Abgeschaut von der Natur Eine wilde Hecke mit Bäumen, Sträuchern und Stauden anlegen

Eine natürliche Hecke bietet Vögeln, Insekten und anderen Tieren Nahrung und ein Zuhause. Wir zeigen, wie sich im eigenen Garten eine Tolle Wildhecke aus Bäumen, Sträuchern und Stauden gestalten lässt und welche Pflanzen dafür besonders gut geeignet sind.

Blick auf eine Hecke mit verschiedenen Pflanzen
Eine natürliche Hecke bringt ein Stückchen wilde Natur in den Garten. Bildrechte: Daniela Dufft

Was ist eine natürliche Hecke?

Ein Blick in die Natur zeigt es: Dort gibt es nirgends Hecken, wie sie viele Grundstücke umgeben: etwa einen Meter breit, grün und sonst nichts.

Drei-Zonen-Hecke – Hecke im Querschnitt
Im Querschnitt lässt sich die Struktur der Hecke gut erkennen. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

In der Natur sind Hecken beispielsweise an Feldrainen zu finden. Sie bestehen aus verschiedenen Bereichen - Kern, Mantel und Saum. Im Kern der Hecke siedeln Bäume wie Birke oder Eberesche, oder über fünf Meter hohe Sträucher. Unter ihnen liegt Totholz und altes Laub. In der Mantelzone gesellen sich Sträucher wie Holunder, Haselnuss oder Schlehe, Hundsrose und Zaubernuss dazu. Hier brüten besonders gern Vögel. In der Saumschicht wachsen Aronstab, Buschwindröschen und zahlreiche Stauden. Eine solche Hecke bietet unzähligen Tieren Schutz und Nahrung. Sie ist ein ökologischer Schatz.

Eine Naturhecke im Garten anlegen

Hamamelis - Zaubernuss- rote, fransige, Blüten
Hamamelis - die Zaubernuss - fasziniert mit ihren gelben Blüten Mensch und Insekt. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Eine solche Hecke aus mehreren Zonen lässt sich auch im Garten schaffen. Und mit ein bisschen Geschick bietet die Hecke nicht nur für Tiere Versteck und Nahrung. Gut geplant ist sie ein Augenschmaus zu jeder Jahreszeit. Für eine solche Hecke kommen zahlreiche Bäume, Sträucher und Stauden in Fragen. Da die Hecke genau an Garten, Standort und persönliche Vorlieben angepasst werden sollte, lassen Sie sich am besten in einer Gärtnerei beraten.

Diese Pflanzen passen in eine natürliche Hecke

In eine natürliche Hecke passen viele heimische Bäume und Sträucher. Aber wer besonders viel Wert auf optische Attraktivität legt, wählt besondere Sorten aus. In die Mitte kommt dann zum Beispiel die Kornelkirsche (Cornus mas). Sie wird etwa vier bis fünf Meter hoch, blüht im Frühjahr und trägt im Herbst rote Früchte. In kleinen Gärten punkten eine Säulenzierkirsche oder andere Säulen-Bäume als zentrales Element der Hecke. Dazu passen Sträucher wie der rotblühende Holunder "Black Lace", der Insekten lockende Pfeifenstrauch, das Zwergpfaffenhütchen (Dyonymus alatus compactus) mit seiner wunderbaren Blattfärbung, Wildrosen oder die exotische Berberitze "Juliane". Im Saum wachsen Stauden wie Sonnenhut, Lavendel, Zwergsommerflieder oder Zwergzieräpfel.

Wie viel Platz braucht die natürliche Hecke?

Würde man die Hecke tatsächlich wie in der Natur bauen, dann bräuchte sie in der Breite mindestens sechs bis acht Meter Platz. Nur wenige Menschen haben so große Gärten. Aber es gibt Alternativen, sagt Thomas Ackermann, Gärtner aus Schönstedt: "Sie können in kleinen Gärten die Baumschicht weg lassen. Sie können Mantel und Saum nur in eine Richtung anlegen oder sie nutzen nur eine Ecke im Garten, um eine Hecke anzulegen." Trotzdem! Sträucher brauchen Platz. Selbst in der Minimalversion sollten mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Pflanzen Sie mit ausreichend Abstand: Zwei Meter zwischen den Sträuchern!

Natürliche Gartenelemente Hecken: Blühender und bunter Sichtschutz

So schön kann eine Hecke aussehen: Gräser, blühende Stauden und Gehölze können wunderbar für eine gemischte Hecke kombiniert werden. Hier sehen Sie einige schöne Pflanzbeispiele.

