Herbstgarten Dahlie: Die Herbstschönheit pflanzen, pflegen und überwintern

botanisch: Dahlia; auch Georginen genannt

Wer einen Farbrausch im Herbstgarten erleben möchte, pflanzt am besten Dahlien. Ihre Blüten gibt es in zahlreichen Farben und Formen, insgesamt in 15 Dahlienklassen. Dazu gehören unter anderem die Riesen- und die Halskrausendahlie, aber auch die Seerosen-, die Ball- und die Kaktusdahlie. Als Neuheit ist beispielsweise die Stellardahlie dabei.

Gefüllte Blüte einer Dahlie
Dahlien verschönern den Herbstgarten mit ihrer einzigartigen Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die Dahlie auf einen Blick
Heimat Mexiko
Pflanzenfamilie Korbblütler
Wuchs Die Stängel der Dahlien werden 30 bis 180 Zentimeter hoch. Daran wachsen gesägte Blätter. Den krönenden Abschluss bilden die prallen Blüten.
Blüte Die Optik der Blüte variiert in Größe und Form je nach Sorte stark. Sie gibt es in sämtlichen Farben, auch mehrfarbige Sorten wurden gezüchtet. Nur in reinem Blau blüht die Dahlie nicht.
Früchte nein
Standort sonnig, windgeschützt
Boden durchlässiger, humoser Boden
Winterhart nein
Mehrjährig ja, bei frostfreier Überwinterung
Lebensdauer ggf. mehrere Jahrzehnte
Besonderheiten Offenblühende Dahlien bieten reichlich Pollen für verschiedene Insekten an. Eine offene Mitte ("Scheibe") weisen nicht nur die einfachblühenden Dahlien auf (nur ein Ring farbiger Blütenblätter), sondern auch Sorten aus den Dahlienklassen Halskrausen-, Stern- und Päoniendahlie.

Dahlien im Garten pflanzen

Dahlienknollen können von Mitte April bis Mai ins Freiland oder in ein Pflanzgefäß gesetzt werden. In Gegenden, wo es zu späten Frösten kommen kann, sollte damit bis nach den Eisheiligen gewartet werden. Wer nicht warten möchte, kann alternativ auch die Triebspitzen abdecken und sie so vor Frost schützen. Pflanzen Sie die Knollen etwa zehn Zentimeter tief in gelockerte Erde. Bei älteren Knollen sollte beim Setzen darauf geachtet werden, dass die Stängelreste aus dem Vorjahr noch aus der Erde schauen. Vergessen Sie aber das Angießen nicht!

Pompon-Dahlie der Sorte Bantling
Pompon-Dahlie 'Bantling': Die Herbstblumen werden in aktuell 15 Klassen eingeteilt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Junge Knollen sollten sich beim Kauf fest anfühlen. Mit dem Alter werden die Knollen weicher. Überwinterte Knollen sind in der Regel größer als junge Knollen und bilden mehr Blüten aus. Teilweise trocknen Knollen beim Überwintern ein, das macht aber nichts. Sie können trotzdem in die Erde gesetzt werden. Ganz wichtig für alle Knollen ist ein Standort, an dem sich das Wasser nicht stauen kann.

Achten Sie beim Kombinieren mit Begleitpflanzen auf farbliche Kontraste: Mit weiß-blühenden Pflanzen zum Beispiel kann man nichts falsch machen. Sterngladiolen und Sommerhyazinthen sind dabei besonders empfehlenswert. Aber auch blaublühende Pflanzen sind gute Partner, da es keine Dahlie mit blauer Blüte gibt. Das sind beispielsweise die Vanilleblume oder der Salbei (z.B. Salvia 'Amistad' oder Salvia 'Farinacea Victoria'), die außerdem Bienen und andere Insekten anlocken.

Niedrig wachsende Pflanzen wie der Duftsteinrich eignen sich besonders gut in Kombination mit Beetdahlien, die auch nicht so hoch im Wuchs werden. Weiß blühender Tabak lockert die ganze Bepflanzung auf. Eine Kombination mit Gräsern ist auch denkbar.

