Achtsam gärtnern im Jahr 2022 Gute Vorsätze fürs neue Gartenjahr

Nachhaltig gärtnern, alte Kultursorten erhalten, die Wiese ökologisch pflegen: Wir haben gute Vorsätze für das neue Gartenjahr gesammelt. Diese zwölf Gartentipps sind von der Redaktion ausdrücklich zum Nachahmen empfohlen.

Eine Frau gießt einen frisch gepflanzten Baum an
Einen Baum zu pflanzen, ist ebenfalls ein schöner Vorsatz für die neue Gartensaison. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

1. Sich einen (Klein)Garten zulegen

Corona und kein (baldiges) Ende in Sicht? Lassen Sie sich nicht entmutigen. Einen Garten zu gestalten, zu pflegen und zu genießen, macht glücklich - und es lenkt von den Sorgen der Corona-Krise ab. Menschen mit Gärten sind zufriedener, wie eine wissenschaftliche Studie gezeigt hat. Darum ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, sich einen Kleingarten zuzulegen, entweder als Paar, Familie oder gemeinsam mit Freundinnen und Freunden.

Eine Metallbank steht zwischen Blumen in einem Garten
Wohlfühlplatz 2022: Einen Garten zu pflegen und zu gestalten, macht viele Menschen glücklich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In manchen Städten ist das zwar leichter gesagt als getan. Dennoch sollten Sie nicht den Mut verlieren. Fragen Sie vielleicht etwas außerhalb Ihres Wohnortes in umliegenden Dörfern nach, ob dort noch Gärten frei sind. Und selbst, wenn es nicht mit einem eigenen Garten klappen sollte, können Sie schauen, ob Sie in einem Gemeinschaftsgarten Anschluss finden. Außerdem kann ein toll bepflanzter Balkon eine prima Gartenalternative sein.

2. Ein Insektenhotel bauen oder erneuern

Einen milden Tag im Winter können Sie dazu nutzen, ein Insektenhotel zu bauen. Falls Sie schon eines haben, ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt, den Unterschlupf für Wildbienen und andere Tiere zu erneuern. Bohren Sie dabei aber keine "zugemauerten" Löcher wieder auf, um die Brut nicht zu gefährden.

Das Insektenhotel sollte schon ab Ende Februar im Garten bereitstehen: Viele Wildbienen starten früher im Jahr durch als die Honigbienen. Doch beim Anbringen oder Aufstellen eines Insektenhotels ist Vorsicht geboten. Nicht jedes Nistmaterial eignet sich für Wildbienen. In der Nähe der Nisthilfe, des Bienenhauses oder Insektenhotels sollte sich zudem eine Wasserstelle oder ein Ort mit feuchter Erde befinden. Wildbienen sammeln dort den Mörtel, mit dem sie ihre Brutkammern für die Eiablage verschließen.

Naturgarten Insektenhotel: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Viele Menschen geben sich Mühe und bauen Insektenhotels. Dabei werden häufig Fehler gemacht. Vor allem wird oft falsches Material verwendet. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie die Behausungen für Insekten herstellen.

