Mehrere Äpfel an einem Ast eines Apfelbaums.
Äpfel gehören zu den Klassikern im Obstgarten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Obst im Garten Apfel - ein Klassiker unter den Obstbäumen

botanischer Name: Malus domestica

Äpfel gehören zu den Klassikern im Obstgarten. Für Apfelbäume ist der Herbst die ideale Pflanzzeit. Zwischen August und Oktober können die Äpfel je nach Sorte geerntet und anschließend zu Kuchen oder Apfelmus verarbeitet werden.

Mehrere Äpfel an einem Ast eines Apfelbaums.
Äpfel gehören zu den Klassikern im Obstgarten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auf einen Blick
Heimat Zentralasien
Pflanzenfamilie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchs vielfältig, mit Pyramiden-, Hohl- oder Spidelkrone, schmale Säulenäpfel, als Spalier; ovales grünes Laub
Blüte ja; weiß bis rot
Früchte ja, gelbgrüne bis rote Äpfel
Standort sortenabhängig; i.d.R. bevorzugen Äpfel einen sonnigen, geschützten Standort
Boden sortenabhängig
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten werden nach Reifezeit und Lagerfähigkeit in Sommer-, Herbst- und Winteräpfel unterschieden

Äpfel pflanzen

Im Herbst ist die beste Pflanzzeit für Apfelbäume. Wichtig ist, dass Sie sich zuvor erkundigen, ob sich die Sorten selbst befruchten können - oder, ob Sie einen zweiten Baum pflanzen sollten, damit er Früchte trägt. Überlegen Sie sich bei der Sortenauswahl außerdem, wann Ihre Äpfel reif sein sollten, ob Sie die Sorten lagern oder aber gleich im Herbst vom Baum essen möchten. Wichtig ist auch der Pflanzplatz. Bei Sorten wie 'Rebella' oder 'Rewena' kommen Sie mit etwas weniger Platz aus, während die Sorte 'Rubinola' mehr Platz benötigt. Bei Äpfeln sollte ein Pflanzabstand von drei bis fünf Metern eingehalten werden.

Rückschnitt und Düngung

Apfelbäume werden im Frühjahr zurückgeschnitten, bevor sie aus dem Winterschlaf erwachen und neu austreiben. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr regt den Baumwuchs an. Der Baum trägt dann zwar weniger, dafür aber größere Äpfel. Älteren Bäumen kann ein zusätzlicher Sommerschnitt helfen. Allerdings sollten Sie Apfelbäume im Sommer nur zurückhaltend schneiden.

Um der Mangelerscheinung 'Stippe' vorzubeugen ist Blattdüngung hilfreich. Diese sollte von Juni bis August erfolgen. Obstbau-Expertin Monika Möhler empfiehlt fünf Gaben: eine Gabe Ende Juni, zwei Gaben im Juli und zwei im August. Blattdünger ist übrigens kein Pflanzenschutz-, sondern ein Stärkungsmittel. Es ist also für den Verzehr unbedenklich.

Ein großer Baum mit grünen Blättern steht auf einer Plantage mit vielen anderen Bäumen.
Ein Apfelbaum steht auf einer Streuobstwiese. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Äpfel ernten, lagern und verarbeiten

Reife Äpfel erkennen Sie daran, dass sich der Stiel leicht vom Ast lösen lässt. Außerdem haben die Früchte bei Erntereife eine sortentypische Deckfarbe erreicht. Beachten Sie, dass es einen Unterschied zwischen Pflück- und Genussreife gibt. Viele Äpfel müssen nach der Ernte noch nachreifen, sie sind also noch nicht genussreif. So werden beispielsweise 'Danziger Kantapfel' und 'Topas' erst einige Wochen nach der Ernte gegessen.

Bei der Lagerung gilt: Je früher Äpfel reif sind, desto schlechter können sie gelagert werden. Nur Winteräpfel sind echte Lageräpfel. Winteräpfel wie 'Roter Boskoop' oder 'Topas' gelten als gute Lagersorten. Wenn sie gelagert werden sollen, müssen sie aber knapp reif geerntet werden, sonst schrumpeln sie sofort. Die Äpfel sollten einzeln gelegt werden. Kontrollieren Sie sie regelmäßig auf Schadstellen und sortieren Sie faule Äpfel aus. Äpfel sollten nicht unter null Grad gelagert werden. Fünf Grad sind optimal. Als Lagerraum eignen sich daher Gartenlauben oder Keller, dunkel muss es nicht unbedingt sein.

Äpfel können roh gegessen, aber auch verarbeitet werden. Als Marmelade, Mus oder Saft schmecken Äpfel lange gut. Besonders beliebt sind im Herbst auch Apfelkuchen.