Vermehrung

Dahlien können durch Knollteilung vermehrt werden. Zunächst sollte die Knolle dafür als Ganzes überwintert werden. Erst im Frühjahr darf sie mit einem scharfen, sauberen Messer geteilt werden. Statt einem Messer kann dafür auch ein Spaten verwendet werden. Wichtig ist bei der Teilung, dass ein Auge und ein Stück vom alten Trieb vorhanden bleiben. Einzelne Knollen ohne Auge treiben nicht aus. Werden ihre Knollen regelmäßig geteilt, können Dahlien mehrere Jahrzehnte alt werden. Die Teilung ist eine wahre Verjüngungskur.

Alternativ können Dahlien auch durch Stecklinge von vorgetriebenen Pflanzen vermehrt werden.

Gartentipp für das Frühjahr Dahlien vortreiben und durch Stecklinge vermehren

Dahlien werden meist durch Teilen der Knollen vermehrt, bevor diese im Frühjahr in die Erde kommen. Doch es geht auch anders: Wer seine Dahlien im Winter vortreibt, kann daraus zahlreiche Stecklinge gewinnen.

Hellgrüne Triebe sprießen aus den Knollen einer Dahlie
Diese Dahlienknollen wurden vor etwa drei Wochen in eine flache Kiste gepflanzt, so dass der Wurzelhals herausschaut. Danach wurden sie warm gehalten und gegossen, damit sie austreiben. Zu Hause können Dahlien auf der Fensterbank bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad vorgetrieben werden. Unter dem Pflanzgefäß sollte eine Styroporplatte als Dämmung liegen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Hellgrüne Triebe sprießen aus den Knollen einer Dahlie
Diese Dahlienknollen wurden vor etwa drei Wochen in eine flache Kiste gepflanzt, so dass der Wurzelhals herausschaut. Danach wurden sie warm gehalten und gegossen, damit sie austreiben. Zu Hause können Dahlien auf der Fensterbank bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad vorgetrieben werden. Unter dem Pflanzgefäß sollte eine Styroporplatte als Dämmung liegen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Zwei Hände halten den Steckling einer Dahlie, der im oberen Bereich hellgrün und im unteren Teil dunkelrosa gefärbt ist, aber noch keine Wurzeln gebildet hat
Durch behutsames Abzupfen gewinnt Gärtnerin Melanie Trinks Stecklinge, auch Risslinge genannt. Wichtig ist dabei, die jungen Triebe weit unten anzufassen und dann abzuziehen. Wurzeln haben sich bei diesem Dahliensteckling noch nicht gebildet. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Zwei Hände halten den grünen Steckling einer Dahlie mit dem unteren, rosa gefärbten Teil nach vorne
Die Stecklinge sollten mindestens drei Zentimeter groß sein, damit sie sicher anwachsen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Eine Hand drückt mit dem Mittelfinger die Erde in einem etwa zehn Zentimeter hohen Pflanzgefäß aus Kunststoff fest, in das der grüne Steckling einer Dahlie gepflanzt wurde
Zum Einpflanzen wird lockere, nährstoffarme Anzuchterde verwendet. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die egapark-Mitarbeiterin Melanie Trinks - eine junge Frau mit langem, dunklem Haar und Brille -  steht mit einer blauen Jacke bekleidet in einem Gewächshaus aus Glas mit zahllosen blühenden Stiefmütterchen im Hintergrund und hält den grünen Steckling einer Dahlie über ein Pflanzgefäß aus Kunststoff, das ihr die MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig entgegenstreckt - eine blonde Frau mit kurzem Haar, grauer Jacke und dunkelrot-grau gemustertem Schal
Am besten wurzeln die Stecklinge an einem warmen Ort bei etwa 20 Grad an. Nach dem vorsichtigen Angießen brauchen sie regelmäßig Wasser. Etwa zwei bis drei Wochen später haben sich Wurzeln gebildet, die Pflanzen können in Blumenerde umgetopft werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Zwei Hände drücken die Erde in einem von zwei nebeneinander stehenden, knapp zehn Zentimeter hohen Pflanztöpfen aus Kunststoff fest,  in denen je ein grüner Steckling einer Dahlie gepflanzt wurde
Die Stecklinge können mit durchsichtiger Folie abgedeckt werden, um sie vor Zugluft zu schützen. Es ist aber nicht unbedingt nötig. Anfang Mai können sie langsam abgehärtet werden und nach den Eisheiligen ins Freie umziehen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Alle (6) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. September 2019 | 08:30 Uhr

Dahlien pflegen und düngen

Generell sollte bei Dahlien darauf geachtet werden, dass vor allem hohe Sorten mit Stäben unauffällig gestützt werden. So knicken sie bei Windstößen nicht um.

