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Der Bärlauch gehört zu den Kaltkeimern. Die Samen brauchen eine Kälteperiode um zu keimen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gartentipp der WocheKaltkeimer aussäen: Diese Pflanzen keimen nur dank Kälte

von Brigitte Goss

Stand: 11. Dezember 2020, 13:45 Uhr

Manche Pflanzen - wie Frauenmantel, Bärlauch, Steinsame und Phlox - keimen nur, wenn sie lange genug tiefe Temperaturen abbekommen haben. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, was Kaltkeimer sind und wie sie richtig ausgesät werden.

Kaltkeimer sind Pflanzen aus Gebieten, in denen es im Winter kalt und frostig wird, so wie es auch in Deutschland meist üblich ist. Kaltkeimer haben sich an dieses Klima angepasst. Ihre Samen reifen im Sommer und Herbst. Früher nannte man diese Pflanzen Frostkeimer, aber heute ist die Bezeichnung Kaltkeimer üblich.

Warum Kaltkeimer den Winter brauchen

Die Kaltkeimer Lauchschötchen, Guter Heinrich und Heilwurz hat Gärtnerin Brigitte Goss im Herbst in Saatschalen ausgesät. Zunächst stehen die Töpfchen im kühlen Gewächshaus, ab Dezember dann draußen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Damit die reifen Samen im Herbst nicht gleich keimen und dann in der kalten Jahreszeit erfrieren, enthalten sie eine schützende Keimblockade aus hemmenden Substanzen. Durch die niedrigen Temperaturen im Winter werden diese hemmenden Substanzen abgebaut. Erst nach einigen Wochen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt ist die "Kaltschranke" überwunden und die Pflänzchen können ins Leben starten. Mit dieser List werden die Samen vor frühzeitigem Keimen bewahrt. Die tatsächliche Keimung beginnt im Frühling, wenn keine sehr tiefen Minusgrade mehr zu erwarten sind.

Diese Pflanzen gehören zu den Kaltkeimern

Folgende Wild- und Gartenpflanzen zählen zu den Kaltkeimern:

Kaltkeimer im Garten

Steinsame ist ein toller Bodendecker im Steingarten. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Schlüsselblumen schmücken Gärten und Wiesen im Frühling. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Lungenkraut hat nicht nur hübsche Blüten, sondern bietet auch Nahrung für die ersten Bienen und Hummeln auf Nahrungssuche. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Kletterpflanze Hopfen rankt gern über Zäune. Sie bietet guten Sichtschutz. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Guter Heinrich ist auch als wilder Spinat bekannt. Er kann auch genauso verwendet werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Enzian schmückt den Garten, wird aber auch zur Herstellung von Schnaps oder Heilmitteln genutzt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Eisenhut blüht wunderschön blau. Aber vorsichtig: Eisenhut ist giftig. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Bärlauch finden viele lecker. Deshalb findet er auch in immer mehr Gärten ein Plätzchen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die leuchtend gelben Adonisröschen kommen früh im Jahr aus der Erde. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Kaltkeimer aussäen

Brigitte Goss hat im Oktober Samen von Lauch-Scheibenschötchen (Peltaria alliacea), Gutem Heinrich und Heilwurz (Seseli libanotis) gesät, mit Erde abgedeckt und ins kalte Gewächshaus gestellt. Die Samen könnte man zwar auch in ein vorbereitetes Saatbett ins Freie säen, aber in Saatschalen verliert man nicht so schnell den Überblick. Im Dezember kommen die Saatschalen ins Freie, so dass sie Kälte und Schnee ausgesetzt sind.

Beim Lauch-Scheibenschötchen handelt es sich um ein essbares Wildkraut. Es zeigt im Frühling die ersten, frischen Blättchen. Geschmacklich soll das Frühjahrsgemüse an Senf, Kresse und Lauch erinnern. Heilwurz ist ein Doldenblütler, der den Garten im Sommer mit strahlend weißen Blütendolden schmückt. Beim Guten Heinrich können die Blätter wie Spinat zubereitet werden.

Wer spät sät, hat im Frühling frisch keimende Pflanzen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Ein Frühbeetkasten oder ein Kleingewächshaus eignen sich bestens für die Überwinterung der Saat. Dort sind die Temperatur-Unterschiede nicht so krass und Dauernässe wird nicht zum Problem. Eine Schneeschicht im Winter auf dem Saatbett begünstigt die spätere Keimung im Frühjahr. Der schmelzende Schnee macht die Samenschale porös.

Kaltkeimer können auch im Winter und Vorfrühling im Haus nach dem Einfrieren, Vorkeimen und Antreiben der Samen wachsen. Allerdings ist es praktischer, die natürlichen Kräfte des Winters zu nutzen.

Saatschalen unterm Schnee. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. März 2020 | 08:30 Uhr