Nährstoffe aus Pflanzen Mit Pflanzen düngen: Brennnessel, Giersch, Ackerschachtelhalm und Co.

Gerade für Obst und Gemüsebeete bietet es sich an, natürlichen Dünger zu benutzen und nicht mit der Chemiekeule gegen Schädlinge vorzugehen. Viele Pflanzen, die in der Natur oder im Garten wachsen sind - richtig zubereitet - echte Pflanzenstärkungsmittel.

Pflanzenmaterial
Aus verschiedenen Wildkräutern, die in vielen Gärten als Unkraut gelten, lassen sich Jauchen, Tees oder andere Stärkungsmittel herstellen. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Zu den natürlichen Stärkungsmitteln für Pflanzen gehören folgende Gewächse: Brennnessel, Beinwell, Ackerschachtelhalm, Baldrian, Giersch und Holunder. Aus den Pflanzen werden Jauchen, Tees und Kaltwasserauszüge zubereitet. Diese enthalten wertvolle Nährstoffe und sind hervorragender Dünger, die zugleich die Pflanzen stärken. Wunder darf man allerdings nicht erwarten, gegen Schädlinge wirken sie nur schwach. Als Expertin gab uns Gartenfachberaterin Brigitte Goss Empfehlungen.

Brennnesseljauche
Brennnesseljauche gibt Pflanzen Kraft. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Welche Pflanze hilft wofür?

Brennnesseltee in einem Eimer. 1 min
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Die Naturapotheke hält auch einiges für die Pflanzenstärkung bereit. Staudengärtner Pascal Klenart schwört auf einen Sud, den er aus Kompost und Brennnesseln herstellt. So wird der Brennesselsud angesetzt.

MDR FERNSEHEN So 14.06.2020 08:30Uhr 00:31 min

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  • Brennnesselbrühe oder -jauche: Hilft nicht - wie viele glauben - gegen Läuse, ist aber ein guter Dünger, der den Pflanzen Kraft gibt.
  • Der Ackerschachtelhalm enthält viel Kieselsäure. Eine Jauche stärkt die Pflanzen von innen und macht die Zellwände stark und somit auch weniger anfällig gegen Schädlinge und Pilze.
  • Erdflöhe, die vor allem Rucola oder Asia-Salate befallen, kann man loswerden, indem man die Erde immer feucht hält und sie hackt. Zwischen den Reihen ausgelegt, zeigen Holunder- und Brennnesselblätter Wirkung. Holunder ist eine Heilpflanze und gibt Pflanzen Kraft.
  • Flächenkompostierung mit Pflanzenresten verscheucht Schädlinge und schützt den Boden und Bodenlebewesen.

Zubereitung von Jauche

Normalerweise wird empfohlen, ein Kilogramm Pflanzenmaterial mit zehn Litern Wasser aufzuschütten und ziehen zu lassen. Aber ganz so genau muss man die Dosierung nicht nehmen. Brigitte Goss empfiehlt, einen normalen Zehn-Liter-Eimer oder einen großen Kübel mit wirkungsvollen Pflanzen zu füllen. Dann wird Regenwasser hinzugegeben, so dass alle Pflanzen gut bedeckt sind. Deckel drauf - und dann bis zu 14 Tage ziehen lassen.

Ackerschachtelhalme in einem Topf 1 min
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Sind die Pflanzen geschwächt? Breiten sich Schädlinge aus und die Blätter sehen krank aus? Ein Sud aus Ackerschachtelhalm stärkt Pflanzen, macht sie robuster und widerstandsfähig gegen Blattläuse und Pilzkrankheiten.

Fr 03.07.2020 13:00Uhr 01:04 min

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Regenwasser ist weicher und entzieht den Pflanzen am besten die Nährstoffe. Gegen den scharfen Geruch hilft Gesteinsmehl. Davon werden gut zwei kleine Gartenschaufeln voll hinzugefügt. Das bringt zusätzlich Mineralien und hilft gegen den Gestank. Ist die Jauche fertig, muss sie vor dem Gießen noch verdünnt werden. Auch da kommt es nicht genau auf die Dosierung an (1:10 bis 1:5). Pflanzenjauche sollte am besten mit der Gießkanne aufs Bett gebracht werden, am besten ohne Tülle. So vermeidet man, dass zu viel Jauche auf den Blättern landet und diese bei Sonneneinstrahlung dann verbrennen.

Kaltwasserauszüge Pflanzenteile in kaltem Regenwasser zwölf bis 24 Stunden ziehen lassen.

Tees Pflanzen mit heißem Wasser übergießen, ziehen lassen und abgekühlt die Pflanzen damit gießen.

Jauche Pflanzenteile in Regenwasser drei bis 14 Tage ansetzen. Je nach Temperatur entwickelt sich die Jauche. Je wärmer es ist, desto schneller kann die Jauche eingesetzt werden. Geruchsbildung kann mit Gesteinsmehl unterbunden werden. Zur Anwendung verdünnen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Juli 2020 | 08:30 Uhr