Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat.
Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat. Bildrechte: privat/Helmut Scheuring

Pflegearm und insektenfreundlich Blumenwiese und Blumensaum anlegen und pflegen

Mit einer Blumenwiese oder einem Blumensaumen holen Sie sich Natur pur in den Garten – und das, solange es Ihnen gefällt. Ganz nebenbei unterstützen Sie damit nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Insekten in Ihrer Umgebung. Pflegearm sind Wiesen und Säume außerdem.

Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat.
Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat. Bildrechte: privat/Helmut Scheuring
  Blumenwiese Blumensaum
Lage steht für sich und hat keine Begrenzung wächst an Waldrändern, Hecken, Mauern oder Bäumen. Er gibt eine Begrenzung, die Schatten spendet
Mischung besteht aus 30 bis 40 Arten, darin sind fünf bis zehn verschiedene Gräser und zehn bis 40 verschiedene Blumen enthalten besteht aus 40 bis 50 Blumenarten
Grasanteil ist höher als beim Saum und liegt damit über zehn Prozent beträgt bis zu zehn Prozent
Boden feucht, nährstoffreich, lehmig trocken, steinig, mager
Mahd wird zwei bis dreimal im Jahr gemäht wird nur einmal im Jahr gemäht

Was sind die Vorteile einer Blumenwiese und eines Blumensaums?

Sowohl der Blumensaum als auch die Blumenwiese sind sehr pflegearm. Außerdem sind sie sehr insektenfreundlich. Sie fördern die natürliche Artenvielfalt.

Was sind die Nachteile einer Blumenwiese?

Wiesen und Säume sind nicht trittverträglich. Sind sie hochgewachsen, sollten Sie daher höchstens zum Unkrautjäten betreten werden. Bei Wiesen kann es sich anbieten, geschlängelte Wege zu mähen, um so eine Möglichkeit zum Betreten zu gewinnen.

Welches Saatgut ist das Richtige für mich?

Achten Sie darauf, dass das Saatgut zur Region passt. Die Wildpflanzen müssen zum Standort passen, sonst bleiben sie nicht. Dass Pflanzen zur Region passen ist auch wichtig, damit heimische Insekten Nahrung finden. Bienen und Schmetterlinge an der Ostsee mögen unter Umständen andere Blumen als ihre Artgenossen in den Alpen.

Woran erkenne ich eine gute Wiesenmischung?

Achten Sie bei einer gekauften Samenmischung auf Qualität und Regionalität der Pflanzen. Umso spezifischer die Mischung für Ihren Standort ist, desto besser ist es für Pflanzen und Tiere.

Wie viel Saatgut benötige ich?

Für einen Saum benötigen Sie etwa zwei Gramm pro Quadratmeter. Die Wiese verträgt drei bis sechs Gramm pro Quadratmeter.

Muss ich den Boden für die neue Wiese bzw. den neuen Saum vorbereiten?

Befreien Sie als allererstes die Fläche, auf der die Wiese oder der Saum angelegt werden sollen, von Unkraut. Es ist wichtig, dass der Boden komplett unkrautfrei ist. Unkräuter können sonst den Wildpflanzen Licht, Nährstoffe und Feuchtigkeit wegnehmen und sie so verdrängen.

Graben Sie den Boden dafür zweimal in einem Abstand von zwei bis drei Wochen um. Dadurch werden immer wieder neue Unkrautsamen an die Oberfläche gebracht. Sie keimen binnen kürzester Zeit und werden wieder untergegraben, bevor sie die Samenreife erreicht haben. Das Unkraut wird somit entfernt, bevor es sich vermehren kann.

Haben Sie einen sehr fetten Boden, sollten Sie diesen außerdem abmagern. Entfernen Sie dafür eine etwa zehn Zentimeter tiefe Schicht Erde und ersetzen Sie diese durch Sand.

Selber säen Schritt für Schritt: Blumenwiese und Blumensaum anlegen

Eine Blumenwiese oder ein Blumensaum lässt sich leicht selbst anlegen und säeen. Hier erfahren Sie, wie das Schritt für Schritt geht.

