Gartenkresse und Co. Essbare Sprossen, Keimlinge und Grünkraut selber ziehen

Von der Fensterbank direkt aufs Brot: Für frische Vitamine können Sie im Winter dank Kresse und anderen jungen Gemüsepflänzchen selbst sorgen. Wissenswertes über Anzucht und Anbau von Keimlingen, Sprossen und Grünkraut erfahren Sie hier.

Nahaufnahme von Kresse
Junge Kresse schmeckt leicht scharf und eignet sich zum Beispiel als Belag fürs Butterbrot. Gegessen werden nur die Triebe mit Blättchen - ohne Wurzeln und Samenhüllen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was zeichnet Keimlinge, Sprossen und Grünkraut aus?

Wenn Saatgut keimt und die aufgeplatzten Samen zarte Wurzeln bekommen, ist von Keimlingen die Rede. Ein Spross ist dabei noch nicht vorhanden. Setzt der Blatttrieb ein, werden aus den Keimlingen Sprossen. Erst wenn sich tatsächlich grüne Blättchen mit dem Blattfarbstoff Chlorophyll bilden, handelt es sich um Grünkraut. Die jungen Gemüsepflänzchen können frisch auf der eigenen Fensterbank angebaut, geerntet und roh gegessen werden.

Entscheide ich mich für das entsprechende Saatgut, kann sichergestellt werden, dass das Lebensmittel frei von Schadstoffen ist. Die jungen Pflänzchen sind reich an Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen. Außerdem lassen sie sich gut verdauen.

Welche Pflanzen eignen sich zum Verzehr als Keimlinge, Sprossen oder Grünkraut?

Wichtig ist, für den Anbau zu Hause nur Saatgut zu verwenden, dass zum Essen in Form von Keimlingen, Keimsprossen oder Grünkraut geeignet ist. Im Handel gibt es verschiedene Samen zu kaufen, die sich bei der Anzucht je nach Farbe und Geschmack unterscheiden. Vielfach wird das Saatgut in Bio-Qualität angeboten. Zu den beliebten und schmackhaften Keimsprossen gehören:

Eine Hand schneidet Sprossen ab, daneben liegt eine geschmierte Butterbrotschnitte auf einem Brett
Sprossen und Grünkraut können einfach mit der Küchenschere geerntet werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

  • Kresse
  • Mungobohne
  • Rotklee
  • Rettich
  • Radieschen
  • Rote Rüben
  • Rauke
  • Brokkoli
  • Alfalfa (Luzerne)
  • Weizen
  • Gerste

Gartenküche Keimlinge, Sprossen und Grünkraut: Eine Auswahl

Keimlinge, Sprossen und Grünkraut lassen sich super auf der heimischen Fensterbank anbauen. Eine kleine Auswahl der Gemüsefrüchte stellen wir Ihnen hier vor.

