einjährige Sonnenblumen
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Der Sommer lässt grüßen Sonnenblumen pflanzen und pflegen

Sonnenblumen gedeihen nur in der Sonne und wenden ihre Blütenköpfe in die Richtung, aus der die Sonne hauptsächlich scheint. Auch deshalb heißen sie so. Das Wort Sonne fehlt auch in anderen Sprachen nicht im Blumennamen. (Sunflower, Tournesol, Girasol) Das gilt auch für die botanische Bezeichnung Helianthus. "Helios" heißt auf Griechisch Sonne. Der zweite Wortteil "anthos" bedeutet Blüte. Wissenswertes über Sonnenblumen lesen Sie hier.

einjährige Sonnenblumen
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Es gibt übrigens auch mehrjährige Sonnenblumen, also Stauden, die einige Jahre den Garten mit ihren gelben Blüten verzieren, allerdings im Aussehen nicht mit den stolzen, oft tellergroßen Blüten der gezüchteten Sorten mithalten können. Die bekannteste ist Helianthus tuberosus, die Knollen-Sonnenblume oder Topinambur mit ihren kleinen gelben Blüten an langen Stielen und den unterirdischen essbaren Knollen.

Aussaat

Die Aussaat von Sonnenblumen ist einfach. Keimfähig bleibt das Saatgut drei bis fünf Jahre. Es lohnt sich also, auch vergessene Samentüten dafür zu nehmen. Bis Juli kann ausgesät werden, dann blühen die letzten im Oktober.

Pflanzabstand  & Kornanzahl

Tithonie Mexikanische Sonnenblume
Eine mexikanische Sonnenblume Bildrechte: David Dienemann / MDR

Bei sehr großen Sorten  ist ein Abstand von 50 cm ideal. Allerdings sollte mit dem Saatgut nicht gegeizt werden. Es gibt genug Gefahren und Mitesser im Garten, die dafür sorgen, dass am Schluss nicht alle Sonnenblumen ihre Blüten in den Himmel recken werden.  Vögel picken die Saat-Körner aus, Mäusen schmecken diese auch gut, Schnecken vertilgen die jungen Pflänzchen, ist es zu trocken überleben die Keimlinge nicht. Deshalb lieber die doppelte bis dreifache Menge aussäen und nur das kräftigste Exemplar stehen zu lassen. Je dichter die Pflanzen stehen, umso mehr machen sie sich selbst Konkurrenz, sie bleiben kleiner, die Stiele sind dünner. Verzweigte Sorten nicht zu spät säen, sonst entwickelt sich nur eine Einzelblüte, bevor die Saison schon zu Ende ist.

Der richtige Boden

Gefüllte Sonnenblumen
Eine Sonnenblume mit gefüllten Blüten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Sonnenblumen sind Dunkelkeimer. Die Samen werden also ein bis zwei Zentimeter hoch mit Erde bedeckt. Nach dem Keimen mögen sie voll sonnige, warme Standorte mit nährstoffreichem, feuchtem Boden. Ein humusreicher sandiger Lehmboden ist ideal. Zu sandige Böden mit Kompost und Steinmehl verbessern, tonige Böden mit Sand durchlässiger machen und mit Kompost düngen. Eine gute Wasserversorgung ist ebenso wichtig. Im heißen regenlosen Sommer sollten Sonnenblumen täglich gegossen werden.

Der richtige Platz im Garten

Klassisch und immer wieder gut ist eine Reihe am Zaun oder als Beetbegrenzung.

Bitte beachten: Weil Sonnenblumen ihre Blüten zur Hauptsonnenrichtung im Garten öffnen, sollte der Standort gut bedacht sein. Vom Sitzplatz aus nur auf den Blütenrücken zu blicken, macht wenig Freude. Durch ihre tief reichenden Wurzeln sind Sonnenblumen übrigens gut dazu geeignet den Boden für andere Pflanzen vorzubereiten. Allerdings entziehen sie dem Boden viele Nährstoffe, so dass die Folgekultur gut gedüngt werden muss.