Auf einem Tisch liegen Zapfen, ein Ziegelstein und ein Holzstamm mit Löchern.
Viele Gärtner wollen Gutes tun und stecken viel Arbeit in den Bau von Insektenhotels. Materialien wie Tannenzapfen und Steine gehören aber nicht hinein. Bildrechte: Daniela Dufft
Auf einem Tisch liegen Zapfen, ein Ziegelstein und ein Holzstamm mit Löchern.
Viele Gärtner wollen Gutes tun und stecken viel Arbeit in den Bau von Insektenhotels. Materialien wie Tannenzapfen und Steine gehören aber nicht hinein. Bildrechte: Daniela Dufft
Holz eines Nadelbaums.
Auch Nadelbaumholz sollte nicht verwendet werden. Es ist oft rau und kann die Bienen verletzen.   Bildrechte: Daniela Dufft
Der Stamm eines Baumes ist auf der Stirnseite mit Löchern durchbohrt.
Wichtig: Verwenden Sie lieber nicht die Stirnseite von Gehölzen. Das Holz kann reißen, Wasser kann von oben eindringen und das Holz faulen lassen. Parasiten, Pilze oder andere Schädlinge können eindringen und die Bienenbrut zerstören. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Holzblock in dem viele Löcher gebohrt sind. Mit einer langen Bürste werden die Röhren gereinigt.
Immer Hartholz verwenden - zum Beispiel Holunder, Buche, Esche oder Birke. Bienenhöhlen nicht in die Stirnseite, sondern in die Längsseite der Hölzer bohren und noch einmal fein abschleifen. Einige Insektenarten reinigen ihre Röhren selbst. Im späten Herbst können nicht belegte Röhren von Hand gereinigt werden, zum Beispiel mit einem Pfeiffenreiniger. Bildrechte: Daniela Dufft
Tannenzapfen liegen auf einem Tisch.
Auch Zapfen haben in einem Insektenhotel nichts zu suchen. Bienen meiden die Früchte der Bäume. Allerdings sind Zapfen im Garten an anderer Stelle durchaus erwünscht. Kleinen Spinnen und Käfern sind sie willkommener Unterschlupf, wenn sie auf dem Boden liegen. Bildrechte: Daniela Dufft
Leere Schneckenhäuser liegen auf einem Tisch.
Immer wieder werden Insektenhotels mit leeren Schneckenhäusern gefüllt. Diese gehören auf die Erde und werden von Mauerbienen zurechtgerückt und bezogen. Bildrechte: Daniela Dufft
Teil eines Ziegelsteins steht auf einem Tisch.
Auch Ziegelsteine lassen Insekten links liegen. Zudem sind die Kanten scharf. Egal wer hier hineinkriecht – die Verletzungsgefahr ist groß. Bildrechte: Daniela Dufft
In einer Blechdose stecken viele hohle Stängel
Hohle Stängel werden von Bienen gern angenommen. Sie können gesammelt und in eine Blechkiste gesteckt werden. Diese Röhren fliegen Bienen waagerecht an. Markige, noch gefüllte Stängel allerdings, sollten vertikal aufgehangen werden und schon älter sein. Bildrechte: Daniela Dufft
lila Krokusblüten
Wachsen in der Nähe die richtigen Nektar- und Pollenspender wie Krokusse… Bildrechte: Daniela Dufft
Lila Blüte einer Traubenhyazinthe.
… Traubenhyazinthen… Bildrechte: Daniela Dufft
Lila Blüten des Schneeglanz.
… oder Schneeglanz… Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Mauerbiene in einem Insektenbecher.
… werden sich die Bienen freuen. Diese Mauerbiene haben wir nach unseren Dreharbeiten gleich wieder freigelassen. Bildrechte: Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. März 2021 | 08:30 Uhr

Insektenhotels 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wildbienen an einem Insektenhotel 1 min
Bildrechte: imago images / Manfred Ruckszio

3. Bäume, Sträucher und Stauden für Bienen und Vögel pflanzen

Unsere Gärten und Balkons teilen wir nicht nur mit Familie und Freunden. Von der filigranen Florfliege über die Motte als "Fledermaus-Snack" bis hin zum Eichhörnchen, im Garten finden viele Tiere ein Zuhause. Das ist gut so, denn Nützlinge halten die tierischen Mitbewohner in Schach, die den Pflanzen schaden. Ein guter Vorsatz lautet daher, das grüne Paradies mit Bäumen, Sträuchern und Stauden für Insekten, Vögel und Fledermäuse zu verschönern.

Insektenfreundliche Pflanzen

4. Eigenes Gemüse und Kräuter im Garten anbauen

Sie haben gerade erst angefangen, einen Garten zu pflegen? Oder bisher nur Zierpflanzen? Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Profis ernten mit Hilfe von Gewächshäusern, Warm- und Frühbeeten sogar das gesamte Jahr durch: Salate, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch, Radieschen, Kohlrabi und anderes Wurzelgemüse, Tomaten, Zucchini, Kürbisse und dazu die passenden Kräuter. Ein Aussaatkalender hilft, den Überblick zu behalten. Achten Sie zudem auf die richtigen Beetnachbarn sowie Fruchtwechsel und -folge: Eine gut zusammengestellte Mischkultur hilft den Ertrag zu steigern und Frust zu vermeiden.

5. Hochbeet anlegen und bepflanzen

Hochbeete haben gleich mehrere Vorteile. Sie wärmen sich im Frühling schneller auf und liefern auf wenig Platz eine gute Ernte. Weil sie sich gezielt bewässern und düngen lassen, gedeihen die Pflanzen darin. Hoch rankende Stangenbohnen sind vielleicht keine gute Wahl, viele andere Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen-Arten eignen sich jedoch für für Hochbeete. Wenn Sie Kinder oder Enkel haben, können Sie das Projekt gleich für Familienzeit nutzen: Bepflanzen Sie zum Beispiel gemeinsam ein Hochbeet mit süßem Naschobst und bringen den Kleinen so das Gärtnern näher.

