Unkraut vorbeugen Gegen Wildwuchs: Beete mit Pappe oder Packpapier mulchen

Erde auf Pappe auf einem Beet
Die Pappe auf diesem Gemüsebeet wird etwa drei Zentimeter hoch mit Erde bedeckt. Innerhalb von einem halben bis einem Jahr verrottet das Mulchmaterial. Im Frühjahr kann einfach mit der Schaufel durch die Pappe gestochen werden, um Pflanzen einzusetzen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Alternative zu Unkrautvernichtungsmitteln und -vlies

Kartons fallen in den meisten Haushalten als Abfall an. Doch im Garten lässt sich die Pappe ebenfalls verwerten: In Ecken voller Wildwuchs oder beim Anlegen eines Beetes eignet sie sich als schützende Schicht gegen Unkraut. "Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Pappe als Mulchmaterial gemacht", berichtet Gärtnerin Brigitte Goss. Pappe bietet sich als Hilfsmittel zum Mulchen an, wenn ein Beet von Gräsern und Wildkräutern überwuchert wird - als Alternative zu Herbiziden und Kunststoff-Vliesen, wie die Gartenfachberaterin betont.

Beim Anlegen einer Blumenwiese oder eines blühendes Saums hilft festes Packpapier, das Wachstum unerwünschter Kräuter zu unterdrücken. Wenn anschließend gesät wird, sollte nach dem Mulchen eine Schicht Erde auf der Pappe verteilt werden.

Mulchen mit Pappe oder Packpapier: So wird’s gemacht

  1. Wildkräuter auf dem Beet oder in dem betroffenen Bereich gründlich jäten, vor allem Samenunkräuter wie die Bluthirse vorsichtig entfernen, so dass möglichst wenige Samen zurückbleiben
  2. Klebestreifen von der Pappe entfernen
  3. Pappe ein- oder mehrlagig auf das Beet oder den vorbereiteten Boden legen
  4. Pappe mit Laub oder etwa drei Zentimeter hoch mit Erde bedecken, wenn im Anschluss eine Aussaat geplant ist
  5. Nach Wunsch Blumensamen oder Herbst- beziehungsweise Wintergemüse gemäß der Anleitung aussäen

Gärtnerin Brigitte Goss verteilt Erde auf Pappe in Beet Brigitte Goss und Jens Haentzschel jäten Unkraut in Beet Erde auf Pappe auf einem Beet
Gartenfachberaterin Brigitte Goss verteilt frische Erde auf einem Beet, das zuvor mit Pappe abgedeckt wurde. So will sie den Wuchs unerwünschter Wildkräuter im Herbst und Winter unterdrücken. Im Frühjahr kann einfach gepflanzt oder ausgesät werden. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Im Frühjahr mit der Schaufel durch die Pappschicht stechen

Unter der Erd- oder Laubschicht wird die Pappe langsam zersetzt. Je nachdem, wie dick sie ist, braucht Pappe sechs bis zwölf Monate zum Verrotten. "Wenn man die Aktion im Herbst macht, kann man im Frühjahr problemlos mit der Pflanzschaufel durch die Pappe stechen, um etwas einzupflanzen", berichtet Brigitte Goss. Und die Regenwürmer würden Pappkarton lieben, ergänzt die Gartenfachberaterin.

Boden für Blumensamen vorbereiten 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jäten und Mulchen im Herbst und Winter

In den vergangenen Jahren waren die Winter in vielen Regionen mild. Wildkräuter hatten leichtes Spiel. So keimt Vogelmiere laut Brigitte Goss schon bei wenigen Grad über Null und breitet sich im Frühjahr schnell aus. "Das Wachstum der Wildkräuter sollte auch in milden Wintern unterdrückt werden", sagt sie. Zumindest, wenn ausgesät oder gepflanzt wird, denn die konkurrenzstarken Wildkräuter machen es den anderen Gewächsen im Garten schwer.

Gärtnerin Brigitte Goss harkt Erde auf Beet mit Pappe
Pappe als Mulchmaterial: Gärtnerin Brigitte Goss bereitet ein Beet in einem Gemeinschaftsgarten in Markkleeberg bei Leipzig vor. Hilfe bekommt sie von den Mitgliedern des Kleingartenvereins "An der Pleiße", zu dem das gemeinschaftlich genutzte Grundstück gehört. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Pappe im Garten Pappe aus dem Lebensmittelbereich in kleinen Mengen im Garten zu verwenden, ist wahrscheinlich grundsätzlich unproblematisch. Trotzdem gilt laut Umweltbundesamt: Die Verwendung von Pappen für die Abdeckung von Beeten ist kein bestimmungsgemäßer Gebrauch solcher Verpackungen. Sie sollten eher recycelt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Oktober 2020 | 08:30 Uhr