Gesunde und schöne Früchte Äpfel ausdünnen im Sommer

Viele Apfelblüten am Baum, bedeuten viele Äpfel. Doch zu viele Äpfel am Ast sind nicht gut für den Baum und die Ernte. Die Äpfel bleiben klein und der Baum trägt im nächsten Jahr weniger. Martin Penzel vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt erklärt, warum und wie man Äpfel im Sommer ausdünnen sollte.

Kleine Äpfel an einem Baum werden mit Hilfe einer Gartenschere ausgedünnt.
Schneiden Sie überzählige Äpfel entweder mit der Gartenschere ab oder brechen Sie sie mit der Hand aus. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Im Laufe des Juni entwickeln sich aus Apfelblüten Früchte. Oft kommt es dann vor, dass die kleinen Äpfel bündelweise dicht an dicht hängen. Dieser Anblick lässt zunächst das Gärtnerherz höher schlagen, doch ist er trügerisch.

Warum überhaupt ausdünnen?

Ein Apfel braucht etwa 30 Blätter, um optimal ernährt zu werden. Durch die Photosynthese der Blätter werden Nährstoffe (in der Fachsprache: Assimilate) erzeugt und zu den Früchten transportiert. Hängen zu viele Früchte am Baum, überfordert es seine Kräfte, die Früchte bleiben klein und sind anfälliger für Krankheiten. Eng hängende Früchte trocknen außerdem schlechter ab und auch Schädlinge wie der Apfelwickler haben bei ganzen Apfelbündeln ein leichtes Spiel. Das Ausdünnen dankt der Baum mit großen, gesunden und qualitativ hochwertigen Äpfeln.

Kleine Äpfel an einem Baum.
Viele Fruchtansätze allein machen noch keine gute Ernte. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Was sind Assimilate? Der Begriff Assimilate bezeichnet die Produkte, die Pflanzen durch den Prozess der Photosynthese oder Chemosynthese herstellen. Assimilate bestehen im Wesentlichen aus Kohlenhydraten wie Glukose oder Stärke.

Wann sollte ausgedünnt werden?

Der beste Zeitpunkt zum Ausdünnen ist nach dem Johannistag am 24. Juni. In jedem Fall sollte man den Juni-Fruchtfall abwarten. Dann wirft der Baum ganz von allein einen Teil der Früchte ab, weil er nicht alle ernähren kann. Schließlich werden immer mehr Blüten befruchtet, als Früchte versorgt werden können. Mit der Handausdünnung kann man diesen natürlichen Prozess noch weiter unterstützen.

Die Äpfel sollten noch klein sein, aber selbst in diesem Stadium sieht man oft schon, welche sich gut entwickeln werden und welche nicht. Auf keinen Fall sollten Sie zu lange mit der Ausdünnung warten, weil der Baum dann umsonst Nährstoffe in die Früchte investiert.

Martin Penzel vom Lehr und Versuchszentrum Gartenbau Erfurt dünnt Äpfel an einem Baum aus.
Kennt sich aus mit Obst: Martin Penzel vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Welche Früchte entfernen?

Als Faustregel gilt: Zwischen den einzelnen Früchten sollten Sie jeweils eine Handbreit Platz lassen. Wenn weniger Früchte dran hängen, kann man auch mehr Äpfel hängen lassen. Maximal sollten drei Früchte an einem Bündel hängen.

Entfernen Sie Früchte mit Frostschaden, Schorf oder Beschädigungen und lassen Sie von den gesunden Früchten die Schönsten stehen.

Nicht zu stark Ausdünnen Auf das richtige Maß kommt es an! 50 Blätter pro Apfel sind zu viel, weil die Früchte dann zu schnell wachsen. In der Folge lagern sie weniger Calcium ein und die Zellwände werden nicht richtig ausgebildet. Dann kommt es beim Lagern schnell zu Krankheiten.

Wie ausdünnen?

Entweder schneiden Sie die überzähligen Äpfel mit der Gartenschere weg oder brechen sie per Hand vorsichtig aus. Bei der Gelegenheit sollten Sie den Baum auch auf Krankheiten und Schädlinge untersuchen: Gespinstmottennester und mit Mehltau befallene Blätter rausnehmen, kleine Triebe am Stamm ausbrechen.

Eine junge Frau schneidet kleine Äpfel an einem Baum ab.
Schneiden Sie beherzt, aber mit Augenmaß. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Quelle: Martin Penzel, Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 03. Juli 2021 | 09:00 Uhr