Bilanz So fiel die Ernte beim Kartoffelturm aus

Mit einem Kartoffelturm können auch in kleinen Gärten gut Kartoffeln angebaut werden. Wir haben im Juni gemeinsam mit Jutta Luhn vom Stromergarten in Weimar einen solchen Kartoffelturm gebaut. Im Oktober haben wir schließlich geernte. Eine Erntebilanz in einem eher schlechten Kartoffeljahr.

Eine Frau löst die Bambusmatte vom Kartoffelturm.
Jutta Luhn vom Stromergarten in Weimar baut den Kartoffelturm ab. Bildrechte: MDR/Christian Seeling

Wie wird der Kartoffelturm abgebaut?

Es gibt zwei Methoden, den Kartoffelturm abzubauen: Entweder er wird nach und nach Schicht für Schicht abgetragen oder der Turm wird insgesamt auf einmal abgebaut. Da wir nur eine Sorte Kartoffeln im Turm gepflanzt hatten, sind die Erdäpfel alle gleichzeitig erntereif gewesen. Deshalb haben wir den Turm auf einmal abgebaut. Hätten wir schichtweise ernten wollen, hätten wir im oberen Teil frühere Sorten pflanzen müssen. Außerdem stand der Turm in der Mitte des Gartens. Es wäre optisch nicht so schön gewesen, ihn zu "zerfleddern".

Wie war die Ernte?

Insgesamt war sie eher nicht so üppig. Aber in diesem Jahr ist das kein Wunder. Auch konventionell angebaute Kartoffeln haben dieses Jahr geringere Erträge gebracht. Die Kartoffeln, die wir geerntet haben, waren jedenfalls sehr schön, ziemlich groß und schmackhaft.

Was könnte anders gemacht werden und warum?

Kartoffeln 1 min
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Gemeinsam mit Jutta Luhn vom Stromergarten in Taubach bei Weimar haben wir im Juni einen Kartoffelturm gebaut. Nun wurde geerntet.

MDR FERNSEHEN So 28.10.2018 08:30Uhr 00:56 min

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Kartoffeln sind Starkzehrer. Obwohl der Kompost sehr gut war, könnte er beim nächsten Mal noch mit etwas Mist gemischt werden, um das Substrat noch gehaltvoller zu machen. Außerdem könnten die Erdschichten noch dicker sein, etwa doppelt so stark wie die Strohschichten. Im nächsten Jahr werde ich den Kartoffelturm etwas eher bauen - Ende Mai/Anfang Juni, dann haben die Knollen einfach etwas mehr Zeit, um zu wachsen.

War der Standort gut gewählt?

Der Standort hat sich als nicht so optimal herausgestellt. Zum einen braucht ein Kartoffelturm zwar viel Sonne, aber in diesem sehr heißen und trockenen Sommer hätten ihm ein paar Schattenstunden doch gut getan. Im Gegensatz zum herkömmlichen Beet trocknet die Erde im lockeren Turm unter dem Stroh schneller aus. Zur Seite verdunstet auch einiges, trotz der Bastmatte. Der Turm hätte also unbedingt näher an der Regentonne stehen müssen, das hätte die Wasserversorgung deutlich erleichtert. Der letzte Punkt sind Hund und Kinder. Dadurch, dass der Turm sehr zentral stand, sind beim Toben immer wieder Triebe an der Seite abgebrochen.

Haben Schädlinge den Turm befallen?

Schädlinge haben den Turm völlig ignoriert. Ich hatte keine Schneckenprobleme, keine Wühlmäuse und auch keine Kartoffelkäfer. Nur beim Abbauen habe ich ein paar Engerlinge gefunden. Aber die steckten da nicht wegen der Kartoffeln drin, sondern wegen des Strohs und der guten Erde.

Ist der Kartoffelturm eine echte Option?

Für uns auf jeden Fall. Unser Garten bietet gar keinen Platz für ein Kartoffelbeet. Und ich will unbedingt meine eigenen Kartoffeln essen. Übung macht den Meister und ich versuche es im nächsten Jahr ganz sicher wieder.

Kartoffelernte Wir ernten Kartoffeln aus dem Turm

Im Juni haben wir mit Jutta Luhn vom Stromergarten in Taubach bei Weimar einen Kartoffelturm gebaut. Im Oktober haben wir ihn abgebaut und die Kartoffeln geerntet.

Eine Frau baut einen Kartoffelturm ab.
Beim Abbau des Kartoffelturms wird zuerst die Matte entfernt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau baut einen Kartoffelturm ab.
Beim Abbau des Kartoffelturms wird zuerst die Matte entfernt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau löst die Bambusmatte vom Kartoffelturm.
Wer im Folgejahr wieder einen Kartoffelturm aufstellen möchte, kann die Bastmatte und den Maschendraht wiederverwenden. Vor allem der Bast sollte dann aber vorsichtig abgenommen werden. Bildrechte: MDR/Christian Seeling
Eine Frau löst den Maschendraht vom Kartoffelturm.
Ist die Bastmatte entfernt, kommt das Drahtgestell dran. Bildrechte: MDR/Christian Seeling
Eine Frau am Kartoffelturm ohne Bambusmatte und Maschendraht.
Dann hat sich Jutta Luhn Schicht für Schicht durch den Turm gebuddelt - und so die Kartoffeln geerntet. Mit den Händen geht das am besten, findet sie. Denn so findet sie die Kartoffeln am einfachsten. Bildrechte: MDR/Christian Seeling
Eine Frau im Beet, indem zuvor noch ein Kartoffelturm stand.
Die abgetragenen Schichten hat Jutta Luhn als Mulch und Düngung auf dem Beet verteilt, auf dem der Turm stand. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Ernte aus einem Kartoffelturm.
Die Ernte ist insgesamt nicht so üppig ausgefallen. Das gilt allerdings auch für den konventionellen Kartoffelanbau. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau mit einem Körbchen voller Kartoffeln.
Jutta Luhn findet: "Nicht der große Wurf, aber unter den Wetterbedingungen gar nicht so schlecht." Im kommenden Jahr will sie es wieder probieren. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. Oktober 2018 | 08:30 Uhr

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