Sonnenblumen im Topf

Zwergwüchsige Sorten sind für den Topf und sogar für Balkonkästen geeignet. Gute vorgedüngte Blumenerde oder ein Erd-Kompost-Sandgemisch sind  für den Kübel ideal, genauso eine Handvoll Langzeitdünger. Bewährt hat sich eine dicke Lage ungewaschene Schafwolle am Kübelboden. Die Wolle funktioniert als Drainage und gleichzeitig Wasserspeicher, beim Verrotten gibt sie langsam wie ein Langzeitdünger ihre Nährstoffe ab. Tierhaare sind besonders stickstoffreich, das ist gut für die hungrigen Sonnenblumen. Weil Sonne durstig macht, benötigen Sonnenblumen im Kübel viel Wasser. Sie dürfen nicht austrocknen.  Bei der Aussaat aber nicht gleich angießen. Die in gut feuchte Erde gesetzten Samen erst  an einem schattigen Ort keimen lassen. Dann aber unbedingt in die Sonne setzen und gut wässern. Auch im Kübel lieber einige Körner mehr aussäen. Die Jungpflanzen lassen sich gegebenenfalls in andere Töpfe setzen oder verschenken

Sonnige Sortenvielfalt

Wer die typische Sonnenblume will, der muss sie also aussäen oder alternativ Jungpflanzen bzw. getopfte Ware kaufen. Das Saatgut ist allerdings die preiswerteste Variante und die Vielfalt an Sorten ist riesig. Die meisten Sorten werden etwa eineinhalb bis zwei Meter hoch und  haben einen Kranz aus gelben Blütenblättern.

Sonnenblumen der Sorte Meteor mit lila Feld
"Meteror" strebt in die Höhe. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Die Sorte "King Kong" kann sogar bis zu vier Meter hoch wachsen. Zwergformen werden um die 30 Zentimeter hoch, sie sind damit für den Kübel und Balkonkasten geeignet. Mittlere und große Sorten sind am besten für den Garten geeignet. Da Sonnenblumen schnell wachsen und am Stängel breite Blätter bilden, sind sie auch ideal als Sichtschutz. Typisch für sie ist ein gerader Stiel mit einer einzigen Blüte.

Wer gerne Schnittblumen für die Vase ernten möchte, sollte sich Saatgut für verzweigende Sorten kaufen. Bei mehrstieligen Sorten sollte man einige Blüten frühzeitig entfernen, damit sich die übrigen gut entwickeln können.

Es gibt Sorten mit zitronengelbem, goldorangem, rostrotem oder violettem Farbeinschlag, aber auch zweifarbige Sorten. Die Größe der Blüte differiert ebenfalls. Im Angebot sind  auch viele kleinblumige Sorten. Der Sortenname "Teddybär" wurde inzwischen zum Synonym für alle gefüllten Sorten, die es ebenfalls in verschiedenen Wuchshöhen gibt.  Allerdings bilden diese Sorten keine Samen.

Pollenlose Sorten 

Einige Sorten sind pollenlos. Da der Pollen sehr klebrig ist, haftet er an Kleidung und Tischdecken und lässt sich schwer wieder entfernen. Für die Schnittblumenkultur werden darum spezielle Sorten gezüchtet, die keinen Pollen produzieren. Diese Sorten wurden so selektiert, dass sie sehr viel weniger Pollen produzieren als andere. Diese Sonnenblumen produzieren aber reichlich Nektar, der Insekten als Energiequelle dient. Sie setzen auch Samen an, die ein fettreiches Wintervogelfutter sind. Bienen benötigen allerdings Pollen zum Füttern ihrer Brut. Viele Experten stehen deshalb pollenlosen Sonnenblumen kritisch gegenüber. 

Samenfest oder F1-Hybride

Wer die Sonnenblumenkerne als Saatgut verwenden will, sollte samenfeste Sorten kaufen. Kreuzungen, sogenannte F1-Hybriden  eignen sich für die Aussaat nicht, weil sich die Erbmerkmale bei den Kindern aufspalten, also sehr unterschiedliche Sonnenblumen daraus entstehen.

Steckbrief - Sonnenblume Helianthus annuus ( einjährige Sonnenblume )
Heimat: Nordamerika, mehr als 30 Arten sind bekannt
Familie: Korbblütler
Aussaat: April bis Juli
Saattiefe: ca. 1 cm
Keimtemperatur: 18- 22 °C
Keimdauer : 5- 10 Tagen
Kulturzeit bis zur Blüte: 10 - 14 Wochen
Blütezeit: sortenabhängig Juni-Oktober
Wichtige Nahrungspflanze für Bienen, Hummeln und andere Nützlinge

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2019, 08:41 Uhr