Bindetechnik Dahlie
Das Bild links zeigt eine zu locker gebundene Dahlie. Seien Sie mutig und ziehen Sie den Strick, wie im rechten Bild gezeigt wird, lieber etwas straffer. Bildrechte: Collage: MDR/Teresa Herlitzius

Wichtig ist, dass sie nicht zu fest, aber auch nicht zu locker angebunden werden. Ein bisschen dürfen und sollten die Dahlien nach dem Anbinden noch wackeln können. Wenn noch zwei Finger zwischen Dahlie und Strick passen, ist es ideal. Werden Dahlien zu eng angebunden, stehen sie zu dicht und es bildet sich leicht Schimmel. Stehen sie zu locker, fehlt der Halt. Binden Sie die Dahlie wie eine liegende Acht mit dickem Dahlien-Bauch am Stab fest (siehe Abbildung).

Bindetechnik Dahlie
Binden Sie den Strick wie eine liegende Acht um Dahlie und Stab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Regelmäßiges Gießen ist ebenfalls sehr wichtig, da Dahlien viel Wasser brauchen. Staunässe kann allerdings zu Fäulnis führen und ist daher schädlich.

Gute und passende Düngung bietet Dahlien eine gute Nährstoffgrundlage. Es empfiehlt sich, zweimal jährlich zu düngen - einmal etwa drei Wochen nach der Pflanzung, ein weiteres Mal dann im Juli. Später sollte nicht mehr gedüngt werden. Verwenden Sie lieber kali- als stickstoffreichen Dünger. Dahlien wachsen vor allem im September und Oktober. Daher ist es in dieser Zeit besonders wichtig, die Pflanzen auszuputzen. Verwelkte Blüten werden an der ersten Verzweigung abgeschnitten, denn nur so kann die Blume länger blühen. Besondere Aufmerksamkeit sollte den untersten Blättern am Stängel geschenkt werden. Diese werden leicht braun und welk. Sie sollten entfernt, das heißt direkt am Stängel ausgebrochen werden.

Dahlienknollen überwintern

Die Knollen der Dahlie sollten im Herbst in einem frostfreien Keller eingelagert werden, um gut über den Winter zu kommen. Das sollte etwa zwei Wochen nach dem ersten anhaltenden Dauerfrost geschehen. In der Regel ist das etwa Ende Oktober, manchmal auch erst Anfang November. Sind die Blätter durch den Frost dann aber schon braun geworden, müssen die Pflanzen aus der Erde genommen werden.

Dafür werden die Stängel der Dahlie etwa drei bis vier Zentimeter über dem Erdboden abgeschnitten. Dann wird die Knolle aus der Erde gehoben. Die lockere Erde kann vorsichtig abgeschüttelt werden. Feste Erdstücke sollten an der Knolle bleiben, sie bieten Schutz vorm Austrocknen. Fallen beim Herausnehmen Randknollen ab, können diese nicht mehr verwendet werden. Die Knollen benötigen ein Stück vom Stamm beziehungsweise Herz, damit die Dahlie im nächsten Jahr wieder austreibt. Lassen Sie die Knollen einige Tage zum Austrocknen liegen, bevor Sie sie im Keller verstauen.

So schützen Sie Dahlien vor dem ersten Frost Vor dem ersten Frost können Dahlien mit einer Antifrost-Beregnung oder Vlies geschützt werden. Das Vlies wird einfach auf die Dahlien gelegt. Bei der Beregnung werden die Pflanzen in kalten Morgenstunden mit einer feinen Wasserschicht besprüht, die an Nebel erinnert. So verteilen sich feine Tröpfchen über die empfindlichen Pflanzenteile. Wenn sie dort gefrieren, wird auf den Blumen Kristallisationswärme freigesetzt, so dass in der Regel Blätter und Blüten vor Frostschäden bewahrt werden. Sollten die Blüten doch erfrieren, können die Knollen, die geschützt in der Erde liegen, trotzdem nach etwa einer Woche ausgegraben und wie gewohnt überwintert werden. Mit diesen Maßnahmen kann der erste Frost überbrückt werden.


