Mehr zum Gemüseanbau im Frühjahr

Nachhaltig und sparsam gärtnern Ein Warmbeet anlegen, bepflanzen und pflegen

Ein Warmbeet ist ein mit Pferde- oder Kuhmist befülltes Frühbeet. Es wird durch Verrottungsprozesse im Boden warm gehalten. Mit dieser alten und gleichzeitig nachhaltigen sowie sparsamen Methode kann Gemüse schon im Spätwinter vorgezogen und angebaut werden.

Ein Warmbeet 1 min
Bildrechte: MDR/Monika Wolak

Ein Warmbeet, auch Mistbeet genannt, ist eine Art des Frühbeets, das mit Pferde- oder Kuhmist befüllt wird. Der Mist setzt in Verbindung mit Wasser die Verrottungsprozesse im Boden in Gang, die für die Wärme sorgen. Dadurch kann ein solches Beet bereits Ende Januar im Garten aufgebaut und bepflanzt werden. In dem Warmbeet können die Pflanzen also vorgezogen und wesentlich früher als sonst geerntet werden. Schon ein paar Wochen nach der Aussaat ist das erste Gemüse reif - Radieschen oder schnell wachsendes, robustes Blattgemüse zum Beispiel.

Dazu stellt das Warmbeet eine nachhaltige und sparsame Alternative zu einem geheizten Gewächshaus dar, da es ganz ohne Strom warm gehalten wird. Der Gartenexperte und Inhaber von Erfurter Brunnenkresse, Ralf Fischer, legt jedes Jahr ein Warmbeet an und erklärt, wie's geht.

Ein Gärtner an einem Mistbeet. 1 min
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1 min

MDR FERNSEHEN So 07.03.2021 08:30Uhr 00:47 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/anpflanzen/mistbeet-fuer-fruehes-gemuese-100.html

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Standort und Rahmen des Warmbeets

Für ein Warmbeet wird ein Beetkasten aus Beton oder dicken Holzbrettern gebraucht. Der Kasten sollte schräg und am besten nach Süden ausgerichtet aufgestellt werden, sodass das Beet viel Sonne bekommt. Der später mit Mist und Erde gefüllte Kasten muss dann noch mit passenden Fenstern mit Holzrahmen abgedeckt werden. Die Fenster sollten deshalb von der Größe her genau zu dem Beetkasten passen. Das ist für die Wärmeisolation besonders wichtig.

Ralf Fischer erntet aus einem Warmbeet.
Die Fenster sollten von der Größe her genau zum Beetkasten passen, in dem das Warmbeet angelegt wird. Ralf Fischer verwendet ein gepolstertes Holzbrett, wenn er sich für die Aussaat oder Ernte über das Beet knien muss. Bildrechte: MDR/Monika Wolak

Materialien und Werkzeuge

Fürs Befüllen des Warmbeets braucht man in erster Linie Stallmist von Pferden oder Kühen. Der frische Mist hat eine Kerntemperatur von rund 70 Grad Celsius. Reiterhöfe werden diesen gern oft kostenfrei los. Schweinemist eignet sich für die Warmbeete dagegen nicht, da er keine Wärme speichert.

Weiter benötigt wird noch kaltes Wasser und nährstoffreiche Erde, am besten Komposterde. Zusätzlich braucht man auch eine Schaufel zum Ausgraben und eine Harke zum Zerbröckeln und Glätten der Erde.

Wer im Garten Probleme mit Wühlmäusen hat, kann nach dem Ausheben der Erde im Beetkasten ein Gitter anbringen. Es verhindert, dass die Mäuse von unten an die Pflanzenwurzeln im Beet gelangen.

Mistbeet Schritt für Schritt befüllen

Mit dem Befüllen des Mistbeets kann man schon Ende Januar bis Anfang Februar beginnen. Erster Schritt ist, die Erde im Beetkasten etwa 60 Zentimeter tief auszuheben.

