Gemüse im Garten Spargel selbst anbauen - Schritt für Schritt

Wer Spargel ernten möchte, braucht Geduld. Frühestens im zweiten Standjahr können die ersten Triebe geerntet werden. Richtig ergiebig wird die Ernte erst im dritten Standjahr. Wer das berücksichtigt, kann jetzt loslegen: Spargel braucht sonnige Standorte, er wächst am besten auf sandigem, aber auch auf lehmigem Boden.

Spargelstangen liegen in Papiertüten verpackt auf einem Tisch
Spargel aus dem eigenen Garten? Mit etwas Geduld und genügend Platz gelingt das Gemüse-Experiment. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Das Spargelbeet vorbereiten

Im Herbst wird das Spargelbeet vorbereitet. Der Boden sollte locker und unkrautfrei sein. Gut eignet sich deshalb ein Kartoffelbeet. Der Boden kann im Herbst mit Gründünger aufgewertet werden. Mist und Kompost untermischen!


Sortenauswahl

Welche Sorte Spargel bevorzugen Sie: Grünspargel ('Xenolin' oder 'Primaverde'), Bleichspargel ('Huchels Leistungsauslese' oder ' Cumuls') oder Violetten Spargel ('Burgundine')? Bezugsquellen finden Sie im Internet. Geliefert werden in der Regel zehn Pflanzen, die den Bedarf einer fünf- bis siebenköpfigen Familie abdecken.

In einer Hand liegt eine Spargelpflanze mit langen Wurzeln
So werden Spargelpflanzen geliefert. Bildrechte: Heike Mohr

Pflanzzeit für Spargel

Ab April bis Ende Mai, je nach Witterung auch bis Anfang Juni.


Spargel pflanzen

Einen 30 bis 40 Zentimeter tiefen Graben ausheben. Den Aushub neben dem Graben ablegen. Eine etwa zehn Zentimeter hohe Lage Kompost in den Graben füllen - verwenden können Sie auch abgelagerten Mist, Humus oder anderes, gut verrottetes organisches Material. Diese Schicht mit einer rund fünf Zentimeter dicken Schicht Erde bedecken. Erst darauf die Spargelpflanzen mit ausgebreiteten Wurzeltrieben legen. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 25 Zentimeter betragen. Der Reihenabstand beträgt 1,20 Meter. Danach eine dünne Schicht Erde einfüllen, so dass die Knospen oder ersten Austriebe bedeckt sind.

Im April ist es meist feucht genug, bei späteren Pflanzterminen sollten die Pflanzen angegossen werden. Der Graben bleibt halb offen. Erst wenn die Spargelspitzen austreiben und wachsen, wird der Graben nach und nach verfüllt. Es wird im Pflanzjahr noch kein Spargel gestochen. Im Juni und August kann gedüngt werden.

Eine Frau steht an einem Beet und hat einen Graben ausgehoben
Die Pflanzen werden in die Gräben gesetzt. Bildrechte: Heike Mohr

Rückschnitt

Im November ist das Kraut gelb geworden.  Es wird bodennah abgeschnitten. Die fleischigen Wurzeln haben jetzt genügend Nährstoffe für die nächste Saison gespeichert.


1. Standjahr: Pflege für das Spargelbeet

Geduldige Gärtner lassen ihre Spargelpflanzen noch mindestens ein Jahr in Ruhe. Ungeduldige können im März einen Erddamm über der Spargelreihe aufbauen. Er sollte etwa 20 Zentimeter hoch sein, damit die Spargelstangen lang werden können und trotzdem gebleicht werden. Eine schwarze Folie über dem Damm speichert Wärme und sorgt dafür, dass die Spitzen, die den Damm durchbrechen, weiß bleiben und sich nicht violett oder grün färben. Für Grünspargel reicht eine Dammhöhe von zehn Zentimetern. Dieser Damm sorgt nur für mehr Standfestigkeit der Triebspitzen. Ansonsten gibt es krummen grünen Spargel.

Achtung: Ungeduldige dürfen nur eine Stange pro Pflanze im Zeitrahmen von acht bis zehn Tagen ernten, mehr entfernte Triebe würde die Pflanze nicht verkraften. Das Grün wachsen lassen, wieder düngen und im Herbst das Kraut abschneiden. Die Pflanzung mit Mulch (Grasschnitt, Laub) oder Mist abdecken. Regen und Wind ebnen die Dämme in Laufe des Jahres wieder ein. Sie müssen jedes Jahr neu angelegt werden.

Spargel wird gestochen
Nach einem Jahr können Ungeduldige die ersten Triebe ernten. Bildrechte: Heike Mohr

2. Standjahr: Noch etwas Geduld...

Geduldige Gärtner geben den Pflanzen noch ein weiteres Jahr Zeit zum Wachsen. Für Ungeduldige gilt: Maximal fünf Wochen darf Spargel gestochen werden.


Ab dem 3. Standjahr: Ausgiebig ernten

Jetzt darf endlich ausgiebig geerntet werden und zwar bis zum 24. Juni, dem traditionellen Erntestopp für Spargel. Zehn bis 15 Jahre lang kann nun jedes Jahr frischer Spargel gestochen werden. Düngen nicht vergessen! Die Alterung einer Spargelanlage erkennt man an immer weniger und dünner werdenden Austrieben. Eine überalterte Anlage wird entfernt durch fortlaufendes Stechen der Triebe, sie darf kein Grün mehr austreiben und stirbt dadurch ab. 

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Radiogarten | 11. April 2020 | 09:00 Uhr