Eine Frau schaut durch verschiedene hochwachsende Pflanzen hindurch.
Cornelia Pacalaj hat in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt den Hut auf, wenn es um gemischte Hecken geht. Vor drei Jahre wurden die Heckenbeete angelegt. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Frau schaut durch verschiedene hochwachsende Pflanzen hindurch.
Cornelia Pacalaj hat in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt den Hut auf, wenn es um gemischte Hecken geht. Vor drei Jahre wurden die Heckenbeete angelegt. Bildrechte: Daniela Dufft
Blick auf eine Hecke mit verschiedenen Pflanzen
Ein Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen auch in Trockenzeiten mit ausreichend Wasser. So ist alles gut gewachsen. Bildrechte: Daniela Dufft
Gelbe Blüten des Sonnenhuts vor hoch wachsendem Gras
Der Sonnenhut hat im Sommer seinen Auftritt. Dahinter das Chinaschilf 'Nishidake’. Es ist das erste Chinaschilf, das im August zu blühen beginnt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hohe Herbstaster wächst vor gelb blühender Sonnenhut-Staude.
Die vielen Stauden bringen Farbe in die Hecken. Die halbhohe Herbstaster steht vor prächtig blühendem Sonnenhut. Bildrechte: Daniela Dufft
Lila Blüten der Herbstaster
Hohe Herbstastern sehen oben zwar sehr schön aus, brauchen aber eine Vorpflanzung um kahle Stiele zu kaschieren. Bildrechte: Daniela Dufft
Rotstieliger Mangold.
Jedes Jahr auf‘s Neue werden Gemüsepflanzen gesetzt, wie hier der rotstielige Mangold. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Dolden einer Fenchelpflanze
Fencheldolden lockern die Hecke auf. An einigen Stellen wächst sie dicht, an anderen kann man noch gut hindurchschauen. Bildrechte: Daniela Dufft
Blüten eine hohen kleinblütigen Sonnenblume
Die hohe Sonnenblume ist ein echter Blickfang. Bildrechte: Daniela Dufft
Braune Artischockenblüte
Auch Artischocken schmücken die Hecke. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine halbhohe Aster vor hoch wachsendem Gras.
Zu jeder Jahreszeit  ein anderes Bild. Im Spätsommer haben Schönaster und Reitgras ihren Auftritt. Bildrechte: Daniela Dufft
Hoch wachsende Pflanze mit lila Blüten-Dolde
Riesige Dolden des Wasserdosts. In so einer Hecke kann sich Unkraut gut verstecken. Bildrechte: Daniela Dufft
Dunkelblättrige Holunder-Pflanze.
Unterschätztes Gehölz: der rote, Geschlitztblättrige Holunder. Bildrechte: Daniela Dufft
Hübsche rote Blüte der Emilia-Pflanze
Und auch diesen kleinen Hingucker entdeckten wir am Fuße der Stauden. Die Orangerote Emilie (Emilia Coccinea).

Bildrechte: Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. Februar 2021 | 08:30 Uhr

Wie wird die natürliche Hecke gepflegt?

Ein bisschen Pflege braucht auch eine natürliche Hecke. Während in der Mitte das Totholz liegen bleibt und unter den Sträuchern nur wenig Licht bis zum Boden dringt, drängen in der Saumzone zwischen den Stauden auch weniger geliebte Pflanzen ans Licht. Da bleibt nur Unkraut zupfen oder Bodendecker pflanzen. Alle paar Jahre sollte die Hecke einen Korrekturschnitt erhalten. Eine Hecke ist nicht für extreme Trockenheit geeignet, in trockenen Sommern muss sie von Zeit zu Zeit durchdringend gewässert werden. Dünger braucht sie normalerweise nicht, höchstens am Anfang kann ein organisch-mineralischer Dünger das Gedeihen der Pflanzen unterstützen.

Wann kann ich eine natürliche Hecke pflanzen?

Es ist grundsätzlich immer möglich, eine solche Hecke zu pflanzen. Aber Gärtner Thomas Ackermann plädiert fürs zeitige Frühjahr. "Bei tiefen Temperaturen wachsen die Wurzeln optimal!" Nach dem Austopfen wird der Wurzelballen der Pflanzen leicht angeritzt, um ihr Wachstum anzuregen.

Alle Infos: Die natürliche Hecke

Auf einen Blick • Bäume, Sträucher und Stauden kombinieren
• Kombination so wählen, dass immer etwas blüht oder Früchte trägt
• Platzbedarf der Pflanzen schon beim Setzen beachten, Pflanzabstand einhalten
• alle paar Jahre ein Korrekturschnitt
• unerwünschte Pflanzen regelmäßig entfernen

Männer neben Pflanzen 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hecken aus verschiedenen Elementen bieten Vögeln, Insekten und anderen Tieren Nahrung und ein Zuhause. Wir zeigen, wie sich auch in kleinen Gärten eine Wildhecke gestalten lässt.

MDR Garten So 28.02.2021 08:30Uhr 08:03 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. Februar 2021 | 08:30 Uhr