Tipp: Nicht sämtliche Erde auf einmal ausgraben Das Ausheben der Erde muss nicht auf einmal passieren, falls Sie wenig Platz rund ums Beet haben, um den Aushub zu lagern. Am besten zerlegt man das Beet dann gedanklich in zwei oder mehrere gleich große Teile - je nach Beetgröße. Die Erde aus dem ersten Teil kann dann herausgehoben und kurz auf dem benachbarten Beetteil abgelegt werden. Erst dann kann man mit dem Schichten im ersten Teil beginnen.

Als unterste Schicht kommt der warme, frische Mist in die Grube im Beetkasten. Er wird etwa 60 Zentimeter hoch hineingeschichtet, dann mit kaltem Wasser großzügig besprüht und anschließend festgetreten. Danach wird der Erdaushub mit Komposterde gemischt. Verteilen Sie diese Mischung etwa 15 bis 25 Zentimeter hoch auf dem Mist. Zum Abschluss wird die Erdschicht geglättet.

Mist wird in einem Warmbeet mit kaltem Wasser besprüht.
Nach dem Einfüllen des Mists wird gewässert. Dafür kann man kaltes Wasser direkt aus dem Schlauch verwenden. Bildrechte: MDR/Monika Wolak

Dies setzt man mit weiteren Teilen des Beetes fort, bis das ganze Warmbeet mit der Erde bedeckt wird. Große Erdbrocken an der Oberfläche sollen mit der Harke zerbröckelt, die Erde anschließend geglättet und nochmal gegossen werden. Der letzte Punkt ist das Abdecken des Beetes mit den Fenstern. Wichtig ist, dass sie vorher gründlich gereinigt werden. So kann man sicherstellen, dass mehr Sonne durchgelassen wird.

Der nasse Mist wird festgetreten.
Der nasse Mist muss gründlich festgetreten werden, bevor darüber die Erde verteilt wird. Bildrechte: MDR/Monika Wolak

Warmbeet bepflanzen

Nach dem Befüllen soll das Mistbeet erst zwei bis drei Tage ruhen. Die Verrottungsprozesse starten und das Beet wird wärmer. Danach kann das Beet mit Gemüsepflanzen wie Radieschen, Steckzwiebeln und Salat bepflanzt werden. Später kann das Warmbeet für Tomatenpflanzen und anschließend auch für Gurken verwendet werden. Beim Aussäen ist noch zu beachten, dass die Pflanzen nicht zu nah beieinander wachsen, das heißt die Pflanzabstände eingehalten werden.

Mistbeet pflegen

Das Mistbeet muss täglich gepflegt werden. Dazu zählt vor allem regelmäßiges Lüften und Gießen des Beetes. Je nach Sonnenstärke und Außentemperatur soll die Öffnung der Fernster variieren. Je wärmer, desto mehr kann gelüftet werden. Bei starkem Sonnenschein sollte aber aufgepasst werden, da die Pflanzen im schlimmsten Fall verbrennen können. Dann ist eine Strohmatte auf der Glasabdeckung sinnvoll. Bei Minustemperaturen sollte man das Beet hingegen von außen noch zusätzlich mit Mist oder Strohmatten isolieren. Schnee muss nicht entfernt werden, da er auch als Isolationsschicht gilt.

Quelle: MDR Garten, Ralf Fischer - Gartenexperte und Inhaber Thüringer Brunnenkresse

DIY - Bauanleitung Schritt für Schritt zum selbstgebauten Hochbeet

Ein Hochbeet selbst zu bauen, ist mit etwas handwerklichem Geschick gar nicht schwer. Hier erklären wir, was für Material benötigt wird, wie Sie den Untergrund vorbereiten und wie ein Hochbeet aus Holz gebaut wird.

