Gartenpraxis Anzucht und Vorkultur - Samen richtig aussäen

Sie möchten Jungpflanzen aus Saatgut gewinnen? Februar und März sind die beste Zeit dafür. Alles was Sie dazu wissen müssen, haben wir für Sie in zehn Fragen und Antworten zusammengefasst.


Wann ist eine gute Zeit für die Anzucht von Jungpflanzen?

Ab Februar kann mit der Anzucht von Jungpflanzen begonnen werden. Paprika-, Chili- und Auberginenpflanzen sowie Andenbeeren brauchen viel Wärme und Zeit, um sich zu entwickeln. Sie sollten bereits ab Mitte Februar gesät werden. Auch einjährige Kletterpflanzen sollten im Februar gesät werden. Pflanzen, die sich schneller entwickeln wie Tomaten oder auch Salate können auch im März in die Erde gebracht werden. Aber kann auch später noch mit der Anzucht begonnen werden? Einige Pflanzen wie Paprika oder Aubergine brauchen etwa zehn Wochen, bevor Sie ins Freiland gesetzt werden können. Werden sie zu spät gepflanzt, reicht die Vegetationsperiode nicht aus, damit die Früchte auch reif werden. Bei einigen Gemüsesorten ist es also wichtig, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Später kann jedoch noch auf Jungpflanzen zurückgegriffen werden. Andere Gemüsearten können das ganze Jahr über immer wieder nachgesät werden.


Was brauche ich für die Anzucht?

Für die Anzucht benötigen Sie nicht viel: Anzuchterde, einen Aussaatbehälter, eine Sprühflasche und Samen. Anzuchterde ist in ihrer Struktur feiner als normale Pflanzenerde. Außerdem enthält sie weniger Nährstoffe. Die Pflanzen sind im Anzuchts-Stadium noch sehr empfindlich und würden durch den Salzgehalt nährstoffreicher Erde 'verbrennen'. Als Aussaatbehälter eignen sich ganz unterschiedliche Gefäße. Neben gekauften Minigewächshäusern lassen sich durchsichtige Plastik-Dosen - für Antipasti oder Aufstriche beziehungsweise Sushi-Behälter zum Beispiel - gut für die Aussaat umfunktionieren. Auch Eierkartons sind dafür gut geeignet. Sie können sogar mit ausgepflanzt werden, da sie verrotten.


Wann können die Jungpflanzen ausgepflanzt werden?

Ins Freie ausgepflanzt werden die wärmeliebenden Pflanzen erst ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Pflanzen Sie bis dahin gegebenenfalls Ihre Pflanzen noch einmal um. Ins Gewächshaus können die Pflanzen schon ab Ende April gepflanzt werden.


Warum sollte ich das Saatgut beizen und wie funktioniert das?

Durch das Beizen von Saatgut können Keime abgetötet werden. Das ist bei gekauftem Saatgut nicht nötig. Bei Samen, die Sie selbst gewonnen haben, kann es die künftigen Pflanzen stärken. Haben Sie beispielsweise Samen von einem Basilikum, das im letzten Jahr etwas kränklich war, ist das Beizen zu empfehlen.

Karotten, Feldsalat, Petersilie, Sellerie und Kohl lassen sich beispielsweise gut mit Kamillentee beizen. Lassen Sie den heißen Tee auf 50 Grad Celsius abkühlen. Füllen Sie die Samen gemeinsam mit dem Tee in eine Thermoskanne und lassen Sie beides 30 Minuten stehen. Sieben Sie die Samen anschließend ab. Verwenden Sie dafür je nach Samengröße ein Sieb (ggf. auch mit einem Stück Küchenkrepp ausgelegt) oder einen (Tee- oder Kaffee-)Filter und säen Sie anschließend aus.


Dunkelkeimer, Lichtkeimer, Kaltkeimer - was ist der Unterschied?

Kaltkeimer brauchen für die Keimung eine Kühlphase. Dunkelkeimer benötigen absolute Dunkelheit, um zu keimen. Deshalb sollte der Samen mit so viel Erde bedeckt werden, wie er dick ist. Lichtkeimer besitzen meist wenig "Energiereserven" und keimen direkt an der Erdoberfläche. Sie werden in der Erde nur angedrückt. Zu den Lichtkeimer gehören vor allem Kräuter. Es ist dem Saatgut nicht anzusehen, zu welchem Keimtyp es gehört.


Welche Schädlinge können auftreten und was kann ich gegen sie tun?

Bei der Anzucht von Jungpflanzen können Trauermücken das junge Grün befallen. Die winzigen Fliegen legen ihre Eier auf feuchte Erde. Die Maden fressen dann die noch jungen Wurzeln, so dass die Sämlinge eingehen. Sie können mit Nematoden bekämpft werden.

Wenn Sämlinge nach der Keimung plötzlich umfallen, haben sie die sogenannte Umfallkrankheit. Dabei können Sie mit sauberen Gefäßen und Substraten vorbeugen, damit die Erreger nicht übertragen werden. Halten Sie die Erde zwar feucht, aber nicht zu nass.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Komm in den Garten | 12. Februar 2021 | 10:00 Uhr