Ein Mann hält Unkraut in der Hand.
Um eine Blumenwiese oder einen Blumensaum anzulegen, muss zunächst die Fläche unkrautfrei sein. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Mann hält Unkraut in der Hand.
Um eine Blumenwiese oder einen Blumensaum anzulegen, muss zunächst die Fläche unkrautfrei sein. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Rechen wird über Erde gezogen.
Nachdem der Boden vorbereitet und unkrautfrei ist, können Sie die Erde noch einmal mit dem Rechen glattziehen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand rührt Samen in einem Eimer um.
Dann geht es ans Mischen: Vermengen Sie in einem ausreichend großem Gefäß die Samenmischung mit Weißschrot und Schnellbegrüner. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Weißschrot-Samen im Eimer
Statt Weißschrot können Sie auch Sand oder Sägemehl nehmen. So können Sie beim Ausbringen der Samen genau nachvollziehen, wo Sie schon gesät haben, d.h. das Saatgut gleichmäßiger verteilen. Zu viele Samen an einer Stelle können dazu führen, dass sich die Gewächse gegenseitig behindern bzw. sich nicht erwartungsgemäß entwickeln. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Samen von Schnellbegrüner
Der Schnellbegrüner dient dazu, dass die Fläche bereits kurz nach der Aussaat begrünt wird und die künftige Wiese nicht so kahl aussieht. Außerdem ist der Schnellbegrüner ein Erosionsschutz, so dass die Fläche auch vor Wind und Wasser geschützt wird und die Samen auch tatsächlich zur Wiese werden können. Als Schnellbegrüner eignet sich beispielsweise Leindotter oder Buchweizen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Samen wird ausgeworfen
Nehmen Sie die Samen-Weißschrot-Schnellbegrüner-Mischung und säen Sie die Samen schwungvoll mit der Hand aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Walze drückt Samen an.
Anschließend werden die Samen angewalzt. Walzen können beispielsweise in Baumärkten ausgeliehen werden. Sie können auch einfach mit den Füßen die Samen festtrampeln. Dabei ist ein Brett unter den Schuhen hilfreich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Blumenwiese vier Wochen nach der Aussaat.
Nach vier Wochen sieht die Wiese dann schon so aus. Bildrechte: Rieger-Hofmann GmbH
Eine Wiese mit Schnellbegrüner.
Sobald die Schnellbegrünung zu groß wird, muss das erste Mal gemäht werden. Die Schnellbegrünung nimmt den Keimlingen der Wiesenmischung sonst Licht, Nährstoffe und Feuchtigkeit weg. Bildrechte: Rieger-Hofmann GmbH
Eine Blumenwiese zwei Jahre nach der Aussaat.
So sieht die Blumenwiese dann zwei Jahre nach der Ansaat aus. Bildrechte: privat/Helmut Scheuring
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. April 2019 | 08:30 Uhr

Wann ist der richtige Zeitpunkt eine Wiese anzulegen?

Der ideale Zeitpunkt für das Anlegen einer Wiese oder eines Saums ist der Spätsommer. Zwischen Ende August und Mitte September, wenn es wieder neblig wird, kann gesät werden. Die Feuchtigkeit im Herbst hilft den Samen beim Keimen und Wachsen.

Ursprünglich galt auch das Frühjahr als guter Zeitpunkt, um eine Wiese anzulegen. Da die Sommer inzwischen sehr heiß geworden sind, fehlt es den Keimlingen aber dann an Feuchtigkeit. Weil es so trocken ist, kann es passieren, dass die Wiese nicht anwächst.

Muss ich immer wieder neu säen oder bleibt meine Blumenwiese dauerhaft?

Ist eine Wiese oder ein Saum erst einmal angewachsen, hält sie ewig, sagt Wildblumen-Experte Ernst Rieger. Allerdings verändert Sie sich mit der Zeit. Sie passt sich dem Standort an. D.h. einige Arten breiten sich stärker aus, andere verschwinden und wieder andere kommen hinzu.

Welche Pflege braucht eine Blumenwiese?

Der Saum muss einmal im Jahr im Frühling (Ende März/Anfang April) gemäht werden. So verhindern Sie, dass in dem Saum Bäume oder Sträucher wachsen.

Die Wiese muss zwei bis drei Mal im Jahr gemäht werden. Zur Orientierung dienen die Margeriten. Blühen sie, sollte gemäht werden. D.h. es sollte im Juni/Juli und im Oktober gemäht werden.

Quelle: Wildpflanzen-Spezialist Ernst Rieger von Rieger-Hofmann

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. April 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 10:40 Uhr