Kressesprossen in einer hellen Schale
Ein wahrer Klassiker auf der Fensterbank ist die Kresse. Ihr Name stammt aus dem Lateinischen. "Crescere" bedeutet so viel wie "wachsen", "entstehen" und verweist auf das schnelle Wachstum, für das die Kresse bekannt ist. Kresse enthält neben den Vitaminen A und B, viel Vitamin C und D. Sie eignet sich sehr gut für Grünkrautanfänger. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand hält ein rundes Plastegefäß mit Mungobohnen-Sprossen geneigt
Die Mungobohne gehört zu den Schmetterlingsblütlern und ist eher bekannt als Sojabohne. Sie hat einen hohen Vitamingehalt, der während der Keimung deutlich steigt. Insbesondere der Anteil an Vitamin E ist hoch. Vitamin E soll eine verjüngende Wirkung haben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Radieschensprossen in einer anthrazitfarbenen Schale auf einem schwarzen Tisch
Wie der Rettich, so gehören auch die Radieschen zu den Kreuzblütengewächsen. Sie enthalten die Vitamine A, B und C. Durch ihre Senföle entfalten sie ihren leicht scharfen Geschmack. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Sprossen der Alfalfa in umgedrehten Keimgläsern, die in einer Halterung auf einem Tisch stehen
Die Alfalfa (oder auch Luzerne) hat ihren Namen aus dem Arabischen. Er bedeutet so viel wie "gutes Futter". Sie enthält die Vitamine A, B, C, D, E, K und H. Alfalfa soll eine schmerzlindernde und abschwellende Wirkung bei Rheuma haben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Kressesprossen in einer hellen Schale
Ein wahrer Klassiker auf der Fensterbank ist die Kresse. Ihr Name stammt aus dem Lateinischen. "Crescere" bedeutet so viel wie "wachsen", "entstehen" und verweist auf das schnelle Wachstum, für das die Kresse bekannt ist. Kresse enthält neben den Vitaminen A und B, viel Vitamin C und D. Sie eignet sich sehr gut für Grünkrautanfänger. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Rotkleesprossen in einer dunkelroten Schale auf einem schwarzen Tisch
Rotklee wird oft auch Wiesenklee genannt und ist eigentlich als Futterpflanze bekannt. Er enthält neben zwei Arten von Isoflavonoiden, die Vitamine C und E. Die Isoflavonoide ähneln dem weiblichen Östrogen. Sie sollen das Wohlbefinden der Frauen während der Wechseljahre begünstigen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Grüne Sprossen in einer Sushi-Schale auf einem schwarzen Tisch, im Hintergrund noch mehr Sprossen
Rettich, hier Daikon-Rettich, enthält neben Vitamin A und B auch viel Vitamin C. Dem Grünkraut wird eine säubernde, schlank und wach machende Wirkung nachgesagt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand überreicht einer anderen Hand eine Ebene einer runden Keimsprossenbox mit Brokkoli-Sprossen
Brokkoli gilt als Keimling und Grünkraut als krebshemmend. Außerdem genießt er den Ruf des Immunverstärkers. Geschmacklich hat er ebenfalls eine leicht scharfe Note. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand schneidet Sprossen ab, daneben liegt eine geschmierte Butterbrotschnitte auf einem Brett
Die einfachste Nutzungsvariante der Gemüsefrüchte ist es, sie mit einer Schere zu ernten und auf ein Butterbrot zu legen. So einfach wie es klingt, so lecker ist es. Doch auch Salate, Suppen, Aufstriche oder Reis-Rezepte lassen sich mit ihnen verfeinern. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Welche Teile kann ich essen?

Keimlinge und Sprossen können in der Regel vollständig gegessen werden. Beim Grünkraut empfiehlt es sich, nur den oberen Teil ohne die Wurzeln zu verzehren.

Welches Saatgut wird für die Anzucht verwendet?

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an speziellem Saatgut für die Anzucht von Keimlingen, Sprossen und Grünkraut. Da sie zum Verzehr bestimmt sind, kann gut auf solche Samen zurückgegriffen werden. Bei diesen sollte die Hygiene gewährleistet sein. Weitere Sicherheit bietet die Herkunft aus kontrolliert biologischem Anbau. Bei Sprossen-Saatgut ist außerdem sichergestellt, dass die Samen austreiben. Sind die Samen direkt als zum Verzehr geeignet eingestuft, kann es sein, dass sie nur zur Weiterverarbeitung bestimmt sind - und deshalb nicht keimen.

Wie funktioniert die Anzucht?

Habe ich mich für ein Saatgut entschieden, kann ich es einige Zeit vorquellen lassen. Das empfiehlt sich vor allem bei Kresse. Anschließend gebe ich die Samen in einen Behälter für die Anzucht. Hierfür können verschiedene Gefäße verwendet werden. Nach und nach keimt das Saatgut schließlich. Wichtig ist, dass die Samen feucht gehalten werden. Idealerweise sollte morgens und abends das Saatgut - auch um es keimfrei zu halten - vorsichtig unter fließendem Wasser ausgewaschen werden. Es dürfen keine Wasserreste zurückbleiben, da sonst Fäule droht. In der Regel können die Samen sich und der Feuchtigkeit selbst überlassen werden. Wird auf einem Teller oder etwas ähnlichem gezüchtet, kann ruhig eine Schicht Küchenpapier daruntergelegt werden. So verteilt sich auch bei Gefäßen, die zur Mitte hin eine leichte Neigung haben, die Feuchtigkeit gleichmäßig.

