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Die Küchen- oder Kuhschelle ist ein dekorativer Frühblüher. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wildstaude mit glockenförmigen BlütenKüchenschelle: Frühblüher im Steppen- und SteingartenGewöhnliche Küchenschelle, auch Kuhschelle genannt, bot. Pulsatilla vulgaris

Stand: 21. April 2019, 08:30 Uhr

Sonne braucht sie, doch davon abgesehen ist die Küchenschelle eine genügsame Pflanze. Die Wildstaude fühlt sich in Steingärten oder auf sonnigen Hängen wohl. Im April zeigt sie ihre großen, glockenförmigen Blüten.

Küchenschellen richtig pflanzen und pflegen

Zwischen März und Mai bildet die Küchenschelle nickende, glockenförmige Blüten in Violett- und Lilatönen. Die Sorte ′Alba′ trägt weiße Blüten, ′Rubra′ blüht rötlich. Die pflegeleichte Staude eignet sich für Kies- und Steingärten, Steppenheide-Beete oder sonnige Hänge. In kleinen Gruppen gepflanzt, kommt die Küchenschelle im Garten am besten zur Geltung. Ihren Reiz machen nicht nur die großen Blüten aus, sondern auch der seidige Flaum, der die Triebe und Außenseite der Blütenblätter überzieht. Die Fruchtstände mit ihren langen Haaren und das silbrige Laub wirken ebenfalls dekorativ. Im Frühjahr bietet die Küchenschelle überdies den Insekten Nahrung.

Die Küchenschelle gedeiht am besten an einem sonnigen, warmen Standort. Der Boden sollte durchlässig sein, das heißt eher grobkörnig und darf gerne auch kalkhaltig sein. Regelmäßiges Düngen und Wässern ist bei der Küchenschelle kaum nötig. Sie übersteht auch Trockenzeiten gut. Nasskaltes Frühlingswetter mag die Wildstaude dagegen nicht. Einmal an einen geeigneten Standort gepflanzt, sollte sie nicht mehr versetzt werden, da sie sehr tiefe Wurzeln bildet und es überhaupt nicht schätzt, umgepflanzt zu werden. Schnecken lassen ausgewachsene Pflanzen in Ruhe, da sich die Küchenschelle mit Gift gegen Fraßfeinde schützt. Wenn der Standort und die Bedingungen stimmen, vermehrt sich die Staude durch Selbstaussaat.

Küchenschellen kaufen und im Garten kombinieren

Wer bei früh blühenden Stauden zugreifen möchte, sollte im Gartenmarkt oder in der Gärtnerei erfragen, ob die Pflanzen aus dem Freiland stammen und raues Klima gewöhnt sind. In diesem Fall können sie bedenkenlos in den Garten gepflanzt werden - im Gegensatz zu Stauden, die im Gewächshaus vorgezogen wurden. Sie müssen erst an die kühlen Temperaturen im Frühling gewöhnt werden. Bei der Auswahl sollte auch auf einen festen, gut entwickelten Wurzelballen geachtet werden, der das Einwachsen erleichtert.

Kombinieren lassen sich Küchenschellen im Steingarten zum Beispiel mit dem immergrünen Hunger- oder Felsenblümchen (Draba aizoides). Die polsterartig wachsende Pflanze kommt mit sehr wenig Erde und Nährstoffen aus, da sie auf magere Kalkschotter-Böden im Gebirge spezialisiert ist. Ihre gelben Blüten zeigt sie von Ende Februar bis April. Blaukissen (Aubrieta-Arten und -Sorten), Adonisröschen (Adonis-Arten), Ziergräser und immergrüne Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) sind ebenfalls geeignete Partner für die Küchenschelle.

Auf einen Blick
HeimatKlimatisch milde Gebiete in West- und Mitteleuropa
PflanzenfamilieHahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
WuchsBis zu 25 Zentimeter hohe und breite Staude mit hellgrün-silbrigen, seidig behaarten Blätter, die an Farne erinnern
Blütenfarbeje nach Sorte violette, lilafarbene, rötliche oder weiße, glockenförmige Blüten
BlütezeitMärz bis Mai
Standortsonnig, warm
Bodendurchlässig, eher nährstoffarm, trocken, kalkhaltig
Winterhartja
Mehrjährigja
BesonderheitenKüchenschellen eignen sich für Kies- und Steingärten, Tröge, Steppengärten und für die Dachbegrünung, da ihr natürlicher Lebensraum sonnige, magere kalkhaltige Flächen sind. Die Pflanze findet auch Verwendung in der Homöopathie und Naturheilkunde.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. April 2019 | 08:30 Uhr