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RaritätenUngewöhnliche Frühblüher für den Garten

Stand: 27. März 2022, 10:45 Uhr

Haben Sie schon von Schneeglanz, Milchstern oder Frühlings-Platterbse gehört? Diese zarten Frühblüher finden sich eher selten im Garten, was schade ist, denn sie entfalten sehr schöne Blüten. Gärtnermeister Uwe Schachschal vom Egapark Erfurt stellt sie vor und gibt Pflegehinweise.

Seltene Frühblüher

Schneeglanz (Chionodoxa)

Diese pflegeleichte Zwiebelpflanze, die auch Schneestolz oder Sternhyazinthe genannt wird, bildet von Februar bis April dichte Blütenteppiche in blau, rosa oder weiß. Setzen Sie im Oktober die kleinen Zwiebelchen etwa zehn Zentimeter tief in den Boden. Die Pflanze gedeiht auch im Halbschatten unter Gehölzen.

Auch Bienen mögen die Schneeglanzblüten. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum)

Von April bis Juni öffnen sich die weißen Blütensterne des Dolden-Milchsterns. Die aus Südeuropa stammende Zwiebelpflanze ist mittlerweile auch bei uns heimisch geworden und vermehrt sich prächtig. Sie wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Die Zwiebel des Dolden-Milchsterns enthält leichte Giftstoffe und sollte nicht verzehrt werden. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Siebenbürgen-Leberblümchen (Hepatica transsilvanica)

Die Ansprüche vom Karpaten- oder Siebenbürgen-Leberblümchen unterscheiden sich nicht wesentlich von denjenigen der heimischen Wildstaude (Hepatica nobilis). Seine Blüten, die es von Februar bis April öffnet, sind allerdings etwas größer. Der Standort sollte schattig bis halbschattig sein.

Das Leberblümchen ist eine Wald- und Gebirgspflanze. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Die Blütezeit der Knollenpflanze liegt von März bis April. Das Farbspektrum reicht von weiß über violett und lila. Im Schatten oder Halbschatten fühlt sich die Staude wohl.

Der Lerchensporn bildet mit der Zeit dichte Blütenteppiche. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Diese anspruchslose Wildstaude macht sich auch im Beet gut. Ihre rosa Blüten entfalten sich von April bis Mai. Sie bieten Insekten reichlich Nahrung. Im Durchschnitt wird die Frühlings-Platterbse 30 bis 40 Zentimeter hoch und gedeiht in Sonne und Halbschatten.

Die Frühlings-Platterbse ist eine Wildstaude. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Frühlings-Lichtblume (Bulbocodium vernum)

Die Zwiebelpflanze wird auch Lichtmessblume oder Lichtblume genannt und erinnert vage an einen Krokus. Sie kommt natürlicherweise in den Alpen, Pyrenäen und im Kaukasus vor. Ihre zartlila Blüten spenden im Februar und März Farbe. Leider wird die Pflanze gern von Schnecken gefressen. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort.

Die Frühlings-Lichtblume ist botanisch mit den Herbstzeitlosen verwandt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum)

Alpenveilchen gibt es nicht nur als Zimmerpflanze, sondern auch in der Draußenvariante: Neben dem Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum) kann man sich auch Sommer-Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) und Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) in den Garten setzen. Bereits im Januar können sich erste Blüten des Vorfrühlingsalpenveilchens zeigen. Es blüht bis in den März hinein, braucht unbedingt Schatten und mag keine Konkurrenz in der Nähe.

Im Vergleich zu ihren Zimmerverwandten sind Vorfrühlingsalpenveilchen sehr viel kleiner und zierlicher. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Gewöhnliches Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Die Wildform des Scharbockskrautes ist bei manchen Gärtnern verrufen, weil sie zum Wuchern neigt. Es gibt jedoch auch einige Zuchtsorten des Hahnenfußgewächses, die brav auf ihrem Platz im Bett bleiben. Sie blühen von Februar bis April und sind in diversen Blüten- und Blattfarben erhältlich.

Zuchtformen des Scharbockskrautes sind ganz zahm und wuchern nicht. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Zwergnarzisse (Narcissus pseudonarcissus)

Die meisten Zwergnarzissen werden zwischen 15 und 25 Zentimeter hoch. Es gibt viele verschiedene Sorten, die meist von März bis April blühen. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und gedeihen aufgrund ihrer Größe auch gut im Balkonkasten und Kübel.

'Rip van Winkle' heißt diese schöne Zwergnarzissen-Sorte. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Wildtulpen (verschiedene Tulipa-Arten)

Die verschiedenen Wildtulpen-Arten sind kleiner als die gezüchteten Sorten, aber auch hier gibt es ganz verschiedene Farben und Formen. Sie blühen von März bis Mai und benötigen einen sonnigen Standort.

Diese Wildtulpen-Art heißt Tulipa polychroma. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)

Kiebitzei wird dieser auffällige Frühblüher auch genannt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Frühblühern mag es die Schachbrettblume feucht bis sumpfig. Sie darf auf keinen Fall austrocknen und fühlt sich in Sonne und Halbschatten wohl. Dort blüht sie von April bis Mai. Aber Vorsicht: Die Gartenschönheit ist giftig.

Definitiv ein Hingucker: Die auffällig gemusterten Blüten der Schachbrettblume. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Passende Pflanzpartner wählen

Die hier vorgestellten Frühblüher eignen sich sehr gut als Unterpflanzung von Stauden und Gehölzen. Wenn die Stauden blühen, haben die Frühblüher oft schon ihr Laub abgeworfen.

Wenn Sie ein Beet mit Frühblühern anlegen, sollten Sie darauf achten, dass Blühzeitpunkt, Blütengröße und -farbe zusammen passen. Große Prachttulpen kombiniert mit zierlichen Frühjahrs-Alpenveilchen sehen meist nicht gut aus. Knallige Farben passen schlecht zu zarten Pastelltönen. Kombinieren Sie lieber Wildstauden miteinander oder legen Sie ein Beet mit großblumigen Frühjahrsblühern wie Tulpen, Hyazinthen oder Narzissen an.

Manche Frühblüher wie Narzissen, Schneeglanz oder Lerchensporn neigen dazu, sich auszubreiten. Dabei können sie andere, sich langsam vermehrende Frühblüher wie Schachbrettblume oder Zwergkaiserkrone verdrängen. Geben Sie solchen Pflanzen also konkurrenzfreien Raum, damit sie sich entfalten können.

So pflegen Sie Frühblüher

Die meisten der kleinblütigen Frühblüher begnügen sich mit normalem Gartenboden. Staunässe sollte allerdings unbedingt vermieden werden. Gedüngt werden müssen die Pflanzen in der Regel nicht.

Bei den Frühblühern ist weniger Pflege eher mehr, sagt Uwe Schachschal. So sollte man das Hacken um die Pflanzen unterlassen, denn oft sind zarte Jungpflänzchen schon im Boden, die man dadurch zerstören würde. Gegossen werden muss nur in sehr trockenen Frühjahren. Und das Laub sollte unbedingt dran bleiben bis es vergilbt ist und von allein abfällt, denn daraus zieht die Zwiebel Kraft für die nächste Blühsaison.

Gärtnermeister Uwe Schachschal im Egapark Erfurt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Quelle: Uwe Schachschal, Gärtnermeister im Egapark Erfurt

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. März 2022 | 08:30 Uhr