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Ernte der Riesenknollen. Adam haben sie köstlich als Suppe geschmeckt. Er gehört zu den wenigen Kindern, die den erdigen Geschmack mögen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Gesunde KnolleRote Bete anbauen und erntenBeta vulgaris subsp. vulgaris - auch rote Beete, rote Rübe, Rane, Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Rone, Randig, Rohna

Stand: 05. Oktober 2021, 11:44 Uhr

Rote Bete zählt zu den gesündesten Gemüsesorten. Sie ist ein wahrer Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant. Richtig zubereitet gibt sie Gerichten den nötigen Pep, ob im Salat, als Gemüse oder im Smoothie. Und längst gibt es bunte Sorten: rund, oval und sogar möhrenähnlich. Kompliziert ist der Anbau nicht, doch es gibt einiges zu beachten. Wir sprechen mit Gemüsesaatgut-Expertin Hanna Strotmeier über Bete und alles, was man wissen sollte.

Die Rote Bete ist wohl der Klassiker, den jeder kennt und schon einmal gekostet hat. Die einen lieben den erdigen Geschmack, andere rümpfen die Nase und lassen Bete fortan links liegen. Zu Unrecht, denn längst gibt es gezüchtete Schwestern, die in weiß oder gelb auftreten, wie Möhren aussehen oder Rettich und im Geschmack durchaus mithalten können. Weiße und gelbe Bete schmecken aromatisch, nur eben nicht mehr so muffig wie der Klassiker. Die Auswahl an Bete ist also groß, und es lohnt sich das Gemüse auszuprobieren oder gleich in den eigenen Garten zu pflanzen - ganz nach Geschmacksvorlieben.

Die Bete mit ihrem erdigen Geschmack erlebt eine Renaissance. Man verwendet sie inzwischen so vielfältig in der Küche: die Knolle als Gemüse, das Blatt als Salat, als sauren Snack oder als Farbstoff für Lebensmittel. Auch als Chips lassen sie die herkömmliche Kartoffel geschmacklich alt aussehen. Bete ist in der jungen modernen Küche wieder angekommen.

Hanna Strotmeier, Gemüsesaatgut-Expertin

Auf einen Blick
Heimatöstlichen Mittelmeerraum, Gebiete Vorderasiens
PflanzenfamilieGänsefußgewächse (Chenopodiaceae)
Standortsonnig
PflanzungMärz bis Juli
FruchtKnolle
BlätterStiel mit grünen, länglichen Blättern und oft kräftig farbigen Blattadern
NutzwertGesundes Wintergemüse | Knollen und junge Blätter sind essbar
WuchseigenschaftenFrucht kugelig, oval, länglich, möhrenähnlich
Bodenhumoser tiefgründiger Boden | pH-Wert: 6,2 bis 6,8 | mäßig feucht
Nährstoffbedarfmäßig, Humusgaben sind hilfreich
InhaltsstoffeKalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen; Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, Folsäure

Standort und Boden für Bete

Von März bis in den Juli hinein kann Bete ausgesät werden. Als Standort ist ein humoser tiefgründiger Boden gut geeignet. Der pH-Wert sollte bei 6,2 bis 6,8 liegen. Bete braucht Sonne, um sich prächtig zu entwickeln und einen guten Geschmack auszubilden, erklärt Hanna Strotmeier, die in Münster einen Versuchsgarten leitet. Seit vielen Jahren wird in der Samenzüchterei Gemüse kultiviert und getestet. Die Expertin rät, den Boden gut vorzubereiten und tiefgründig zu lockern. Lehmboden sollte mit Humus oder Kompostgaben eventuell auch mit etwas Sand aufgelockert werden. Wer Sandboden hat, sollte ihn entsprechend mit Humus aufbessern.


Erst nach drei bis fünf Jahren sollte Bete wieder an einen anderen Standort gesetzt werden. Die Nachbarschaft zu Spinat oder Mangold sollte gemieden werden, da diese zur gleichen Pflanzenfamilie gehören. Der Boden wird sonst schnell ausgelaugt und Krankheiten können sich ausbreiten.

Wer große Knollen ernten möchte, muss die Jungpflanzen vereinzeln. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Bete aussäen

Es ist unüblich Bete vorzukultivieren, sagt Hanna Strotmeier. Die Pflanzen haben oft Schwierigkeiten im Gewächshaus oder in Innenräumen zu wachsen. Ab März ist eine Aussaat ins Freiland möglich. Bete wird in Reihen mit einem Abstand von 25 bis 35 Zentimetern gesät. In den Reihen sollten zwischen den Samen fünf bis zehn Zentimeter Platz sein. Wer plant Babybete zu ernten, kann den Abstand etwas verringern. Das Saatgut sollte etwa zwei bis drei Zentimeter tief in der Erde liegen. Gut angießen und vor allem während der Keimzeit nie austrocknen lassen!