Gartenküche Behältnisse für die Anzucht von Kresse und Co.

Verschiedene Gefäße eignen sich für die Anzucht von Gemüsefrüchten. Hier zeigen wir ihnen eine Auswahl an Boxen, Schalen, Gläsern und Tellern.

Auf einem Tisch stehen verschiedenen Sprossenarten in diversen Anzuchtsgefäßen
Gemüsefrüchte können in verschiedenen Gefäßen angezüchtet werden. Ein einfacher Teller reicht dafür aus. Doch auch gebrauchte, gereinigte Sushischalen eignen sich zur Anzucht. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auf einem Tisch stehen verschiedenen Sprossenarten in diversen Anzuchtsgefäßen
Gemüsefrüchte können in verschiedenen Gefäßen angezüchtet werden. Ein einfacher Teller reicht dafür aus. Doch auch gebrauchte, gereinigte Sushischalen eignen sich zur Anzucht. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine runde Keimsprossenbox mit vier Ebenen steht auf einem Tisch, drei Ebenen sind in Benutzung
In Keimsprossenboxen können verschiedene Saatgutarten gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen zum Keimen gebracht werden – eine effiziente Variante für die Fensterbank mit wenig Platz. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Frau hält in einer Hand ein Keimglas, mit der anderen gießt sie aus einer Karaffe Wasser in das Glas
Auch im Keimglas lassen sich Gemüsefrüchte züchten. Hier wie in allen anderen Gefäßen gilt: Das Saatgut muss morgens und abends mit frischem Wasser gespült werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Frau stellt ein Keimglas auf dem Kopf in eine Halterung, ein anderes Glas steht dort bereits
Nach dem Bewässern sollte das Saatgut gut abtropfen, um die Bildung von Keimen zu vermeiden. Die Gläser, aber auch die anderen Behältnisse, sollten sauber gehalten werden. Bei Immunschwächen ist der Verzicht auf die gekeimten Gemüsefrüchte empfehlenswert. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auf einem Tisch steht ein heller Keramikteller mit einem Metallsieb
Eine weitere Möglichkeit der Anzucht ist ein Sieb, das auf einem Teller liegt. Vor allem bei schleimbildendem Saatgut eignet sich diese Variante. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
auf einen Keramikteller mit Sieb wird eingeweichtes Saatgut aus einer Dose gegossen
Das vorher eingeweichte Saatgut wird dabei auf das Sieb gegeben. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
mit einem Löffel wird eingeweichtes Saatgut auf einem Metallsieb, das auf einem Teller liegt, verteilt
Mit einem Löffel werden die gequellten Samen schließlich auf dem Sieb gleichmäßig verteilt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Über ein Sieb mit eingeweichtem Saatgut stülpt eine Hand eine Glasglocke
Durch eine Abdeckung wie hier die Glasglocke kann der Keimprozess beschleunigt werden. Einen ähnlichen Effekt bewirkt bei den bereits erwähnten Sushiboxen der dazugehörige Deckel. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwei Hände heben ein Sieb aus einer Schale, die hellen Wurzeln der Sprossen sind zu sehen
Das Sieb kann jederzeit von dem Teller genommen und ausgespült werden. Gleichzeitig lassen sich dadurch die Wurzeln gut kontrollieren. Solange die Wurzeln hell bleiben, lassen sich die Gemüsefrüchte gut essen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand hält ein Sieb hoch, auf der Unterseite sind leicht bräunliche Wurzeln zu erkennen
Färben sich die Wurzel jedoch langsam bräunlich, sollten sie nicht mehr gegessen werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. Februar 2019 | 08:30 Uhr