Kleine Tulpen mit weiß-gelben Blüten in einem Gefäß
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Kleine Sonnenanbeter Wildtulpen: Zierliche Steppenbewohner für Balkon und Garten

Gärten und Balkons lassen sich nicht nur mit modernen Tulpen-Hybriden, sondern auch mit ihren Vorfahren verschönern, den zierlichen Wildtulpen. Diese ursprünglichen Arten können bis zu 30 Zentimeter hoch werden, bilden aber im Vergleich zu den Garten-Tulpen zartere Blüten. Zwiebelpflanzen-Expertin Gerlinde Küpper aus Eschwege gibt Pflegetipps.

Kleine Tulpen mit weiß-gelben Blüten in einem Gefäß
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Es müssen nicht immer große Blüten sein: Bei den Wildtulpen (Tulipa-Arten) ist die Vielfalt riesig. Es gibt verschiedenste Wuchsformen, -höhen und nahezu alle Farben bis auf Blau. Von den durch Züchtung entstandenen Gartentulpen (Tulipa-Hybriden) unterscheiden sie sich vor allem durch ihre zierlichen Blüten. Manche Arten wie Tulipa clusiana werden bis zu 30 Zentimeter groß, bei Tulipa humilis sind es dagegen nur zehn bis 15 Zentimeter Wuchshöhe. Tulipa polychroma und Tulipa tarda bilden zwei bis mehrere Blüten an einem Trieb.

Weiß-rot blühende Tulpen mit weit geöffneten Blüten
Auch in alten Töpfen sehen Wildtulpen gut aus, die Gefäße sollten aber Löcher haben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ursprünglich stammen viele wilde Tulpen-Arten aus dem südöstlichen Mittelmeerraum und den Steppengebieten Zentralasiens. Eines haben die zierlichen Pflanzen deshalb gemeinsam: Sie gedeihen am besten auf einem sandigen, durchlässigen Boden, der im Sommer auch trocken sein darf. Staunässe vertragen sie nicht. An sonnigen Standorten fühlen sich Wildtulpen überdies wohler als im Schatten. Zum Austrieb können sie Dünger und regelmäßige Wassergaben gebrauchen, insbesondere wenn das Frühjahr sehr trocken ist. Die Pflanzen empfehlen sich vor allem für Steingärten sowie Steppen- und Staudenbeete: Wenn im Frühsommer die Stauden austreiben und zu blühen beginnen, können die Tulpen einfach dazwischen verschwinden und in Ruhe über ihre Blätter Energie gewinnen. Lediglich die Köpfe sollten Sie nach der Blüte abschneiden, damit die Pflanzen keine Kraft in die Samenbildung stecken. So können Sie die Zwiebeln für die folgende Saison stärken. Da die Stauden die Tulpen verdecken, können die Frühblüher im Laufe des Sommers in Ruhe die Blätter einziehen. Wildtulpen lassen sich überdies mit filigranen Farnen kombinieren.

Verschiedene Arten vorgestellt Wildtulpen: Die wilde Verwandtschaft der Garten-Tulpen

Um sich wilde Tulpen in den eigenen Garten zu holen, ist kein Flug nach Mittelasien nötig: Es gibt zahlreiche Arten im Handel. Wir stellen einige vor.

Rot blühende Tulpen
Innerhalb der Gattung der Tulpen sind mehr als 100 Arten bekannt. Tulipa wilsoniana ist beispielsweise im Iran und in Turkmenistan heimisch. Ihre Blüten leuchten im Sonnenschein in einem tiefen Rot. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rot blühende Tulpen
Innerhalb der Gattung der Tulpen sind mehr als 100 Arten bekannt. Tulipa wilsoniana ist beispielsweise im Iran und in Turkmenistan heimisch. Ihre Blüten leuchten im Sonnenschein in einem tiefen Rot. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiße, sternförmige Tulpen mit dunklem Fleck in der Mitte der Blüte
Bei Tulipa clusiana handelt es sich um eine elegante Damen-Tulpe, deren weiß-rot gefärbte Blüten mit einem dunkelviolettem Fleck im Inneren beeindrucken. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiß-rot blühende Tulpen mit weit geöffneten Blüten
Auch in originellen Gefäßen sehen Vertreter der Art Tulipa clusiana toll aus. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Afghanistan, den Iran, Irak und Pakistan. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Kleine Tulpen mit rot-violetten Blüten
Diese Züchtung nennt sich Tulipa humilis ‚Lilliput‘. Der Beiname dieser Zwergtulpe verrät es schon: Die Pflanzen werden nur wenige Zentimeter hoch, bilden aber hübsche, kompakte Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Kleine Tulpen mit weiß-gelben Blüten in einem Gefäß
Diese Art, Tulipa polychroma, kann an jeweils einem Stiel gleich zwei Blüten tragen. Bei Sonnenschein öffnen diese sich weit und zeigen ihre gelbe, sternförmige Mitte. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Tulpen mit hellrosa Blüten
Tulipa bakeri ‚Lilac Wonder‘ hat ebenfalls zweifarbige Blüten, an denen sich auch Balkonbesitzer erfreuen können. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Dunkelrot blühende Tulpen
Diese Wildtulpenart heißt Tulipa hageri, var. splendens. Jeder Stiel bringt mehrere kupferfarbene Blüten hervor. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Wildtuplpen: Zwiebeln setzen

Bis Anfang November können die Zwiebeln der Wildtulpen in die Erde gebracht werden. Gerlinde Küpper empfiehlt, gleich bei diesem Arbeitsschritt Dünger zu geben. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Mai. Auch in Gefäßen auf dem Balkon machen sich Wildtulpen gut. Sie sollten aber darauf achten, dass die Pflanzgefäße Löcher haben und sich keine Staunässe bilden kann. Auch dabei gilt: Düngen Sie schon beim Einsetzen der Zwiebeln. Je dichter die Zwiebeln in einem Gefäß stecken, desto kleiner werden die Tulpen, da sie stärker um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Vermehren lassen sie sich über Brutzwiebeln. Manche reinen Arten bilden außerdem Samen, aus denen neue Pflanzen entstehen.

Im Überblick: Wildtulpen
Heimat Mittelmeerraum, Klein- und Zentralasien
Pflanzenfamilie Liliengewächse (Liliaceae)
Wuchs je nach Art zehn bis 30 Zentimeter
Blüte alle Blütenfarben außer Blau, auch mehrfarbige Blüten möglich (z.B. weiß-rote Blüten mit violettem Auge oder Blüten in blassem Lila mit gelber Basis); auffällige Blütenformen wie bei der Horntulpe Tulipa acuminata möglich
Blütezeit Anfang März bis Ende Mai
Standort sonnig
Boden durchlässig, eher sandig, im Sommer eher trocken
Verwendung Stauden- und Steppenbeet, Steingarten
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten Wildtulpen vermehren sich über Samen und Brutzwiebeln von selbst. Bei Bedarf können sie durch Ausgraben und Teilen im Herbst vereinzelt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2019, 08:30 Uhr