Je früher die Samen gesät werden, desto größer ist die Gefahr, dass die Pflanzen in die Blüte gehen.

In jedem Samenknäuel stecken mehrere Pflanzen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Hilfe, meine Bete blüht – was nun?Bei zu kalten Temperaturen kann der Blühreiz aktiviert werden. Dann geht die Kraft der Pflanze in die Blüten anstatt in die Knollenbildung. Das kann man verhindern, indem die Bete mit einem Vlies abgedeckt werden.

Bete auf dem Balkon

Sogar auf dem Balkon ist es möglich, Bete anzubauen. Im Blumenkasten wird man allerdings keine dicken Knollen ernten, kann aber die Blätter wunderbar für Salate oder Smoothies verwenden oder die Babybete als Gemüse zubereiten. Im Blumenkasten dürfen die Pflanzen dicht stehen und müssen nicht extra vereinzelt werden. 

Wer Blätter für Salat ernten möchte, baut Bete auf dem Balkon an. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Bete pflegen

Grundsätzlich sind Anbau und Pflege von Bete nicht kompliziert, es gilt aber einige Dinge zu beachten: Der Samen ist "multigerm", das heißt in einem Samenknäuel stecken mehrere Pflanzen. Etwa vier Wochen nach der Aussaat sollte die Jungpflanzen auf einen Abstand von zehn bis zwölf Zentimeter vereinzelt werden. Gießen Sie die Bete regelmäßig, vor allem in der Keimphase. Wenn die Pflanzen noch klein sind, darf der Boden nicht austrocknen.

Bete ernten

Die Blätter dürfen fortlaufend geerntet werden und sollten nicht größer als zehn Zentimeter sein. Wichtig ist das Herz der Pflanze nicht zu verletzen, also unbedingt das mittlere Blatt an der Pflanze lassen. Bis die Knolle reif ist, dauert es je nach Aussaatzeitpunkt drei bis vier Monate. Hier kommt es auch darauf an, wie die Bete verwendet werden soll. Babybete kann früher geerntet werden. Die Knollen sollten einen Durchmesser von 2,5 bis 7,5 Zentimeter haben. Bete ist kühl gelagert mehrere Monate lang haltbar. Sie können ganz einfach im Kühlschrank  aufbewahrt werden oder auch in einer Kiste mit Sand im Keller lagern. Vor dem Einfrieren sollte Bete gekocht werden.

Wichtig: Das Herz der Pflanze muss stehenbleiben. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Erntetipps:- Knolle aus der Erde ziehen oder mit der Grabegabel aushebeln

- Zwei bis drei Zentimeter des Stängels an der Knolle lassen, so kann sie länger gelagert werden

- Blätter abdrehen, nicht abschneiden, sonst "verblutet" die Knolle, soll heißen, der Saft tritt aus.

Verwendung von Bete

Rote Bete hat viele Verwendungsmöglichkeiten. Die Blätter eignen sich für Smoothies oder Salate, die Knolle kann sauer eingelegt werden. Sie schmeckt in Suppen oder auch als Gemüsebeilage. Im Trend liegen Gemüsechips, die man schnell und einfach auch selbst herstellen kann. Rote Rüben sollten nicht zu lange kochen, weil sonst die Folsäuremoleküle zerstört werden. Stiele bitte nicht abtrennen und die Rübe zum Garprüfen nicht anstechen, da sie sonst viel Saft und damit wertvolle Inhaltsstoffe verliert.

Kochen mit Roter Bete

Bete gilt als Jungbrunnen. "Her damit!" Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig probiert die jungen Blätter gleich aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

So gesund ist bunte BeteBete enthält viele Vitamine und Mineralien. Sie ist reich an Silizium wie kaum eine andere Pflanze. Gemeinsam mit dem Spargel hält sie den Weltrekord als Folsäurespender. 

Weitere Gesundheitseffekte:
- baut Bindegewebe auf
- festigt Haut und Knochen
- fördert die Verdauung
- blutbildend und -reinigend
- wirkt entwässernd und entsäuernd
- appetitanregend

Bete gilt als Jungbrunnen. "Her damit!" Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig probiert die jungen Blätter gleich aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Herkunft der Bete

Bete gehört zu den Gänsefußgewächsen (Chenopodiaceae) wie zum Beispiel auch Mangold oder Spinat. Ursprünglich kommt die Gemüsepflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum sowie aus Vorderasien. Die Römer kultivierten bereits Bete. Die rote Rübe - so wie wir sie kennen - wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Aber damals schmeckte das Gemüse noch ganz anders, viel erdiger. Die Formen, die wir heute kennen, sind erst im 19. und 20. Jahrhundert durch Züchtungen entstanden.

Probieren Sie doch mal gelbe oder weiße Bete. Sie schmecken milder als die rote Schwester und nicht so erdig. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Quelle: Hanna Strotmeier, Gemüsesaatgut-Expertin

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. Oktober 2021 | 08:30 Uhr