Saatgut kaufen Das bedeuten die Begriffe auf den Saatguttütchen

Die Auswahl von Saatgut ist riesig. Es kann bio oder konventionell sein, sortenecht oder hybrid. Wir können F1-Generationen, Arten oder Sorten wählen. Aber was bedeuten diese Begriffe überhaupt und welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Varianten?

Samen von verschiedenen Beete-Sorten
Sorten, Arten, Zusatzbezeichnungen - die vielen Begriffe auf den Samentütchen sind für Laien manchmal nur schwer zu verstehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Was sind Sorten?

Wer Tomaten säen oder pflanzen will, hat die Qual der Wahl. Unzählige verschiedene Sorten stehen zur Auswahl. Rund 35.000 soll es weltweit geben. Jede Sorte hat bestimmte Eigenschaften: Dazu zählen beispielsweise Wuchshöhe, Fruchtgröße und Fruchtfarbe, Resistenzen gegen Krankheiten. Jede Pflanze einer bestimmten Sorte hat die gleichen Eigenschaften. Wichtig: Eine Sorte ist nicht das gleiche wie eine Art.

Was ist eine Art?

Tomaten (rot, gelb, schwarz)
35.000 Tomatensorten gibt es auf der Welt. Sie alle gehören zu einer Art. Bildrechte: MDR/Uta Marie Reichert

Alle Tomatensorten gehören zur gleichen Art: Solanum lycopersicum. Wer das nicht so ganz glauben mag, kann sich das bei Hunden verdeutlichen. Sie alle gehören zur Art Canis lupus. Genauso wie der Wolf. Durch lange Zucht sind aus dieser einen Art viele verschiedene Rassen entstanden. Vom Pudel bis zur Dogge: Sie alle gehören zu einer Art und können gemeinsame Nachkommen hervorbringen. Bei Pflanzen gibt es keine Rassen, sondern Sorten. Und das sind bei den Tomaten sehr, sehr viele.

Wie unterscheiden sich Biosaatgut und konventionelles Saatgut?

Ein Samen ist erst einmal ein Samen. Wird er bei Saatgutherstellern gekauft, ist er vom Bundessortenamt registriert. Er kann dann unter Biobedingungen gezogen werden oder auch nicht. Das muss jeder Gärtner selbst entscheiden. Aber ist der Samen als Biosaatgut gekennzeichnet, dann stammt er von einer Pflanze, die schon unter Biostandards aufgezogen wurde. Firmen, die Biosaatgut produzieren, bieten meist Sorten an, die samenfest sind.

Was sind samenfeste Sorten?

Pflanzen samenfester Sorten produzieren Samen, aus denen wieder Pflanzen wachsen, welche Samen bilden. Auf diese Weise werden Sorten über Jahrhunderte erhalten. Allerdings gibt es kleine Unterschiede auch innerhalb einer Sorte. So steht bei manchen Tomatensorten auf der Packung, dass die Fruchtgröße zwischen 30 und 50 Gramm betrage. Und dann gibt es bei der Ernte eben größere und kleinere Früchte.

Was sind Hybride?

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Hybride sind Kreuzungen aus zwei Sorten. Ihre Nachkommen sind größer, vitaler und widerstandsfähiger als die Elterngeneration. Hybridfrüchte sehen häufig aus wie gemalt. Sie bilden Früchte gleicher Größe. Allerdings treffen diese Vorteile nur auf die ersten Nachkommen (also quasi die Töchter und Söhne) zweier sortenreiner Elternpflanzen zu. Diese sogenannte F1-Generation ist für viele Gärtner attraktiv, die kein eigenes Saatgut gewinnen möchten. Im kommerziellen Pflanzenbau wird meist diese F1-Generation eingesetzt. Natürlich lassen sich auch diese Samen aussäen. Aber in diesem Fall müssen Gärtner mit dem Überraschungsmoment leben. Denn jede Sorte trägt unsichtbare Pflanzeneigenschaften in ihren Genen, die normalerweise verborgen bleiben, aber bei der Kreuzung zweier verschiedener Sorten wieder zum Vorschein kommen können.

In diesem Fall können beispielsweise Blumen oder Tomaten Blütenfarbe oder Fruchtgröße ändern. Das ist bei den meisten Pflanzen - abgesehen von der Optik oder zu kleinen Früchten - kein Problem. Vorsicht ist jedoch beim Aussäen von Samen von Zucchini, Gurke und Kürbis geboten. Hier kann in Früchten von Pflanzen, die aus Samen einer F1-Pflanze gezogen wurden, zum Beispiel der weggezüchtete Giftstoff Cucurbitacin wieder auftreten.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 18. Juli 2021 | 08:30 Uhr