab es im MDR Garten diesmal von Holger Hachmann. Er zeigte Moderator Jens Haentzschel verschiedene Laubschönheiten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwei Männer sitzen hinter Rhododendron-Pflanzen auf Steinen.
Expertentipps vom Rhododendron-Guru gab es im MDR Garten diesmal von Holger Hachmann. Er zeigte Moderator Jens Haentzschel verschiedene Laubschönheiten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein lächelnder Mann hält einen Rhododendron in einem Kübel hoch.
Rhododendron-Experte Holger Hachmann mag diese Schönheit ganz besonders: Midnigh beauty heißt die Sorte mit den dunkellilafarbenen Blüten. Doch die Blütezeit ist nur von kurzer Dauer. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Satt-grüne Blätter eines Rhododendron.
Doch grüne Blätter müssen schon lange nicht mehr langweilig wirken: Immer mehr Wildformen und –sorten kommen auf den Markt. So auch der Rhododendron proteoides. Seine schmalen Blätter sind nach unten eingerollt. Die Blattoberseite glänzt dunkelgrün, die Unterseite hat eine leichte Rotbräune. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Rhododendronblätter, die mit einem leichten Silberhauch bedeckt sind.
Bei dem Rhododendron campanulatum ssp. aeruginosum handelt es sich um eine Gebirgsart aus dem Himalaya. Sein Wuchs ist kompakt, fast kugelig. Nach dem Laubaustrieb ist diese Art acht Wochen lang hellblau bereift. Sie vergrünt anschließend. Die Blattunterseite ist rostbraun bedeckt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
dunkelrote Blätter eines Rhododendron
Der Rhododendron will. x ‚Ever Red’ trägt von Ende Mai bis Ende Juli Laub in dunklem Lackrot. Auch er wächst kompakt. Bei ihm empfiehlt sich Winterschutz. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Rhododendron in Nahaufnahme. Seine Blätter haben Nadelcharakter.
Der Rhododendron roxieanum vs. oreonastes ist eine seltene Wildart mit einer sehr dichten Belaubung. Auch seine Blattunterseite sieht rostbraun aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Silbrige Blätter eines Rhododendron.
Das Laub des Rhododendron yakushimanium x pachysanthum 'Silver Dane' trägt eine samtartige Silberschicht. Die Blattunterseite schimmert zimtbraun und besticht so im Garten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Ein Rhododendron in Nahaufnahme. Seine Blätter haben Nadelcharakter.
Der Rhododendron roxieanum vs. oreonastes ist eine seltene Wildart mit einer sehr dichten Belaubung. Auch seine Blattunterseite sieht rostbraun aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Im Überblick
Standort Halbschatten, windgeschützt  
Boden mäßig sauer (pH-Wert zwischen 4,5 und 5,0), locker, gleichmäßig frisch, ausreichend nährstoffreich  
Blüte weiß, zartrosa, gelb, rot, lila – nach der Blüte ausputzen  
Blütezeit 1. Mai bis 10. Juni  
Winterhart ja  
Schädlinge Rhododendronzikade, Rhododendronwanze, Dickmaulrüssler  
Besonderheiten Rhododendren gedeihen nicht auf verdichteten, schweren oder trockenen Böden.  

Schädlinge können beim Rhododendron die Rhododendronzikade, die Rhododendronwanze oder der Dickmaulrüssler sein. Dagegen helfen, laut Expertenmeinung, nur die Insektizide Bi58, Mospilan oder Neem. Rhododendron lassen sich gut mit Funkien und Gräsern, Zierkirschen oder auch Blumenhartriegel kombinieren. Laubschöne Sorten passen gut zu Japanischem Ahorn. Gute Standortbedingungen finden Rhododendren im lichten Schatten höherer Bäume und Sträucher.

Pflanzanleitung in neun Schritten nach Holger Hachmann

  1. Vorbereitungen: Wählen Sie einen geeigneten Standort aus, besorgen Sie reichlich groben Torf. Vor dem Einpflanzen sollten Sie den Wurzelballen durchdringend wässern,  am besten tauchen, bis alle Luftblasen aus dem Ballen entwichen sind. Das kann bis zu fünf Minuten dauern.
  2. Pflanzloch: Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa drei- bis viermal so breit ist wie die Ballengröße. Es sollte genauso tief wie der Ballen selbst sein.
  3. Erde mischen: Im Verhältnis sollten 50 bis 70 Prozent Torf mit Gartenerde gemischt werden. So wird der Boden verbessert und ein optimales pH-Niveau geschaffen.
  4. Auffüllen: Der Rhododendron darf nicht zu tief gepflanzt werden. Nach dem Einsetzen ins Pflanzloch sollte die Erde nur bis zur Oberkante des Ballens aufgefüllt werden.
  5. Antreten: Nach dem Auffüllen des Pflanzlochs sichert vorsichtiges, leichtes Antreten den Bodenschluss.
  6. Düngung: Bei der Frühjahrspflanzung sollte spätestens zwei bis drei Wochen nach der Pflanzung gedüngt werden; bei der Herbstpflanzung erfolgt die erste Düngung im darauffolgenden Jahr Mitte April, die zweite Düngung dann Ende Juni. Der Dünger wird locker auf der Bodenoberfläche verteilt.
  7. Angießen: Nach dem Düngen muss angegossen werden.
  8. Mulchen: Vor allem bei Frühjahrspflanzungen sollte die frisch bepflanzte und gedüngte Fläche mit einer ein bis drei Zentimeter dicken Mulchschicht versehen werden.
  9. Ausbrechen: Gleich nach dem Verblühen sollten die Blüten ausgebrochen werden

Rhododendron-Pflanzen in verschiedenen Kübel in einem Steingarten
Rhododendron ist nicht nur zur Blütezeit eine Schönheit. Auch mit dem Laub kann er bezaubern. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2019, 08:30 Uhr