Gelb und dunkelviolett blühendes Hornveilchen der Sorte Cool Wave
Die 'Cool Wave'-Hornveilchen eignen sich dank ihren hängenden Wuchses gut für Ampeln und Balkonkästen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Blütenfülle im Frühling Hornveilchen und Stiefmütterchen pflanzen, pflegen und vermehren

Viola cornuta, Viola wittrockiana-Hybriden

Stiefmütterchen und Hornveilchen sind beliebte Blumen für Pflanzschalen, Töpfe und Beete. Die pflegeleichten Gewächse machen uns im Frühling lange Freude, manche Sorten blühen sogar bis in den Herbst hinein.

Gelb und dunkelviolett blühendes Hornveilchen der Sorte Cool Wave
Die 'Cool Wave'-Hornveilchen eignen sich dank ihren hängenden Wuchses gut für Ampeln und Balkonkästen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auf einen Blick
Herkunft Kulturform aus der Auslese und Kreuzung verschiedener Veilchen-Arten
Pflanzenfamilie Veilchengewächse (Violaceae)
Wuchs kompakt, buschig; bis 20 Zentimeter hoch und 40 Zentimeter breit
Blüte fast alle Farben, auch mehrfarbig mit Zeichnung
Blütezeit März bis Mai
Standort Sonnig bis halbschattig
Boden nährstoffreicher, humoser und mäßig feuchter, aber durchlässiger Boden; Blumen müssen regelmäßig mit Dünger versorgt werden
Winterhart ja; vor Kahlfrösten mit Vlies oder Reisig schützen
Mehrjährig je nach Art und Sorte ein-, zwei- oder mehrjährig
Besonderheiten Gruppenpflanze für Rabatten, Pflanzschalen, Balkonkästen, Töpfe und Grabschmuck; Blüten sind essbar und können Salate oder Suppen zieren

Stiefmütterchen und Hornveilchen sehen sich sehr ähnlich und werden daher oft verwechselt. Aber es gibt einige Unterschiede: Hornveilchen sind als Kleinstauden meist frosthart und können mehrere Jahre lang im Garten wachsen. Ihre Blüten sind zwar kleiner als die der Stiefmütterchen, die üppige Blütenfülle der Hornveilchen macht sie jedoch zu beliebten Frühlingsboten.

Stiefmütterchen blühen meist ein- oder zweijährig, sie müssen immer wieder neu gesetzt werden. Die bei uns erhältlichen Blumen sind als Kulturformen aus zahlreichen Kreuzungen mehrerer Arten und Auslesen entstanden. Zu ihrem Namen kamen sie übrigens durch ihre Blütenblätter. Das große untere Blatt ist die Stiefmutter, direkt hinter ihr stehen die beiden Töchter und etwas verkümmert im Hintergrund liegen die Stieftöchter.

Eine hellrosa blühende Bergenie und ein Stiefmütterchen mit großer, dunkelvioletter Blüte in einem Pflanztopf mit Moos
Stiefmütterchen haben größere Blüten als ihre Verwandten, die Hornveilchen. In Pflanzgefäßen sind zum Beispiel Bergenien passende Partner. Diese winterharten Stauden können später in den Garten umziehen, wenn Stiefmütterchen und andere Einjährige verblüht sind. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Hornveilchen und Stiefmütterchen aussäen und pflanzen

Im Freien können Garten-Stiefmütterchen ab Juni gesät werden, mit etwas Glück blühen sie noch im Herbst nach der Aussaat. Die zweijährigen Blumen zeigen ihre üppigen Blüten überdies im kommenden Frühjahr. Vorgezogene Stiefmütterchen werden im September gepflanzt. Wer im Frühling blühende Pflanzen kauft, kann diese natürlich sofort verwenden.

Hornveilchen werden im Februar unter Glas ausgesät und vorgezogen, damit sie im Frühjahr ihre Blütenfülle zeigen. Für die Herbstblüte kann ab Juni gesät werden.

Es gibt inzwischen zahlreiche Hornveilchen- und Stiefmütterchen-Züchtungen: Viele blühen sehr lange, manche halten bis in den Herbst hinein durch. Sie sind pflegeleicht, auch kühle Nächte machen den Pflanzen meist nichts aus. Besonders reizvoll sind die unterschiedlichen Farbnuancen, die sich in ihren Blütenblättern mischen.

Hornveilchen und Stiefmütterchen pflegen

Hornveilchen und Stiefmütterchen brauchen einen guten Boden. Wer sich unsicher ist, welche Qualität das Substrat hat, sollte die Pflanzen sicherheitshalber in Blumenerde aus dem Gartenmarkt setzen. Auf dem Beet kann die Erde einfach zugemischt werden. Außerdem brauchen Hornveilchen und Stiefmütterchen viel Licht. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Hornveilchen und auch Stiefmütterchen werden nach Bedarf gegossen. Stehen sie einmal zu trocken, erholen sich die Pflanzen danach meist schnell wieder. Wer seinen Blumen zusätzlich Kraft geben möchte, kann sie alle 14 Tage düngen. Verblühtes sollte regelmäßig abgeknipst werden, damit sich immer neue Blüten öffnen. Bei Stiefmütterchen besteht zudem die Gefahr, dass sich an welken Blüten bei Regentagen Schimmel ausbreitet. Hornveilchen werden nach der Blüte zurückgeschnitten, damit sie ihre kompakte Form behalten.

Hornveilchen und Stiefmütterchen vermehren

Hornveilchen und Stiefmütterchen werden in der Regel nur als ein- oder zweijährige Frühlingsboten kultiviert. Mit etwas Geduld breiten sich Hornveilchen von selbst aus, da sie Samen bilden. Die unermüdlich blühenden Veilchen locken auch Bienen an und helfen mit ihrem Nektar, die Insekten zu ernähren. Die Lebenszeit von Hornveilchen lässt sich durch Teilung der Kleinstaude im Frühjahr oder Herbst verlängern.

Verwendung

Bei den Hornveilchen und Stiefmütterchen kommen immer wieder neue Formen auf den Markt. Manche haben zarte, helle Blüten, andere sehr große oder intensiv dunkel gefärbte. Andere wachsen wie Bodendecker in die Breite. Und es gibt Sorten, die in Ampeln und Balkonkästen üppig hängen. Ein Beispiel sind die 'Cool Wave'-Hornveilchen, die über den Rand einer Ampel hinauswachsen.

Fliederfarben und violett blühendes Hornveilchen der Sorte Cool Wave mit gelbem Auge in der Mitte der Blüte
Hornveilchen blühen unermüdlich - auch über den Frühling hinaus. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2018, 08:30 Uhr