Selfie von Hobbygartner Frank Krause und Nadine Witt.
Ein Hochbeet selbst zu bauen, ist mit etwas handwerklichem Geschick gar nicht schwer. Die Kleingärtner Nadine Witt und Frank Krause zeigen, wie es gebaut wird und worauf es ankommt. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Selfie von Hobbygartner Frank Krause und Nadine Witt.
Ein Hochbeet selbst zu bauen, ist mit etwas handwerklichem Geschick gar nicht schwer. Die Kleingärtner Nadine Witt und Frank Krause zeigen, wie es gebaut wird und worauf es ankommt. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Auf ener Terrasse liegt viel Holz. Frank Krause steht an einem Arbeitstisch.
Damit das Hochbeet lange hält, ist hochwertiges Material wichtig. Grundsätzlich gilt: Lieber Hartholz als Weichholz, lieber dicke Bretter als dünne verwenden. Aus Kostengründen haben sich die beiden Kleingärtner trotzdem für Weichholz entschieden und Fichtenholz in einer Stärke von 4 Zentimetern verarbeitet. Hochbeetmaße: (B: 160 x T: 90 x H: 80/ 100) Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Material und Werkzeug für den Hochbeet-Bau: Klemme, Bretter, Winkeleisen, Schrauben, Zollstock, Akku-Schrauber.
Einkaufsliste - Material für das Hochbeet (ohne Werkzeuge) Fichtenholz (4 cm dick), Noppenfolie, Winkeleisen, Schrauben, Tacker, Öl

Materialkosten für dieses Hochbeet (B:160 cm x T:90 cm x H:100 cm) = 180 Euro. Mit Paletten geht es auch günstiger.
Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Nadine Witt schleift Holzbretter
Für den Wetterschutz: Bretter fein abschleifen (sie sind oft noch rau) und anschließend ölen oder mit ökologischem Holzschutzgrund behandeln. Am besten im Fachmarkt beraten lassen. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause schüttet eine Schubkarre Kies auf ein Beet.
Der Untergrund für das Hochbeet muss vorbereitet werden. Die Fläche ebnen und eine 10 Zentimeter dicke Kiesschicht ausbringen. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause verteilt Kies.
So steht das Hochbeet stabil, das Wasser kann gut ablaufen und die 10 Zentimeter dicke Kiesschicht hält hoffentlich auch Wühlmäuse von unten fern. Auf ein zusätzliches Wühlmausgitter wurde verzichtet, weil die Mäuse im vergangenen Jahr auch außen am Hochbeet hochgeklettert sind. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause schraubt Bretter zusammen
Frank Krause montiert die Wände an einem Arbeitstisch vor. Die Bretter werden mit einem Winkeleisen verbunden. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause schraubt Bretter zusammen
Alle Bretter haben eine 45 Grad winklige Gärung. So passen die Wände später perfekt zusammen. Es funktioniert aber auch ohne Gärung. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause schraubt Bretter zusammen
Die vormontierten Wände werden dann vor Ort zusammengesetzt. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Frank Krause befestigt eine Noppenfolie im Hochbeet
Der Innenraum wird mit Noppenfolie verkleidet und einfach angetackert. Wichtig: Die Noppen zeigen zum Holz hin nach außen! So kann Luft zirkulieren. Von Teichfolie rät Frank Krause ab, da sie keine Luft ins Hochbeet lässt. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Nadine Witt befüllt ein Hochbeet mit Erde
Das Beet wird befüllt. Von unten nach oben: Grasnarben und Komposterde im Wechsel, Häcksel vom Holzschnitt, Erdaushub von alten Kastenbeeten, gesiebte Komposterde, oberste Schicht: Bio-Pflanzerde. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
Mit Erde gefülltes Hochbeet
Jetzt darf gepflanzt werden. Nach oben sollten im Hochbeet zehn Zentimeter Platz bleiben. So kann das kleine Gemüse windgeschützt wachsen. Bildrechte: MDR/Nadine Witt
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 27. März 2021 | 09:05 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. März 2022 | 08:30 Uhr