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Schneeweiße FrühlingsbotenSchneeglöckchen pflanzen, pflegen und vermehrenauch weiße Jungfrau, Milchblume; botanischer Name: Galanthus

Stand: 15. Februar 2022, 11:22 Uhr

Schneeglöckchen sind im Garten, am Waldrand und auf Lichtungen zu finden. Die pflegeleichten Zwiebelpflanzen zählen zu den ersten Boten des Frühlings, da sie bereits im Februar zu blühen beginnen. Es gibt hunderte Sorten von Schneeglöckchen - und eine wachsende Zahl begeisterter Sammler und Fans. Vermehrt werden können die Zwiebelpflanzen nach der Blüte.

'Nothing Special', nichts Besonderes. Für eine neu entdeckte Blumensorte ist dieser Name recht eigenwillig gewählt. Doch hinter dem Schneeglöckchen-Namen steckt eine Geschichte: Der britische Staudengärtner Joe Sharman entdeckte die Sorte in seinem Garten - und konnte keine herausragenden Eigenschaften daran erkennen. Bis auf eine: Das Schneeglöckchen zeigte sich sehr ausgewogen proportioniert. Blüte, Blätter, Größe und Wuchskraft - alles passte. Immer wieder wurde Joe Sharman bei Führungen auf seinem Grundstück nach dem Blümchen gefragt. Das sei "Nothing Special" antwortete der dann. So entstand der Name.

Erste Blüten im Staudenbeet Diese sechs Stauden blühen schon im Februar und März

Schneeglöckchen sind ein Klassiker im Frühlingsgarten. Die Zwiebeln werden im September in die Erde gesteckt, die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis März. Es gibt mehrere Arten und zahlreiche Sorten - wie das sehr ausgewogen proportionierte Schneeglöckchen Galanthus ‚Nothing Special‘, das auch für weniger erfahrene Gärtner geeignet ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Winterlinge (Eranthis hyemalis) zählen zu den ersten Zwiebelpflanzen überhaupt, die sich im Frühjahr öffnen. Die Sorte ‚Schwefelglanz‘ hat, wie der Name schon vermuten lässt, hellgelbe Blüten. Ganz wichtig: Winterlinge mögen es überhaupt nicht, wenn der Boden umgegraben oder aufgelockert wird. Sie gedeihen im Halbschatten oder unter Bäumen, die nur im Sommer Laub tragen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Wilde, einheimische Alpenveilchen (Cyclamen) gibt es im Handel auch als Stauden für den Garten. Doch Vorsicht: Die Pflanzen verlangen einen Standort im Halbschatten auf kalkhaltigem, durchlässigem Boden, der reich an Laubhumus sein sollte. Sagt ihnen der Platz nicht zu, gehen die rosa blühenden Frühlingsboten mit ihren marmorierten Blättern schnell ein. Schwere Böden mögen sie nicht. Empfehlenswert ist die Pflanzung im Frühjahr. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Adonisröschen sind weniger anspruchsvoll. Das Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) blüht äußerst früh, wenn die übrigen Stauden noch im Winterschlaf liegen. Ab Februar zeigt es seine leuchtend gelben Blüten. Der Frühblüher schätzt einen sehr hellen, nicht zu trockenen Standort. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Das Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsilvanica) erwacht meist zwei bis drei Wochen früher als das einheimische Leberblümchen (Hepatica nobilis). Beide zählen zu den Schattenstauden und haben ähnliche Ansprüche an den Standort. Ideal ist ein humusreicher Platz unter Laubbäumen, der im Winter feucht und im Sommer eher trocken ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Sieht ein bisschen wie eine Christrose aus, ist aber eine sehr früh blühende Lenzrose: Die Helleborus-Hybride 'HGC Madame Lemonnier' zeigt ihre zartrosa Blüten schon ab Februar. Auf nährstoffreichem, durchlässigem Boden im Halbschatten fühlt sich die Lenzrose wohl. Staunässe ist dagegen Gift für die mehrjährige Pflanze. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Schneeglöckchen: 19 Arten und mehr als 1.000 Sorten

'Nothing Special' ist eine von mehr als 1.000 Schneeglöckchen-Sorten. Züchter wie Joe Sharman, der in britischen Medien schon Mr. Snowdrop ("Herr Schneeglöckchen") genannt wurde, sind regelrecht verrückt nach Seltenheiten. Die Frühlingsboten faszinieren zahllose Gartenbesitzer und Sammler, die auch "Galanthophile" genannt werden. Für Raritäten blättern die Schneeglöckchen-Fans teils hohe Summen hin. Übrigens: Der botanische Name der Gattung, Galanthus, setzt sich aus den griechischen Wörtern "Gala" für Milch und "Anthos" für Blüte zusammen. Innerhalb der Gattung sind 19 Arten bekannt. Weit verbreitet sind das kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) und das Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii).