Der Keller sollte frostfrei und nicht zu trocken oder zu nass sein und etwa sechs bis zehn Grad Celsius warm. Falls es sich um einen eher trockenen Lagerraum handelt, können die Knollen in mit Torf oder Sand gefüllte Kisten gelegt und so vor dem Austrocknen bewahrt werden. Eine andere Möglichkeit ist, je fünf Knollen in eine perforierte Plastiktüte zu legen. Die Löcher verhindern, dass es zu Fäulnis kommt. Bei zu großer Wärme im Keller droht überdies ein früher Austrieb. Sollte es zu einem frühen Austrieb kommen, können Sie diesen ruhig zurückschneiden. Andernfalls verbrennt die Dahlie zu schnell. Außerdem empfiehlt es sich, die Knollen mit Etiketten zu versehen, auf denen die Farben und Sorten stehen.

Verwendung von Dahlien

Dahlien können als Schnittblume verwendet werden. So sind sie allerdings nur wenige Tage haltbar. Werden Dahlien am Morgen geschnitten und in warmes Wasser gestellt, bleiben sie etwas länger frisch.

Übrigens: Dahlien sind essbar. Es gibt sogenannte Deli-Dahlien - delikate Dahlien, die sich besonders gut zum Kochen und Verzehren eignen. Zum Essen eignen sich vor allem die äußeren Knollenteile. Sie werden ähnlich wie Kartoffeln zubereitet. Da einige Knollen faserig sind, sollte der Schäler großzügig angesetzt werden. Die komplette Knolle wird etwa 20 Minuten gekocht. Aber auch die Blätter sind essbar und können gut für Salate verwendet werden. Sie schmecken sehr unterschiedlich. Manche erinnern geschmacklich an Spinat, andere an Rucola. Die Blätter der 'Saitenspiel' schmecken beispielsweise eher süßlich.

Schädlinge und Krankheiten

Den Dahlienvirus erkennt man daran, dass die Pflanze in Wuchs und Wachstum gehemmt ist. Ihre Blätter sind deformiert und weisen mosaikartige, grüne Flecken auf. Insgesamt sind Form und Farbe verändert. Außerdem entstehen viele Seitentriebe, die die Pflanze buschig aussehen lassen.

Dekorative Dahlie der Sorte Santa Claus
Dahlien wie die 'Santa Claus' zeigen sich vor allem dann robust und blühen schön, wenn Sie mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Krankheit wird von Blattläusen übertragen. Ihr Befall äußert sich durch verkrüppelte Knospen, Blüten und Blätter. Es zeigen sich gelbe, später braune Einstichlöcher, weil die Blattläuse an den Dahlien saugen. Allerdings wird der Dahlienvirus auch über das Pflanzensekret weitergegeben. So kann das Virus beispielsweise über Pflanzensaftreste an eine Schere von einer erkrankten auf eine gesunde Pflanze übertragen werden.

Um Dahlien vor Blattläusen zu schützen, ist es wichtig, sie gut zu wässern. Es hilft außerdem, Nützlinge wie die Florfliege und ihre Larven zu fördern - zum Beispiel mit einem Insektenhotel. Gelbtafeln, an denen die Blattläuse haften bleiben, können außerdem helfen.

Ein weiterer Feind der Dahlie ist die Nacktschnecke. Sie hat es auf die frischen Austriebe von Dahlien abgesehen, so dass eine Vorkultur in Töpfen nötig sein kann.

Gesprächspartner: Ziergärtnerin Julia Tobis vom egapark in Erfurt

Für alle, die von Dahlien nicht genug bekommen

Jens-Uwe Lehmann in seinem Dahlienparadies 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jens-Uwe Lehmann ist ein großer Dahlienfan. In Brandenburg am Stechlinsee hat er sich in seinem privaten Garten ein Dahlienparadies mit ausgefallenen Sorten erschaffen. Auch an die Insekten hat er dabei gedacht.

MDR FERNSEHEN So 06.10.2019 08:30Uhr 03:05 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/geniessen/traumgarten/dahlien-zuechter-portraet-dahlie-einfachbluehend-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Eine Frau und ein Mann auf einem Feld voll blühender Dahlien. Beide halten gepflückte Dahlien in der Hand. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 30. August 2020 | 08:30 Uhr