Eine Kletterrose mit dunkelrosa Blüten an einer Mauer aus Ziegelsteinen
Viktorianische Rosenalleen wurden oft durch Kletterrosen am Mauerwerk abgerundet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Englischer Rosengarten Vier Fakten zur Viktorianischen Rosenpflege

Rosenalleen und Kletterhilfen durften in den englischen Rosengärten des 19. Jahrhunderts nicht fehlen. Doch auch Düngung mit getrocknetem Blut und Knochenmehl war damals üblich.

Eine Kletterrose mit dunkelrosa Blüten an einer Mauer aus Ziegelsteinen
Viktorianische Rosenalleen wurden oft durch Kletterrosen am Mauerwerk abgerundet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

1. Viktorianische Rosenallee

Im Viktorianischen Zeitalter (19. Jahrhundert) waren in England die Viktorianischen Rosenalleen sehr beliebt. Als Alternative zum Rosenbeet wurden dabei Rosen in streng formale Alleen gepflanzt. Rosenalleen bestehen aus klassischen Rosenformen - den Strauch-, Stamm- und Kletterrosen. Ziel der Alleen war es, die Aufmerksamkeit des Betrachters ausschließlich auf die Rosen zu lenken. Zuvor wurden Rosen vor allem einzeln als Blickfang eingesetzt.

Falls Sie eine Viktorianische Rosenallee in Ihren Garten bringen möchten: Für die Allee-Beete empfiehlt sich eine Größe von etwa 6 x 1,20 Metern. Vor dem Pflanzen muss das Beet genau abgemessen werden. Bei dieser Größe können mit einem Pflanzabstand von 1,5 Metern drei Strauchrosen nebeneinander gesetzt werden. Auf Lücke können dann dahinter vier Stammrosen gesetzt werden. Für angrenzendes Mauerwerk oder Spaliere eignen sich schließlich Kletterrosen.

2. Klassische Kletterhilfen

Der Neigung zu streng geordneten Gärten entsprechen auch Rosenstützen, die im Viktorianischen Zeitalter weit verbreitet waren. Doch als einzelne Elemente lassen sich die Stützen durchaus auch heute noch in weniger formalen Gärten einsetzen. Besonders beliebt waren im 19. Jahrhundert Metallkonstruktionen. Häufig wurden Rosenbögen oder -tunnel eingesetzt. Aber auch Spaliere und einfach gehaltenere Stützen waren verbreitet. Rosen lassen sich relativ leicht an Kletterhilfen ziehen.

3. Blütenschirme gegen starke Sonne und Regen

Obwohl die meisten Rosensorten es sehr sonnig mögen, wollten die viktorianischen Gärtner die Rosen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Außerdem galt der sogenannte Blütenschirm als Schutz vor Regen bzw. letztlich auch vor Sternrußtau. Sternrußtau ist eine Pilzerkrankung, die bei regnerischem und kühlen Wetter Rosen angreift.

Viktorianischer Blütenschirm
So sollen die Viktorianischen Blütenschirme einst ausgesehen haben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

4. Düngung wie im 19. Jahrhundert

Die viktorianischen Gärtner setzen im Frühjahr ihr Vertrauen in organischen Dünger. Besonders beliebt war Mist. Allerdings wurden auch getrocknetes Blut und Knochenmehl verwendet. Ab dem Sommer wurde dann wegen des höheren Kaliumanteils mit Jauche gedüngt. Außerdem düngten die Gärtner damals mit Holzasche.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR | 06. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2019, 08:30 Uhr