Süße Knolle Süßkartoffeln: Exoten mit vielseitigen Knollen

Ihre stärkehaltigen Knollen wachsen unter der Erde, aber damit hört die Liste der Gemeinsamkeiten zwischen Batate und Kartoffel schon auf. Die Pflanzen sind im botanischen Sinn nicht enger miteinander verwandt: Während die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen gehört, ist die Süßkartoffel eine Winde, auch Ipomea genannt. Ihre langen Triebe, die trichterförmigen Blüten und das herzförmige Laub lassen es erkennen.

Süßkartoffeln sind tropische Pflanzen

Sie klettert und wuchert munter auch in unserem Klima, wenn die Bedingungen zum Wachsen stimmen. Denn Süßkartoffeln sind tropische Pflanzen. Sie mögen volle Sonne und viel Wärme. Temperaturen unter fünf Grad vertragen sie dagegen gar nicht. Wer sich eine Pflanze in den Garten oder auf den Balkon holen will, sollte die mangelnde Widerstandskraft gegen Kälte bedenken. Vor Mitte Mai darf die Süßkartoffel auf keinen Fall ins Freie.

Ansprüche an Standort und Boden

Ein nährstoffreicher Boden, viel Sonne und genug Wasser lassen die Pflanze gedeihen. Sie kann auch in einem Pflanzgefäß angebaut werden. 30 bis 40 Liter sollte der Topf allerdings fassen. Staunässe darf nicht entstehen. Gepflanzt wird in guter Blumenerde, drei bis vier Hände voll Hornspäne als Ergänzung schätzt die Kletterpflanze sehr.

Steigen die Temperaturen dauerhaft über zehn Grad, können Süßkartoffeln im Garten regelrecht zu Bodendeckern werden. Eine Pflanze vermag vier bis fünf Quadratmeter zu überwuchern und verdrängt sogar manch unerwünschtes Kraut aus dem Beet. Süßkartoffeln können auch am Spalier wachsen. In vielen Gärten hat die Trichterwinde sogar schon Einzug gehalten - als Zierpflanze mit maigrünen, dunkelroten oder bronzefarbenen Blättern. Die Zierformen liefern allerdings einen geringeren oder gar keinen Ertrag an Knollen. Die Sorte 'Evangelina' dagegen eignet sich für den Anbau als Gemüsepflanze. Dank dem üppigen Laub und den zarten, lilafarbenen Blüten sieht sie auch dekorativ aus. Als Schädlinge können sich manchmal weiße Fliegen einstellen. Gegen die Insekten hilft es, mit Rapsöl-Präparaten zu spritzen.

Viele hellgrüne Blätter einer Ipomoea-Pflanze quellen aus einem üppig bepflanzten Balkonkasten heraus.
Süßkartoffeln haben auch als Zierpflanzen für den Sommer schon Einzug in Gärten und Balkonkästen gehalten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Süßkartoffeln nicht im Kühlschrank aufbewahren

Die Knollenbildung beginnt erst, wenn die Tage wieder kürzer werden - das heißt ab Juli. Anfang bis Mitte Oktober können die unterirdischen Knollen geerntet werden. Pro Pflanze ist ein Ertrag von etwa drei Kilogramm möglich.

Mehrere Süßkartoffel-Knollen liegen auf einem flachen, geflochtetenen Teller
Die Erntezeit beginnt, wenn die Blätter der Pflanze braun werden - das heißt im Herbst. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die süßlich schmeckenden Knollen lassen sich in der Küche vielseitig verwenden: Sie können gekocht, gebacken, gebraten oder frittiert werden. Ob als Pommes oder Chips, im Curry, Auflauf oder Chili, als Babybrei oder in der Suppe: Süßkartoffeln schmecken kleinen und großen Essern. Es gibt sie mit gelblicher, orangefarbener oder roter Schale. Das Innere kann fast weiß, gelb oder orange gefärbt sein. Manche Exemplare sind nur so groß wie Kartoffeln, andere bringen mehr als zwei Kilogramm auf die Waage. Da sie kaum Fett enthalten, gelten sie auch als gute Wahl für Figurbewusste. Der Milchsaft, der beim Zerschneiden austritt, ist nicht giftig.

Lagern lassen sich die Knollen nur begrenzt, da sie leicht faulen. Sie vertragen vor allem keine Kälte und gehören daher nicht in den Kühlschrank. Am besten bleiben sie bei Zimmertemperatur in einem trockenen, gut belüfteten Raum frisch. Zur Aussaat werden die Wurzelknollen nur selten verwendet. Vermehrt werden kann die Süßkartoffel über Absenker oder Stecklinge.

Roher Maniok wird geschält 2 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. November 2020 | 08:30 Uhr