Braune Flecken können Stippe sein

Äpfel können im Winterlager braune Flecken – die sogenannte Stippe – entwickeln. Ursache von Stippe ist ein Ungleichgewicht an Nährstoffen in der Frucht. Der Apfel nimmt leichter Kalium auf. Calcium und Magnesium gelangen schwerer in den Apfel. Vor allem in der Wachstumsphase der Früchte, also kurz nach der Blüte, ist es wichtig, dass auch Calcium und Magnesium in der Frucht ankommen und auch dort gespeichert werden. Damit das gelingt, braucht der Baum Hilfe und zwar in der Zeit, wenn die Früchte haselnuss- bis wallnussgroß sind.

Damit die Früchte die Nährstoffe aus dem Boden überhaupt aufnehmen können, braucht der Baum Wasser. Ein Calciumräuber sind allerdings die Blätter. Wenn sie nicht ausreichend mit Calcium versorgt sind, ziehen sie es aus den Früchten wieder ab. Deswegen muss ihr Hunger beispielsweise durch die Gabe eines Blattdüngers (siehe Rückschnitt und Düngung) gestillt werden. Erst dann kann der Baum die Nährstoffe aus dem Boden in die Früchte leiten und sie dort auch speichern. Die Anfälligkeit für Stippigkeit ist sortenabhängig. 'Cox Orange' und 'Boskop' sind Äpfel, die schnell befallen werden.

Der größte Quatsch den man machen kann, ist den Boden zu kalken, wenn der pH-Wert hoch ist. In Mitteldeutschland ist das so. Dann ist nämlich genügend Calcium im Boden, der Baum kann es nur nicht aufnehmen. Hier hilft nur Gießen.

Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt

Apfelwickler - die Made im Apfel

Wer etwas gegen Maden im Apfel tun will, sollte ab Mai den Flug des Apfelwicklers kontrollieren. Die erste Generation des Kleinschmetterlings schlüpft ab Ende Mai bis Ende Juni. Ein bis zwei Wochen nach dem Flugbeginn legen die Falter an Blättern und Früchten ihre Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven (Obstmaden) bohren sich in die Früchte. Nach drei bis fünf Wochen verlassen sie die Äpfel und verpuppen sich. Aus den Puppen schlüpfen ab Ende Juli bis Anfang September neue Falter. Deren Larven schädigen die reifen Früchte. Die Äpfel weisen Bohrlöcher mit gut sichtbaren braunen Kotkrümeln auf.

Wenn sich der Apfelwickler zeigt, wird es Zeit, zum Beispiel Leimringe oder andere Fanggürtel anzubringen. Die Duftstoffe locken männliche Falter an, die auf dem Leimboden kleben bleiben. Dadurch wird die Begattung der Weibchen wird verhindert. Es entstehen keine Nachkommen (Larven, Maden). Den Befall können auch Wellpappe-Fanggürtel vermindern. Dabei verpuppen sich die Larven der ersten Generation in den Röhren des Wellpapperinges. Den Fanggürtel müssen Sie aber regelmäßig kontrollieren und bis Mitte Juli entfernen, damit keine neuen Falter schlüpfen können. Einen Zuflug von Nachbarbäumen können Sie allerdings nicht verhindern.

Äpfel in Säulenform

Ein Apfelbaum als „Säule“ ist für Hobbygärtner mit wenig Platz interessant. Sie können sogar im Kübel auf dem Balkon kultiviert werden. Hubert Siegler erforscht „Säulen-Äpfel“ seit vielen Jahren:

In den 60er Jahren wurde das entdeckt. Das war eine natürliche Mutation. Und die wurde dann weiter gezüchtet.

Hubert Siegler von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Veitshöchheim

Inzwischen gibt es aus dieser Urform ganz viele Sorten. Ihre Vorteile: Man kann sehr eng pflanzen, die Bäume wachsen langsam und man muss nur wenig schneiden. Trotzdem sind der Sortenvielfalt Grenzen gesetzt. Alte und ausgefallende Sorten sind nicht als Säule zu bekommen.

Hubert Sieglers Sortenempfehlungen "Säulen-Äpfel": Rondo:
Bringt vom ersten Jahr an gute Erträge, die Äpfel sind von guter Qualität und können lange gelagert werden. Pflückreif wird er Mitte bis Ende September und kann etwa bis Februar gelagert werden. Außerdem gilt er als tolerant gegen Schorf, auch Mehltau kann ihm wenig anhaben.

Rhapsodie:
Ein schwach wachsender, schorftoleranter Apfel aus Tschechien, der sich gut für den Anbau im Kübel eignet. Pflück- und Genussreife setzen etwa Mitte September ein. Das Fruchtfleisch wird als sehr saftig beschrieben.

Arbat
Die russische Züchtung wächst sehr kompakt und passt daher auch auf Balkon und Terrasse. Geerntet werden kann Ende September. Er gilt als widerstandsfähig gegen Schorf, Mehltau und Rost.

Säulenäpfel wachsen an einem Spalier 3 min
Bildrechte: MDR Garten

Selbst wer keinen Garten sein Eigen nennt, kann Äpfel kultivieren. Dafür empfiehlt sich der Anbau als Säulenobst.

MDR FERNSEHEN So 16.06.2019 08:30Uhr 03:13 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflanzen/video-aepfel-als-saeulenobst100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2018, 08:30 Uhr