Ab Mitte Mai Gemüse-Anbau im Freien: Worauf Sie achten sollten

Von Artischocke bis Zucchini: Ab Mitte Mai können fast alle Gemüsearten im Freien angebaut werden. Wer dabei auf die Fruchtfolge achtet, so dem Schädlingsbefall vorbeugt und die Pflanzen nach Bedarf düngt, kann sich bald über Erfolge freuen.

Kürbis wächst an einer Pflanze auf Stroh
Kürbis-Pflanzen wie diese wachsen schnell und bilden verhältnismäßig viele, große Früchte. Dafür benötigen sie ausreichend Dünger. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Ende Mai ist die Gefahr von nächtlichen Frösten nicht mehr groß. Deshalb dürfen nach den Eisheiligen auch fast alle wärmeliebenden Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Kürbisse und Zucchini draußen angebaut werden. Auf den vorbereiteten Beeten können Sie im späten Frühling außerdem Artischocken, Salat, Kohlrabi, Möhren, Sellerie, Bohnen, Radieschen, Erbsen, Lauch und Kräuter pflanzen oder aussäen. Simnd doch noch einmal sehr niedrige Temperaturen zu erwarten, brauchen die jungen Pflanzen einen Schutz aus Vlies oder Folie. Andere Schutzmöglichkeiten sind Glas- und Folienhauben oder Strohmatten.

Gemüse nicht zu eng pflanzen

Bei Tomaten und Paprika pflanzen Sie am besten etwa drei bis vier Pflanzen, bei Gurken nur eineinhalb bis zweieinhalb Pflanzen pro Quadratmeter. Bei Zucchini und Kürbis sollten Sie sogar nur eine bis eineinhalb Pflanzen pro Quadratmeter setzen. Manches Gemüse wie Kohl oder Tomaten können ruhig etwas tiefer gepflanzt werden, als sie im Anzuchtgefäß standen, andere Arten wie die Salate pflanzt man eher flach, damit die empfindlichen Blätter nicht ständig auf dem feuchten Boden liegen.

Jede Gemüseart hat einen ganz eigenen Nährstoff-Bedarf

Die heutigen Gemüsepflanzen sind vor allem auf ein rasches Wachstum und hohe Erträge gezüchtet, so dass sie gute Bedingungen brauchen. An einem weniger geeigneten Standort leiden sie schnell an Mangelerscheinungen, Krankheiten oder Schädlingsbefall. Jede Gemüseart hat dabei einen ganz eigenen Bedarf an Nährstoffen. Was manchen Pflanzen nützt, kann für andere zu viel sein. Wer Gemüse anbaut, sollte daher beim Düngen auf die Bedürfnisse von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern achten. Starkzehrer sind in der Regel Gemüsepflanzen, die schnell wachsen und viele oder besonders große Früchte ansetzen.

Gemüsearten nach Dünger-Bedarf
Starkzehrer: Blumenkohl, Kopfkohl, Kürbis, Rosenkohl, Rhabarber, Sellerie, Zucchini, Zuckermais  
Mittelzehrer: Kohlrabi, Tomate, Gurke, Möhre, Rote Bete, Mangold, Spinat, Porree, Spargel, Stangenbohne  
Schwachzehrer: Erbse, Buschbohne, Radieschen, Salat, Rucola, Feldsalat, Petersilie, Zwiebel  

Diese Liste beschreibt den generellen Bedarf der Pflanzen. Bestimmte besonders stark wachsende Sorten oder ein intensiverer Anbau im Gewächshaus haben einen größeren "Hunger" nach Nährstoffen zur Folge. Starkzehrer mögen es, direkt nach einer kräftigen Düngergabe angebaut zu werden. Die Mittelzehrer folgen im Jahr darauf mit einer leichten Düngung. Schwachzehrer brauchen dagegen keinen Extradünger.

Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen kombinieren

Pflanzen Sie am besten Gemüse mit ähnlichen Ansprüchen auf einem Beet zusammen. Folgen in mehreren Jahren nur Starkzehrer aufeinander, muss natürlich mehr gedüngt werden. Auch das Ausbringen organischen Düngers wie Stallmist, Pferdemist oder frischen Komposts sollte vor dem Anbau von Starkzehrern erfolgen, da einige Schwachzehrer darauf empfindlich reagieren.

Dabei gilt es außerdem, zwischen schnellwüchsigen Kulturen wie Radieschen, Salat und Kohlrabi sowie den Hauptkulturen zu unterscheiden, die einen ganzen Sommer zum Reifen brauchen.

Fruchtwechsel: Anbaupausen für Gemüse aus der gleichen Pflanzenfamilie

Gemüsepflanzen der gleichen Art oder Familie sollten nicht mehrere Jahre hintereinander am gleichen Platz stehen.

Gurkenblatt mit falschem Mehltau
Falscher Mehltau - wie hier bei einem Gurken-Blatt - tritt häufiger auf, wenn das Gemüse mehrere Jahre am selben Standort angebaut wurde. Bildrechte: Martin Krumbein

"Ein regelmäßiger Fruchtwechsel ist wichtig, um Probleme bei der Nährstoffversorgung der Pflanzen und beim Auftreten von Krankheiten und Schaderregern zu verringern", sagt Martin Krumbein von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt. Als "Fruchtwechsel" bezeichnet der Experte den planvollen Wechsel der angebauten Gemüsearten aus den verschiedenen Pflanzenfamilien. So können sich Anbaupausen bis zu drei Jahren ergeben.

Diese Pausen schützen auch vor Krankheiten wie Kohlhernie oder Falschem Mehltau. So werden Gurken, wie die meisten Kulturen, von einer Vielzahl von Krankheitserregern befallen - Pilzerkrankungen wie Falscher oder Echter Mehltau sind häufig. Eine Fruchtfolge kann da hilfreich sein, da vor allem "Fusariumpilze" auftreten, wenn Gurken mehrere Jahre an derselben Stelle standen. Bei einer zu engen Fruchtfolge - also dem Anbau verwandter Gemüsearten über mehrere Jahre - können sich zudem tierische Schaderreger im Boden anreichern. Beispiele sind Nematoden oder Gemüsefliegen und Falter, die sich im Boden verpuppen. "Eine Lösung ist, die Fruchtfolge bei Gemüse mit Kartoffeln zu planen", rät Martin Krumbein.

Gemüse Kartoffel-Raritäten - eine Auswahl

Groß, rund und gut zu sortieren - das sind die Kartoffeln, die die meisten aus den Geschäften kennen. Dabei gibt es eine große Vielfalt an Kartoffeln. Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Kartoffel-Raritäten vor.