6. Den Gartenboden mit Kompost verbessern

Ein eigener Kompost schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie können ihre Küchen- und Gartenabfälle selbst entsorgen und verbessern außerdem die Qualität ihres Gartenbodens, wenn Sie die fertige Komposterde aufs Beet ausbringen. Einen Kompost anzulegen ist nicht schwer, sofern Sie ein paar Regeln beachten.

7. Die Wiese ökologisch pflegen

Wiesen sind ökologische Schatzkammern - wenn man sie denn lässt. Mähen Sie die Wiese ein- bis höchstens zwei Mal im Jahr zu einem späten Zeitpunkt, wenn die Wiesenpflanzen sich ausgesamt haben. Wenn Sie mit der Sense mähen, tun Sie der Natur und Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Aber es geht natürlich auch die mechanische Variante. Und wenn bei Ihnen noch keine Wiese wächst, können Sie auch mit Samenmischungen nachhelfen.

8. Alte Obst- und Gemüsesorten kultivieren

Leider geht eine große Vielfalt an Kulturpflanzen verloren, weil die industrielle Landwirtschaft auf wenige ertragreiche Sorten setzt. Versuchen Sie in Ihrem Garten einen Gegentrend zu setzen, indem Sie sich bewusst für seltene und/oder regionale Sorten entscheiden. Das erfordert zwar etwas mehr Recherche, als einfach ins nächste Gartencenter zu gehen, aber sie werden mit sehr individuell schmeckenden Gartenfrüchten belohnt. So bieten viele Baumschulen ein großes Sortiment an Obstgehölzen an. Im Gemüse- und Zierpflanzenbereich gibt es Vereine, die sich auf den Erhalt von altem Saatgut spezialisieren. Darüber können Sie auch mit anderen Garteninteressierten in Kontakt treten.

9. Eigenes Saatgut gewinnen und verschenken

Aus robusten, samenfesten Sorten lässt sich Saatgut für das folgende Jahr gewinnen. Beispiele sind Tomaten, die eine besondere Form und Färbung haben, Bohnen, Erbsen oder auch bestimmte Paprikasorten. So erhalten Sie Gemüse- oder Sommerblumen-Sorten, die Sie mögen - und die vielleicht selten geworden sind. Und Sie können die Freude an Ihren Pflanzen auch mit anderen teilen. Versuchen Sie es einfach!

9. Nachhaltig gärtnern

Die Nachhaltigkeit hat längst auch den Garten erreicht. Es gibt viel, was man tun kann: Zum Beispiel Produkte aus Plastik vermeiden. Die Ideen sind oft simpel: Pflanztöpfchen für die Anzucht werden selbst hergestellt. Erde oder Kompost gibt es auch als lose, unverpackte Ware - zum Beispiel in Wertstoffhöfen. Brennnesseln, Ackerschachtelhalm und andere Pflanzen eignen sich für selbstgemachten Dünger und zur Pflanzenstärkung. Und es lohnt sich, hochwertiges, robustes Gartenwerkzeug anzuschaffen. Naturschutzverbände rufen überdies dazu auf, ohne Torf zu gärtnern. So sollen Moore erhalten und das Klima geschützt werden. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Und schauen Sie auch das Permakultur-Prinzip an - einige Impulse lassen sich aufs Gärtnern übertragen.

11. Gärtnern ohne Garten ausprobieren

Nicht alle Menschen haben die Zeit und die Möglichkeit, sich einen eigenen Garten anzuschaffen. Aber man kann auch in der Wohnung sehr viel mit Pflanzen machen. Und das betrifft nicht nur die klassischen Zimmerpflanzen, die mittlerweile im Trend Urban Jungle wieder Mode werden, sondern auch das sogenannte Indoorgärtnern. Eine Ernte in den eigenen vier Wänden ist möglich!

12. Den Garten genießen

Der Garten ist nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Genießen da. Das steht für uns fest! Einfach mal ausruhen und den Pflanzen beim Wachsen zugucken, Gartenbücher lesen, Freunde und Familie zur Gartenparty einladen, die eigene Ernte verarbeiten, selbstgebundene Blumensträuße und -kränze zusammenstellen... Ein Garten bietet zu jeder Jahreszeit eine Vielzahl an Genüssen.

Quellen: MDR.DE, Naturschutzbund (Nabu), Gartenfachberaterin Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Dezember 2021 | 08:30 Uhr