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Wer Pflanzen über Jahre in Kübeln kultivieren möchte, sollte auf hochwertige Materialien achten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

TopfgartenKleine Kübelkunde: So gedeihen Pflanzen in Töpfen

26. April 2024, 12:56 Uhr

Ob Rosen, kleine Gehölze, mediterrane, immergrüne oder exotische Gewächse: Kübelpflanzen verschönern Balkons, Wintergärten und Terrassen. Doch für ein Leben im Topf brauchen die Gewächse etwas Pflege. Tipps dazu finden Sie hier.

1. Ohne Drainage im Kübel geht es nicht

Das Allerwichtigste ist zunächst einmal - unabhängig vom Material des Pflanzkübels - ein Loch im Topfboden, damit das überschüssige Wasser abfließen kann. Fehlt dieses Abzugsloch, sammelt sich die Feuchtigkeit im Kübel und schadet den Wurzeln. So gut wie keine Pflanze verträgt Staunässe.

Sobald es im Winter Frost gibt, dehnt sich außerdem das dann entstehende Eis aus, der Kübel kann platzen. Das Loch sollte der Topfgröße entsprechen. Bei größeren Kübeln ist es günstig, wenn statt eines großen mehrere kleine Löcher vorhanden sind. Noch besser funktioniert das Abfließen, wenn der Topf auf Füßchen steht.

Vor der Bepflanzung wird eine drei bis fünf Zentimeter hohe Drainageschicht in den Topf gegeben. Dafür eignet sich zum Beispiel gebrochener Blähton, Kies oder Bims. Darüber kommt ein Stück Vlies, das als Trennschicht zum Substrat dient.

2. Wählen Sie die passende Kübelform

Auch auf die Gefäßform sollten Sie achten: Der Kübel darf nicht zu bauchig sein. Auch dabei kann es, bedingt durch die Form, zu Staunässe an den Wurzeln kommen. Bleibt die Pflanze längere Zeit in dem Topf, kann es außerdem beim Umtopfen zu Schwierigkeiten kommen: Weil es sich der Wurzelballen an der breiten Stellen im Kübel gemütlich gemacht hat, passt er oben nicht mehr durch die engere Öffnung. Zudem sollte der Topf oben nicht deutlich breiter als unten sein. Das könnte bei Wind zu Problemen mit der Standfestigkeit führen. Der Kübel könnte leichter umkippen. 

3. Bei Kübeln auf hochwertiges Material achten

Bei Terrakottakübeln gibt es verschiedene Qualitäten. Sollen die Pflanzen draußen überwintern, müssen die Kübel Frost überstehen. Günstige Industrieware ist in der Regel nicht frosthart. Besser geeignet ist hier etwas teurere Ware mit einem härteren Brenngrad.

Glasierte Keramik eignet sich ebenfalls als winterharte Kübel. Einige Hersteller geben auf die Winterfestigkeit ihrer glasierten Keramiktöpfe eine Garantie. Das kann bei der Orientierung helfen.

Gut geeignet ist auch hochwertiger Kunststoff. Die Kübel sind leicht und haben durch ihr Material keine Poren, in denen sich Wasser sammeln und Eis bilden könnte. Sie sind dadurch sehr robust. Zudem sind sie nicht so schwer wie Terrakotta- oder Keramikvarianten.

Pflanzgefäße aus Stein sehen attraktiv aus und halten jahrelang. Sie haben jedoch den Nachteil, dass ihr hohes Gewicht den Transport erschwert. Pflanzenroller machen es leichter, die schweren Kübel zu bewegen.

Wenn Sie einen Südbalkon oder -terrasse haben, sollten Sie bei der Kübelauswahl auch darauf achten, dass die Gefäße gut Wasser speichern. Töpfe aus dunklem Material und unglasierte Tontöpfe sind dafür eher ungeeignet, weil sie sich stärker aufheizen und die Feuchtigkeit verdunsten lassen.

4. Hochwertiges Substrat verwenden

Gute, strukturstabile Erde bietet Pflanzen die beste Voraussetzung, im Topf zu gedeihen. Sie sollte mineralische Zuschlagstoffe enthalten, damit sie durchlässiger ist. Es gibt spezielle Kübelpflanzenerde mit mineralischen Bestandteilen wie Sand, Blähton oder Lava.

Generell richtet sich die Wahl des Substrates vor allem danach, was Sie in den Kübel pflanzen, seien es nun Zitrusfrüchte, Ziergehölze oder Beerenobst. Greifen Sie auf torffreie Erde zurück, damit schützen Sie Moore als wertvolle Biotope und CO2-Speicher.

5. Umtopfen von Kübelpflanzen im Frühjahr

Wenn sich die Wurzeln durch die Abflusslöcher schieben, ist es höchste Zeit, die Kübelpflanze umzutopfen, am besten geschieht dies im Frühling. Der Durchmesser des neuen Kübels sollte zwei bis drei Zentimeter größer sein als der des alten. Kürzen Sie kranke Wurzeln ein, die schon braun angelaufen sind. Lockern Sie den Wurzelballen außerdem vorsichtig mit den Fingern.

Nach dem Umtopfen sollte die Pflanze genauso hoch sitzen wie zuvor. Lassen Sie oben mindestens zwei Zentimeter Platz, um besser gießen zu können.

6. Kübelpflanzen im Winter

Winterharte Kübelpflanzen, die die kalte Jahreszeit draußen verbringen, müssen an frostfreien Tagen gegossen werden. Je mehr Erde in einem Topf vorhanden ist, desto leichter fällt es der Pflanze, den Winter zu überstehen. Denn mehr Volumen lässt Kälte und Frost schlechter in die Erde und zu den Wurzeln vordringen.

An sehr sonnigen Tagen im Winter sollten Pflanzen unbedingt vor dem grellen Licht geschützt werden. Das gilt insbesondere für die Wintersonne ohne Schnee bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Sonnenstrahlen suggerieren der Pflanze, dass es wieder warm wird; sie geht dann fälschlicherweise davon aus, es wäre Zeit für den Austrieb. Außerdem sollten die Kübelpflanzen vor Wind geschützt werden. Einerseits könnten sie umkippen, andererseits trocknet Wind die Pflanzen zusätzlich aus. Zudem sollten sie ab August nicht mehr gedüngt werden.

Viele Kübelpflanzen sind jedoch frostempfindlich, da sie aus südlichen Gegenden stammen. Sie müssen frostfrei überwintert werden. Je nach Art der Pflanze variieren ihre Licht- und Temperaturansprüche an das Winterquartier.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. April 2024 | 08:30 Uhr