Aufgeschnittene Kartoffel der Sorte Blaue Anneliese.
Die Kartoffel "Blaue Anneliese" hat, wie der Name vermuten lässt, blaues Fleich. Sie ist festkochend und angenehm kräftig im Geschmack. Daher eignet sie sich gut für Salate. Sie kann aber auch einfach für Kartoffelbrei oder als Salzkartoffel verwendet werden. Sie zählt zu den mittelspäten Kartoffelsorten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Aufgeschnittene Kartoffel der Sorte Blaue Anneliese.
Die Kartoffel "Blaue Anneliese" hat, wie der Name vermuten lässt, blaues Fleich. Sie ist festkochend und angenehm kräftig im Geschmack. Daher eignet sie sich gut für Salate. Sie kann aber auch einfach für Kartoffelbrei oder als Salzkartoffel verwendet werden. Sie zählt zu den mittelspäten Kartoffelsorten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Drei Kartoffeln der Sorte Vogtländische Blaue.
Die Kartoffel "Vogtländische Blaue" heißt nicht wegen des Fruchtfleisches so, denn das ist weiß. Wird aber die Schale abgeputzt, leuchtet sie blauviolett. Sie reift spät und kann für Klöße, Pellkartoffeln oder Püree verwendet werden. Als Salzkartoffel ist sie ebenfalls geeignet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine aufgeschnittene Kartoffel der Sorte Rosa Tannenzapfen.
Diese Kartoffel-Sorte heißt "Rosa Tannenzapfen". Ihr Fruchtfleisch ist gelb. Sie wird mittelspät reif und ist kräftig im Geschmack. Als festkochende Sorte eignet sich gut für Salate, Brat- oder Pellkartoffeln. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Einige Kartoffeln der Sorte Bamberger Hörnchen.
"Bamberger Hörnchen" - so heißt diese Sorte - sind wirklich lecker. Ihr Geschmack wird als würzig-kartoffelig beschrieben. 2008 waren sie "Kartoffel des Jahres". Das Fleisch ist gelb. "Bamberger Hörnchen" lassen sich gut zu Salat oder Pellkartoffeln verarbeiten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine aufgeschnittene Kartoffel der Sorte Blauer Schwede Rösti.
"Blauer Schwede Rösti" heißt diese Kartoffel-Sorte. Sie reift mittelfrüh und ist vorwiegend festkochend. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwei aufgeschnittene Kartoffeln der Sorten Blauer Schwede Rösti und Rote Emmalie.
Rotes Fleisch hat die "Rote Emmalie" - hier neben der Sorte "Blauer Schwede Rösti". Sie wird mittelfrüh reif und ist würzig im Geschmack. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Drei Kartoffeln der Sorte König Albert.
Die Kartoffel-Sorte "König Albert" wird mittelspät reif. Sie ist mehligkochend und lässt sich gut zu Chips, Back- oder Pellkartoffeln verarbeiten. Das Fruchtfleisch ist gelb mit rotem Muster. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Drei Kartoffeln der Sorte Rioya.
"Rioya" ist eine ungarische Kartoffel-Sorte. Sie reift spät und ist festkochend. Ihr Fruchtfleisch kann als cremefarben beschrieben werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Drei Kartoffeln der Sorte Negra.
Die Sorte "Negra" stammt aus Teneriffa. Sie gilt mit ihrem buttrigen Geschmack als Delikatess-Kartoffel und wird vor allem für Salate oder als Pellkartoffel verwendet. "Negra" reift spät. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Fünf Kartoffeln der Sorte Laura.
"Laura" heißt diese Sorte. Sie ist festkochend. Ihr fleisch ist tiefgelb. Sie wird mittelfrüh reif. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Vier Kartoffeln der Sorte UACH 0918.
Bei "UACH 0918" handelt es sich um eine chilenische Neuzüchtung aus alten Sorten. Sie ist festkochend. Im hauptsächlich weißen Fruchtfleisch gibt es violette Stellen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Einige Kartoffeln der Sorte Linda Rösti.
"Linda Rösti" ist eine festkochende Kartoffel. Sie wird mittelfrüh reif. Ihr Fruchtfleisch ist tiefgelb. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Fünf Kartoffeln der Sorte Roter Kuss.
Die Kartoffel-Sorte "Roter Kuss" wird mittelspät reif. Ihr Geschmack ist feinwürzig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. März 2020 | 08:30 Uhr

Vorteil Mischkultur

Wenn Sie verschiedene Gemüsearten auf einem Beet pflanzen, können Sie einige Vorteile nutzen: Es tut dem Boden gut, wenn Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzel- und Blattformen zusammen stehen. Spezialisierte Schädlinge haben es außerdem schwerer. Möhren und Zwiebeln oder Lauch gelten als gute Partner. Sellerie und Tomaten stehen gut neben Kohl. Erbsen und Bohnen sollten Sie dagegen nicht nebeneinander pflanzen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Mai 2018 | 08:30 Uhr