Pflanzen-Tipps Schattenpflanzen: Blüten und Farben für schattige Beete
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06. Juni 2025, 09:06 Uhr
Auch an schattigen Plätzen kann es schön blühen. Hosta, Frauenmantel, Hortensie und einige Clematissorten kommen in dunklen Ecken zurecht. Hier bekommen Sie Empfehlungen für Pflanzen und Pflegetipps für Schattenbeete.
Was bedeutet Schatten im Garten genau?
Schatten ist nicht gleich Schatten. Beete können im totalen Schatten, im Schlagschatten eines Hauses oder im lichten Schatten an Gehölzen liegen. Selbst der Bereich des Halbschattens ist unterschiedlich: Der Begriff steht für etwa halbtägigen Schatten oder aber eine leichte Beschattung während der meisten Tagesstunden.
Ein Standort mit Schatten am Morgen und starker Sonneneinstrahlung ab Mittag kann als sonnig betrachtet werden. Pflanzen für den Halbschatten fühlen sich unter diesen Bedingungen meist nicht mehr wohl. Schatten ab der Mittagszeit kann hingegen für Gewächse, die keine direkte Sonne mögen, sehr angenehm sein.
Schattenpflanzen finden sich in der Natur meist unter höheren Sträuchern und Bäumen. Dort ist der Boden meist humusreich. Genau dieser Bodentyp wird von vielen Arten und Sorten favorisiert. Da im schattigen Gartenbereich viele Pflanzen nicht so üppige Blüten bilden, kann mit hellen Blattfärbungen gearbeitet werden.
Den Boden für Pflanzen vorbereiten
Besonders unter Bäumen kann es helfen, deren Wurzeln im Oberflächenbereich vorsichtig zu entfernen. Um verdichteten Boden zu verbessern, wird er zunächst von unerwünschten Kräutern sowie Sämlingen befreit und dann aufgelockert.
Schattenpflanzen brauchen grundsätzlich nicht so viele Nährstoffe wie sonnenhungrige Gewächse. Sie müssen also nicht intensiv gedüngt werden. Allerdings sollte der Boden regelmäßig mit Humus angereichert werden. Brigitte Goss empfiehlt jeweils eine Kompostgabe im Frühjahr und im Herbst. Ein Quadratmeter sollte mit drei bis fünf Litern Humus angereichert werden. Wachsen die Pflanzen nicht sehr dicht beieinander, sollte nach der Pflanzung noch eine Mulchschicht ausgebracht werden. Zum Mulchen eignet sich zum Beispiel Gartenfaser, die sich aus Rindenhumus, Holzfaser und Kompost zusammensetzt. Gartenfaser hat den Vorteil, dass sie auch auf Hängen verwendet werden kann.
Pflanzzeit für Stauden
Die beste Pflanzzeit für Stauden sind der Herbst und das Frühjahr, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Grundsätzlich können Stauden - mit Ausnahme der herbstblühenden Arten - das ganze Jahr über gepflanzt werden. Dann ist der Pflegebedarf allerdings intensiver. An heißen Tagen sollte man sie tiefgründig gießen. Das Wasser braucht oft lange, bis es zu den Wurzeln durchgedrungen ist. Wirkungsvoll ist also eine ausdauernde Wassergabe. Je länger die Pflanze steht, desto besser ist sie mit ihrem Standort verwurzelt. Dann muss sie auch nicht mehr so oft gegossen werden.
Ein Pflanztipp: Setzen Sie die großen Pflanzen - Gehölze und hohe Stauden zum Beispiel - als Gerüstbildner zuerst ins Beet, danach folgen die Begleitpflanzen. Zuletzt werden die Füllstauden ergänzt.
Pflanzenauswahl fürs Schattenbeet
Ein Schattenbeet sollte eine geschlossene Einheit bilden. Je dichter der Boden bewachsen und geschützt ist, desto weniger unerwünschte Kräuter dringen durch. Die Feuchtigkeit wird außerdem besser gespeichert, wenn Bodendecker starke Verdunstung verhindern.
Große Pflanzen werden mit kleinen kombiniert, Gewächse mit hellen Blättern kommen zu solchen mit dunklen Blättern. Gerade mit gelbem Laub, wie zum Beispiel bei der gelben Berberitze, lassen sich kleine "Lichtpunkte" an dunkle Stellen im Garten setzen. Beachten Sie auch die Strukturen einer Pflanze. Setzen Sie großblättrige neben filigrane Gewächse mit feinen, mehrfach geteilten Blättern, das verstärkt die Wirkung. So machen sich der Storchschnabel, Hosta und Bergenien gut neben Gräsern oder Silberkerzen.
Pflanzliste für Schattenbeete
- Akanthus (Akanthus)
- Akelei
- Bergenie
- Blauglöckchen
- Blauroter Steinsame (Aegonychon purpurocaeruleum)
- Clematis
- Elfenblume (Epimedium)
- Engelwurz (Angelica sylvestris)
- Farne
- Flieder (Syringa vulgaris)
- Funkien (Hosta)
- Frauenmantel (Alchemilla)
- Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
- Glockenblume (Campanula)
- Herbst-Anemonen
- Iris
- Kaukasusvergissmeinicht (Brunnera macrophylla)
- Kaukasische Borretsch/Orientalischer Rauling (Trachystemon orientalis)
- Kleinköpfiger Knöterich (Persicaria microcephala)
- Kleines Immergrün (Vinca minor)
- Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
- Lerchensporn
- Lungenkraut
- Lenzrose
- Liebesgras (Eragrostis spectabilis)
- Purpurglöckchen (Heuchra)
- Purpur-Hartriegel (Cornus controversa)
- Rispenhortensie
- Schaumblüte (Tiarella cordifolia)
- Segge (Carex)
- Storchschnabel (Geranium)
- Tränendes Herz
- Wald-Erdbeeren (Fragaria vesca)
- Wiesenraute (Thalictrum delavayi)
- Zaubernuss (Hamamelis virginiana)
- Zierlauch (Allium)
Wer viel unterwegs ist oder arbeitet, wünscht sich pflegeleichte Beete. Pflanzen, die sich von selbst vermehren und ausbreiten, empfehlen sich für Gärtner mit wenig Zeit, zum Beispiel Lenzrosen. Ebenfalls attraktiv ist das ins Dunkelrot gehende Puprurglöckchen (Heuchera). Ihr Blattwerk und die Rispen sind Farbtupfer in einer eher dunklen Ecke im Garten. Einen schönen Kontrast bilden die weiß blühende Akelei oder die weiß blühende Iris. Weitere blühende Pflanzen sind Allium, der eine runde Form in den Garten bringt und der Fingerhut. Ein bisschen majestätischen Charakter schafft der Farn in einem schattigen Bereich. Gerade er verträgt einen dunklen, aber feuchten Standort. Wer ein zartes Grün mag, für den eignet sich der fein strukturierte Fenchel. Den Storchschnabel gibt es ganz vielfältig, er blüht schön und lange.
Quellen: Brigitte Goss (Gartenbauingenieurin), Melanie Trinks (Zierpflanzengärtnerin), MDR Garten
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 05. Juni 2025 | 19:50 Uhr