Dekorativ und praktisch So finden Sie den richtigen Blumentopf

Auch ohne Garten können sich Pflanzenfreunde ein grünes Paradies schaffen - benötigt werden dafür neben den Gewächsen selbst lediglich Blumenkübel. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie den richtigen Topf für Ihre Pflanze finden.

auf einer Art Theke stehen verschiedene Blumentöpfe aus Keramik Polyethylen, Polyrattan und Terracotta
Abgesehen von praktischen Gründen - wie zum Beispiel dem Gewicht des Kübels - sollten Sie natürlich auch bedenken, welches Pflanzgefäß am besten zu Ihrer Einrichtung passt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was sind die Vorteile von Topfpflanzen?

Der unschlagbare Vorteil, dass ich für meine Pflanze keinen Garten brauche, ist nicht der Einzige. Pflanzen im Kübel sind sehr flexibel, das ermöglicht eine gewisse Mobilität. Die Pflanzen können leicht umgestellt werden - dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflanzen in der Wohnung, auf dem Balkon oder doch klassisch im Garten stehen. Zudem kommt es bei Topfpflanzen nicht zur Bodenmüdigkeit. Daher braucht keine Fruchtfolge beachtet werden. Außerdem ist die Regulierung der Nährstoffversorgung und des pH-Wertes beispielsweise bei Rhododendren oder Kamelien leichter. Auch die Zucht von Exoten ist einfacher möglich. Je nach Jahreszeit und Bedürfnis kann die Pflanze beispielsweise in ein Winterquartier gebracht werden.

Für welchen Zweck eignet sich welches Material?

auf dem Fußboden steht ein Blumentopf in Steinoptik, eine grüne Pflanze wächst aus ihm heraus
Kaum zu glauben: Dieser Topf ist nicht aus Stein, sondern aus einem Kunststoffgemisch. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Der Wahl des Materials liegt die Überlegung zu Grunde, für welchen Zweck der Kübel genutzt werden soll. Materialien auf Kunststoffbasis wie Polyethylen oder Fiberglas sind sehr leicht und dadurch beweglich. Sie eignen sich bei Pflanzen, die beispielsweise ins Winterquartier müssen und den Sommer über draußen stehen können.  Keramik hingegen bietet sich wegen ihres deutlichen Gewichts bei Pflanzen an, die einen festen Standort haben und nur in Ausnahmefällen bewegt werden. Zum Vergleich: Fiberglaskübel sind 70 Prozent leichter als Tontöpfe. Terrakotta ist atmungsaktiv und gibt das Wasser dosiert ab. Es gibt es Kunststoffkübel mit integriertem Wasserspeicher. Blumentöpfe aus Holz gibt es kaum noch. Sie werden lediglich noch von Liebhabern oder in Orangerien verwendet.

Welche Form passt zu welcher Pflanze?

auf dem Fußboden steht ein dunkelgrauer, quadratischer Blumenkübel
Ein viereckiger Blumenkübel aus Fiberglas – einem Gemisch aus Kunststoff und Glasfaser. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Niedrige Kübel eignen sich vor allem für Sukkulenten. Für sie reichen schmale Topfvarianten, da sie selbst bereits natürliche Wasserspeicher haben und keinen zusätzlichen, künstlichen Vorrat benötigen. Zu viel Wasser würde hier der Pflanze schaden. Frühblüher benötigen hingegen einen breiten Topf, da sonst Fäule zu befürchten wäre. Hohe Kübel sind bei Tiefwurzlern wie Clematis oder Rosen zu empfehlen, da sie Raum nach unten benötigen. Ob eckig oder rund, bauchig, nach unten zulaufend oder gerade verlaufende Außenseiten ist dann Geschmacksache.

Warum muss umgetopft werden?

Hauptsächlich sollten Pflanzen wegen der Nährstoffversorgung umgetopft werden. Es empfiehlt sich, die Erde alle zwei bis drei Jahre zu erneuern. Dabei können die Wurzeln ruhig gekürzt werden. Dadurch wird eine neue Wurzelbildung angeregt. Es bilden sich feine Haarwurzeln neu aus. Ihre Funktion ist die Nährstoffaufnahme. Durch das Kürzen kommt es also zu einem Nährstoffschub. Ein weiterer Grund für das Umtopfen kann das Wachstum sein. Ist genug Platz vorhanden, kann ein größerer Topf verwendet werden und die Pflanze so weiter wachsen. Soll das Gewächs jedoch kompakt bleiben, ist das Einkürzen das Mittel der Wahl. Bei Kunststofftöpfen mit Bewässerungssystem ist beim Umtopfen zu beachten, dass erst eine Drainageschicht in den Topf gefüllt wird. Anschließend kommt die Erde darauf. Nach dem Umtopfen sollte erst einige Male ‚herkömmlich’ die Erde gegossen werden, bevor das Bewässerungssystem wieder zum Einsatz kommt.

Was sollte ich bei den Wasserabzugslöchern beachten?

Um Staunässe zu vermeiden sind bei Töpfen ohne Bewässerungssysteme Wasserabzugslöcher hilfreich. In der Regel ist es besser mehrere kleine Löcher im Boden zu haben als ein großes. Das sollte beispielsweise bei Polyethylenkübeln beachtet werden, die ohne solche Löcher geliefert werden und bei denen der Gärtner sie selbst in den Boden machen muss. Ist lediglich ein großes Loch vorhanden, empiehlt es sich, mehrere kleine Tonscherben darauf zu legen. In großen Löchern bilden sich häufig Wurzelballen, die das Loch schließlich verstopfen, so dass es zu Staunässe kommen kann.

Wie erkenne ich, dass ein Blumentopf frostsicher ist?

Kunststoffkübel sind frostsicher. Bei Keramiktöpfen hilft der Klopftest: Der Klang des Tonkübels verrät die Qualität der Keramik. Je höher der Klang ist, umso robuster ist der Kübel. Durch mehrfachen Brand wurden dem Ton Lufteinschlüsse und Wasser entzogen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 12. November 2017 | 08:30 Uhr