Wintergemüse Topinambur - schmückt den Garten und schmeckt

Helianthus tuberosus

Die Rarität gibt es auf dem Markt kaum zu kaufen. Der Eigenanbau lohnt deshalb doppelt: Erst leuchten im Herbst die gelben Blüten. Im Winter können Gärtner dann ihren Schatz im Beet ausbuddeln und die Knollen genießen.

Topinambur
Die Knollen ergänzen den winterlichen Speiseplan mit ihrem vorzüglichen Geschmack Bildrechte: IMAGO

Erdbirne, Schnapskartoffel, Erdtrüffel, Erdsonnenblume, Ewigkeitsknolle, Jerusalem-Artischocke -Topinambur hat in Deutschland viele verschiedene Namen. Sie zeugen davon, dass die Pflanze mit den essbaren Wurzelknollen einst regelmäßig auf den Tisch kam. Im 30-jährigen Krieg soll sie sogar eines der Hauptnahrungsmittel gewesen sein. Doch mit der Zeit aßen die Menschen lieber Kartoffeln, Topinambur geriet in Vergessenheit. Dabei schmeckt die Knolle, die roh und gekocht gegessen werden kann, leicht nussig und süß, und ist den Anbau wert.

Topinambur gehört zur Familie der Korbblüter und zur Gattung der Sonnenblumen. Sie ist eine Kurztagspflanze, deren Blüten ab August in Deutschland blühen. Je nach Arten können die Pflanzen bis zu vier Meter hoch wachsen. Die Blüten eignen sich prima für die Vase. Topinambur ist winterhart. Bis zu -30° Celsius sollen die Knollen aushalten.

Anbau, Standort und Pflege

Mehrere gelbe Blüten vom Topinambur
Die Blüten der Topinambur erfreuen jedes Gärtnerauge. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Topinambur-Samen gibt es nicht zu kaufen. Wer Topinambur anbauen will, sucht nach Knollen. Diese werden zwischen Oktober und April in Reihen von 60 bis 80 Zentimetern Abstand in die Erde gelegt. Der Abstand in der Reihe misst etwa 40 Zentimeter. Jede Knolle wird mit der Hauptknospe nach oben etwa zehn Zentimeter tief in die Erde gelegt. Große Knollen können auch geteilt werden. Wichtig: Es muss immer eine Triebknospe geben!
Topinambur braucht keinen besonderen Standort oder Boden. Sie wächst im Halbschatten gut, mag aber auch sonnige Plätze. Sie kommt mit nährstoffarmen Böden gut zurecht. Natürlich bleiben dann die Knollen kleiner. Mit Dünger steigt der Ertrag. Ein wenig Kompost ist genau richtig. Treibt die Knolle aus, sollte sie mit Anhäufeln stabilisiert werden. Topinambur kann mehrere Jahre an der gleichen Stelle stehen. Sie muss dann auch nicht neu gepflanzt werden. Im Frühjahr treiben übrig gebliebene Knollen neu aus.

Topinambur im Garten

Topinambur wuchert stark. Sie bildet an unterirdischen Ausläufern längliche Knollen. Aus ihnen treiben im nächsten Jahr neue Sprosse. Um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern, essen Gärtner die überzähligen Knollen einfach auf. Wer das nicht möchte, sollte schon beim Pflanzen eine Wurzelsperre einbauen. Tauchen Pflanzen trotzdem an Stellen auf, an die sie absolut nicht gehören, erwischt man sie am besten im Frühjahr, wenn sie gerade austreiben, und kann sie dann ausgraben.

Topinambur in der Küche

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Knollen können ab November den ganzen Winter über bei frostfreiem Wetter geerntet werden. Die faustgroßen Knollen werden geschält oder auch nur gebürstet, dann einige Minuten gekocht oder gebraten, zu Süppchen oder Salat verarbeitet.
Topinambur ist für Diabetiker sehr gut geeignet, da ein Teil der Kohlenhydrate aus dem unverdaulichen Mehrfachzucker Inulin bestehen. Dieser kann nicht verdaut werden und wirkt deshalb als Ballaststoff.

Die besten Topinambur-Sorten

Es gibt viele verschiedene Topinambur-Sorten, wir haben ein paar tolle herausgesucht:

  • Gigante - bildet sehr große und schwere Knollen
  • Blauge - längliche helle Knollen mit einzelnen violetten Ring
  • Dwarf - niedrigwachsend, für Anbau in Töpfen geeignet, kleine Knollen
  • Topstar - guter Ertrag, oberer Teil wird nicht so hoch
  • Gute Gelbe - alte deutsche Sorte, große Knollen, Fleisch bleibt auch nach dem Kochen knackig

Auf einen Blick
Pflanzenfamilie Korbblüter
Wuchs bis zu drei Meter hohe Sprosse
Boden gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden, mag Kompost oder Dünger
Standort Sonne oder Halbschatten
Blüte hübsche gelbe Korbblüte, vier bis acht Zentimeter Durchmesser
Fruchtform Wurzelknollen
Geschmack gekocht: nussig, süß; roh: wie Artischocken
Verwendung kochen, backen, braten,
Besonderheit durch das enthaltene Inulin kalorienarm und ballaststoffreich

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. September 2019 | 08:30 Uhr