Nadelgehölze pflanzen Tannen - Von Zwergen und Riesen

Tannen gibt es nur auf der Nordhalbkugel. Sie sind in den Gebirgen der verschiedensten Kontinente heimisch. In Deutschland wachsen auch exotische Exemplare aus Kanada oder Korea. Gärtnermeister Jörg Kohout züchtet Tannen. Beim MDR Garten erklärt er, worauf es beim Pflanzen und der Pflege ankommt. Er stellt  Zwergen und Riesen aus dem Tannenreich vor.

Eine Zwergtanne in einer blauen flachen Schale. Auch Frühblüher wurden mit eingesetzt.
Bildrechte: MDR/Dufft

Solange der Boden frostfrei ist, können Tannen gepflanzt werden. Auch im Frühling ist ein guter Zeitpunkt. Wer sie jetzt setzt, muss später weniger gießen, da die Wurzeln dann schon viel besser eingewachsen sind. Tannen lieben leicht saure Böden.

Je nach Herkunft gibt es verschiedene Tannenarten, die jeweils unterschiedliche Ansprüche haben. Alle Tannen gibt es mittlerweile in unterschiedlichsten Wuchsformen: säulenförmig, hängend, als Kugel oder Kissenform oder auch als Strauch. Für die kleineren Gärten empfiehlt Gärtnermeister Jörg Kohout Zwergformen oder platzsparende säulen- bzw. hängende Wuchsformen. Auch wer in einer stürmischen Gegend wohnt, sollte lieber auf die schlankeren Tannen zurückgreifen. Bei ihnen ist die Angriffsfläche für den Wind viel geringer. Da alle Zwergsorten auf robusten Unterlagen veredelt werden, sind sie meist toleranter und pflegeleichter als ihre großen Brüder. In Deutschland bekannt und heimisch ist die Weißtanne (Abies alba).

Eine ganz besondere, sehr alte Tanne ist die spanische Tanne. Sie gehört zu den Relikten vergangener Zeit und stammt noch aus dem Tertiär. Sie gehört zu den Tannen, die vom Aussterben bedroht sind und unbedingt geschützt werden müssen. Ihre Besonderheit: sie verträgt extreme Trockenheit und Hitze.

Nordmanntanne

Die Nordmanntanne ist im Kaukasus heimisch und hierzulande vor allem als Weihnachtsbaum bekannt geworden. Sie wird 25 bis 30 Meter groß und zehn Meter breit. Der Baumriese eignet sich nur für große Grundstücke die etwa 1.000 Quadratmeter groß sein sollten. Wichtig ist, beim Pflanzen einen Abstand von mindestens zehn bis zwölf Meter zum Haus einzuhalten.

Nordmanntannen bevorzugen einen halbschattigen oder sonnigen Standort. Solange der Baum noch klein ist, sollte ab und zu gegossen werden, damit die Wurzeln nicht austrocknen.

Wer einen kleinen Garten hat, kann die Zwergnordmanntanne pflanzen. Sie wächst nur zwei Zentimeter pro Jahr und erreicht nach zehn Jahren einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimeter. Ausgewachsen ist sie bei insgesamt etwa 80 Zentimeter Durchmesser. Im Gegensatz zum großen Bruder wächst die Zwergnordmanntanne als Kugel und kann wunderbar auch in Kübeln, Steingärten oder Blumenschalen arrangiert werden.

Coloradotanne

Verschiedene Coloradotannen in unterschiedlichen Wuchsformen
Zwerge und Riesen Bildrechte: MDR/Dufft

Ebenfalls eine größer wachsende Tannenart aus Nordamerika ist die Coloradotanne. Sie erreicht eine Höhe von etwa 30 Metern und ist für einen trockenen Standort gut geeignet. Ist es zu feucht, geht sie ein. Der Tannenbaum verträgt volle Sonne, Hitze und Trockenheit sehr gut. Außerdem ist die Coloradotanne extrem winterfest.

Das besondere an der Coloradotanne ist die Nadelfarbe. Sie ist im Gegensatz zu vielen anderen Tannen grau-blau und duftet leicht nach Zitrone. Coloradotannen gibt es ebenfalls in den verschiedenen Wuchsformen.

Koreatannen

Zwergkoreatanne
Die Zwergkoreatanne steht draußen und drinnen gut. Bildrechte: MDR/Dufft

Die Koreatanne bleibt etwas kleiner und erreicht Höhen von etwa acht bis zehn Meter. Sie liebt einen leicht sauren Boden und verträgt es auch etwas feuchter. Trotzdem sollte die Koreatanne nur in größeren Gärten stehen. Der Abstand zu einem Haus sollte mindestens acht Meter sein. Bekannt ist die Koreatanne wegen ihrer vielen kleinen blauen Zapfen. Auch von dieser Tannenart gibt es viele verschiedene Wuchsformen und Nadelfarben in blau, gelb oder silber. Als Besonderheit gibt es die 'Silberlocke', die - wie der Name schon sagt - silbergelockte Nadeln hat. Auch die Zwergformen sind sehr beliebt und ebenfalls in verschiedenen Nadelfarben und Wuchsformen zu haben.

Die Bepflanzung im Topf: Schritt für Schritt erklärt

  • Wasserabzug im Topf gewährleisten und für eine gute Drainage sorgen, zum Beispiel mit kleinen Steinen.
  • Eine Mischung aus Torfsand oder im Handel erhältlicher Koniferenerde in den Kübel füllen.
  • Zwergtanne einsetzen und dabei die Pflanztiefe beachten: Der Ballen wird mit maximal einem Zentimeter frischer Erde abdeckt, tiefer sollte er nicht stecken.
  • Begleitpflanzen nach Saison ergänzen den Topf.
  • Die Tanne gründlich angießen und später die Erde leicht feucht halten.

Begriffserklärung * Hängeform: fagerhult
* Säulenform: fastigiata

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 02. Dezember 2018 | 08:30 Uhr