Acker-Witwenblume und Wiesen-Salbei auf Wildblumenwiese
Acker-Witwenblumen und Wiesen-Salbei sind heimische Wildpflanzen, die eher kalkhaltige, nährstoffreiche Böden in sonniger Lage mögen. Ihre Samen können in Saatgut-Mischungen für blühende Wiesen enthalten sein. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflegearm und insektenfreundlich Wildblumenwiese oder -saum anlegen und richtig pflegen

Mit einer blühenden Wiese oder einem Blumensaum holen Sie sich ein Stück heimischer Natur in den Garten. Es gibt sowohl Mischungen mit einjährigen als auch mit mehrjährigen Arten für die Aussaat. Manche enthalten zudem Samen einheimischer Gräser. Damit unterstützen Sie die Artenvielfalt und die Insekten in Ihrer Umgebung. Pflegearm sind Wildblumenwiesen und -säume außerdem. Jetzt, im Spätsommer, können mehrjährige Arten gesät werden.

Acker-Witwenblume und Wiesen-Salbei auf Wildblumenwiese
Acker-Witwenblumen und Wiesen-Salbei sind heimische Wildpflanzen, die eher kalkhaltige, nährstoffreiche Böden in sonniger Lage mögen. Ihre Samen können in Saatgut-Mischungen für blühende Wiesen enthalten sein. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Welche Pflanzenarten können auf einer Blumenwiese oder in einem Saum wachsen?

Im Handel gibt es Tütchen mit fertig gemischtem Wildblumen-Saatgut, das Samen dutzender Arten enthält. Wichtig: Es kommt auf den Boden und den Standort an, welche Pflanzen dort gut wachsen und gedeihen.

Flockenblume auf blühender Wiese
Flockenblumen gedeihen wild an Wegrändern und auf Weiden. Sie bieten vom Frühsommer bis zum Herbst Nahrung für Bienen und Co. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Schafgarbe (Achillea millefolium), Wegwarte (Cichorium intybus), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Margeriten (Leucanthemum), Karde (Dipsacus fullonum), Natternkopf (Echium vulgare), Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Kornblume (Centaurea cyanus), Lichtnelke (Silene), Glockenblumen (Campanula) und Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) sind nur einige der Pflanzen, die bei uns auf Wiesen und Säumen heimisch sind. Sie können in Saatgut-Mischungen aus dem Handel enthalten sein. Genaue Artenlisten stellen die Anbieter der Samenmischungen bereit, zum Beispiel auf ihren Internetseiten.

Was sind die Vorteile einer Blumenwiese und eines Blumensaums im Garten?

Sowohl der Blumensaum als auch die Blumenwiese brauchen nur wenig Pflege, sobald die Samen gekeimt und die Pflanzen herangewachsen sind. Außerdem sind sie sehr insektenfreundlich. Mit einer Mischung aus heimischen Arten wird die natürliche Artenvielfalt gefördert.

Welche Nachteile gibt es?

Blühende Wiesen und Blumensäume sind nicht sehr trittverträglich. Sind sie hochgewachsen, sollten sie daher höchstens zum Unkrautjäten betreten werden. Bei Wiesen kann es sich anbieten, geschlängelte Wege zu mähen, um so eine Möglichkeit zum Betreten zu schaffen.

Welches Saatgut ist das Richtige für mich?

Achten Sie darauf, dass das Saatgut zu Ihrer Region, zum Standort auf Ihrem Grundstück und zum Boden passt. Die heimischen Pflanzen fühlen sich dort wohl, wo die Bedingungen ihrem natürlichen Standort entsprechen. Manche mögen trockene, sonnige Standorte, andere wachsen im Halbschatten besser. Dass die Pflanzen der Region entsprechen ist auch wichtig, damit heimische Insekten Nahrung finden. Bienen und Schmetterlinge an der Ostsee fliegen unter Umständen andere Blumen als ihre Artgenossen in den Alpen an.

Woran erkenne ich eine gute Saatgut-Mischung?

Achten Sie bei einer gekauften Samenmischung auf Qualität und Regionalität der Wildblumen. Umso spezifischer die Mischung für Ihren Standort geeignet ist, desto besser ist es für Pflanzen und Tiere. Manche Mischungen werden zudem als besonders insektenfreundlich angeboten. Wollen Sie nur eine kleine Fläche oder einen Saum besäen, müssen nicht unbedingt heimische Gräser in der Saatgutmischung enthalten sein.

Saatgut für Wildblumen
Bei Wildblumen-Saatgut sollte auf Regionalität geachtet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wie viel Saatgut benötige ich?

Für einen Saum benötigen Sie etwa zwei Gramm pro Quadratmeter. Die Wiese verträgt drei bis sechs Gramm pro Quadratmeter.

Wie muss ich den Boden für Blumenwiese oder Saum vorbereiten?

Befreien Sie zuerst die Fläche, auf der die Wiese oder der Saum angelegt werden soll, von unerwünschten Kräutern. Es ist wichtig, dass der Boden komplett unkrautfrei ist. Andernfalls nehmen die Wildkräuter den jungen Pflanzen Licht, Nährstoffe und Feuchtigkeit weg und verdrängen sie so.

Saatgut für Wildblumen nach dem Säen mit Trittbrettern antreten
Die Fläche sollte frei von Unkraut sein. Nach dem Aussäen werden die Samen angetreten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Fangen Sie mit dem Jäten am besten schon vier bis sechs Wochen vor der Aussaat an. Graben Sie den Boden am besten zweimal in einem Abstand von zwei bis drei Wochen um. Dadurch werden immer wieder neue Unkrautsamen an die Oberfläche gebracht. Sie keimen binnen kürzester Zeit und werden wieder untergegraben, bevor sie die Samenreife erreicht haben. Das Unkraut wird somit entfernt, bevor es sich vermehren kann. Haben Sie einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, sollten Sie diesen außerdem mit Sand abmagern. Eine staubtrockene Fläche wird am besten direkt vor der Aussaat befeuchtet.