Schneeglöckchen im Garten pflanzen: Pflanzzeit und Standort

Schneeglöckchen pflanzen Sie am besten von September bis Oktober in den Garten - und zwar möglichst sofort nach dem Kauf, damit die Zwiebelchen nicht austrocknen. Das Frühjahr ist ein günstiger Zeitpunkt, um sich über die verschiedenen Sorten zu erkundigen.

Schneeglöckchen mögen einen Standort im Halbschatten auf humosem, durchlässigem Boden. Sie wachsen gerne unter Sträuchern und Bäumen oder am Wegesrand. Die Zwiebeln der Schneeglöckchen werden in fünf bis acht Zentimeter tiefe Pflanzlöcher mit der Spitze nach oben gesetzt. Zwischen den Löchern muss ein Mindestabstand von 10 bis 15 Zentimetern sein, damit sich die Pflanzen ausbreiten können. Vermeiden Sie es, Schneeglöckchen in die Nähe von Nadelgehölzen zu setzen, da die Erde dort oft zu sauer ist. Wenn Schneeglöckchen mit Samen gepflanzt werden sollen, müssen sie einen Zentimeter tief in die Erde gesät werden.

Wer viele Glöckchen im Garten haben möchte, sollte die Pflanze am besten in Ruhe lassen. Bildrechte: Diana Fritzsche

Schneeglöckchen pflegen

Dank der meist feuchten Witterung während der Blütezeit im Februar und März müssen Schneeglöckchen nicht gegossen werden. Dünger brauchen sie auch nicht. Bei zu vielen Nährstoffen treiben die Blätter stärker aus, aber die Blütenbildung wird nicht unterstützt. Nach der Blüte ziehen sich Schneeglöckchen in ihre Zwiebel zurück. Danach reagieren sie empfindlich auf Bodenbearbeitung wie Auflockern oder Jäten. Das sollte bei der Standortwahl bedacht werden.

Der Schnee macht den Schneeglöckchen nichts aus. Bildrechte: IMAGO

Schneeglöckchen vermehren

Schneeglöckchen können Sie durch Selbstaussaat, Aussaat von Samen oder Abtrennen von Zwiebeln vermehren. Bei der Selbstaussaat helfen Ameisen, die Samen zu verteilen. Sie gehen zu Pflanzen mit geplatzten Fruchtknoten und sammeln die Samen wegen ihrer fressbaren Nährkörper ein. Diese Art der Verteilung heißt Myrmekochorie.

Möchten Sie selbst die Samen an gewünschten Orten oder in Kästen aussäen, sollten Sie das direkt im April nach der Reife tun. Sie keimen, wenn die Temperatur zwischen minus vier und vier Grad liegt. Die Erde sollte bei der Aussaat feucht und humos sein. 

Wenn größere Horste durch Abtrennen von Zwiebeln vermehrt werden sollen, ist es sinnvoll, die Zwiebeln während oder kurz nach der Blüte abzutrennen. Dann hat die Zwiebel noch genug Kraft und Zeit, am neuen Platz Wurzeln zu bilden. Um Tochterzwiebeln erfolgreich abzutrennen, müssen die Schneeglöckchen vorsichtig ausgegraben werden. Nachdem die Erde von den Zwiebeln entfernt ist, können die kleineren Zwiebeln von der Hauptzwiebel getrennt und an den neuen Standorten eingepflanzt werden.

Auf einen Blick: Schneeglöckchen
HeimatAsien, Europa, Nordamerika
PflanzenfamilieAmaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
WuchsZwei bis 20 cm hoch
BlüteWeiße Blüten
BlütezeitFebruar bis April
FrüchteKapselfrucht
StandortHalbschattig bis schattig, unter Sträuchern und an Wegesrändern im Wald
Bodenhumoser, feuchter Boden
Winterhartja
Mehrjährigja
BesonderheitenGiftig, wilde Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz

Blütenfreude im Frühling

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Februar 2022 | 08:30 Uhr