Welche Tricks erleichtern mir die Aussaat der Blühmischung?

MDR Garten-Expertin Brigitte Goss rät, das Saatgut mit etwa der zehnfachen Menge an feinem Sand, Soja- oder Weizenschrot zu mischen. Dieses Gemisch lässt sich viel leichter auf der vorbereiteten Fläche ausbringen. Danach wird das Saatgut angedrückt oder angewalzt. Wenn Sie keine Walze haben, können Sie sich aus zwei Holzbrettern und etwas festem Band oder Seil einfach Trittbretter basteln.

Schritt für Schritt: Blumenwiese und Blumensaum anlegen

Eine Blumenwiese oder ein Blumensaum lässt sich leicht selbst anlegen und säen. Hier erfahren Sie, wie das Schritt für Schritt geht.

Ein Mann hält Unkraut in der Hand.
Um eine Blumenwiese oder einen Blumensaum anzulegen, muss zunächst die Fläche unkrautfrei sein. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Mann hält Unkraut in der Hand.
Um eine Blumenwiese oder einen Blumensaum anzulegen, muss zunächst die Fläche unkrautfrei sein. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Rechen wird über Erde gezogen.
Nachdem der Boden vorbereitet und unkrautfrei ist, können Sie die Erde noch einmal mit dem Rechen glattziehen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand rührt Samen in einem Eimer um.
Dann geht es ans Mischen: Vermengen Sie in einem ausreichend großem Gefäß die Samenmischung mit Soja- oder Weizenschrot sowie nach Wunsch Schnellbegrüner. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Weißschrot-Samen im Eimer
Statt Schrot können Sie auch Sand oder Sägemehl nehmen. So können Sie beim Ausbringen der Samen genau nachvollziehen, wo und wie viel Sie schon gesät haben, das heißt das Saatgut gleichmäßiger verteilen. Zu viele Samen an einer Stelle können dazu führen, dass sich die Gewächse gegenseitig behindern und sich nicht erwartungsgemäß entwickeln. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Samen von Schnellbegrüner
Der Schnellbegrüner dient dazu, dass die Fläche bereits kurz nach der Aussaat begrünt wird und die künftige Wiese nicht so kahl aussieht. Außerdem ist der Schnellbegrüner ein Erosionsschutz, so dass die Fläche auch vor Wind und Wasser geschützt wird und die Samen auch tatsächlich zur Wiese werden können. Als Schnellbegrüner eignet sich beispielsweise Leindotter oder Buchweizen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Samen wird ausgeworfen
Nehmen Sie die Mischung und säen Sie die Samen schwungvoll mit der Hand aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Walze drückt Samen an.
Anschließend werden die Samen angewalzt. Walzen können beispielsweise in Baumärkten ausgeliehen werden. Sie können auch einfach mit den Füßen die Samen festtrampeln. Dabei ist ein Brett unter den Schuhen hilfreich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat.
So sieht die Blumenwiese dann zwei Jahre nach der Ansaat aus. Bildrechte: privat/Helmut Scheuring
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. September 2019 | 08:30 Uhr

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Wiese oder einen Saum anzulegen?

Der ideale Zeitpunkt für das Anlegen einer Wiese oder eines Saums ist der Spätsommer. Zwischen Ende August und Mitte September, wenn es wieder kühler und neblig wird, kann gesät werden. Die Feuchtigkeit im Herbst hilft den Samen beim Keimen und Wachsen.

Ursprünglich galt auch das Frühjahr als guter Zeitpunkt, um eine Wiese anzulegen. Da die Sommer inzwischen sehr heiß geworden sind, fehlt es den Keimlingen aber dann an Feuchtigkeit. Weil es so trocken ist, kann es passieren, dass die Wiese nicht anwächst. Oder Sie müssen so viel gießen, dass die Blumenmischung alles andere als pflegeleicht ist.

Welche Pflege ist nötig?

Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat.
Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat. Bildrechte: privat/Helmut Scheuring

In den ersten sechs Wochen nach der Aussaat sollte die Fläche auf jeden Fall feucht gehalten werden. Nur dann können die Samen keimen. Sind die Pflanzen herangewachsen, sollte ein Saum einmal im Jahr, Ende März bis Anfang April, gemäht werden. So verhindern Sie, dass in dem Blumensaum Sträucher oder Bäume wachsen. Eine blühende Wiese muss zwei bis drei Mal im Jahr gemäht werden. Zur Orientierung dienen die Margeriten. Blühen sie, sollten Rasenmäher oder Sense bald zum Einsatz kommen. Empfehlenswert für den Schnitt sind die Monate Juni bis Juli und Oktober.

Muss ich immer wieder neu säen oder bleibt meine Blumenwiese dauerhaft?

Ist eine Wiese oder ein Saum erst einmal angewachsen, hält sie ewig, wie der Wildblumen-Experte Ernst Rieger sagt. Allerdings verändert Sie sich mit der Zeit. Sie passt sich dem Standort an. Das heißt, dass sich einige Arten stärker ausbreiten und über Samen vermehren, andere dafür verschwinden und wieder andere neu hinzukommen.

Quelle: MDR Garten-Expertin und Gartenfachberaterin Brigitte Goss; Wildpflanzen-Spezialist Ernst Rieger vom Saatgut-Anbieter Rieger-Hofmann

MDR Garten 4 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. September 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2019, 08:30 Uhr