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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gartenpraxis Der MDR Gartenkalender im August

Im August können Kräuter geerntet und konserviert werden. Pflanzen Sie neue Erdbeeren. Vermehren Sie Kräuter, Stauden und Gehölze über Stecklinge. Auch verschiedene Gemüse können jetzt noch ausgesät und gepflanzt werden.

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Pflanzzeit für Erdbeeren

Die Erdbeersaison ist fast vorbei. Wer auch im nächsten Jahr schmackhafte Beeren ernten möchte, sollte die alten Pflanzen auf dem Beet pflegen. Erdbeeren tragen zwei Jahre lang, dann müssen sie durch neue Pflanzen ersetzt werden.

Erdbeeren
Die Ausläufer der Pflanzen die am besten getragen haben, eignen sich am Besten für die Vermehrung. Bildrechte: Colourbox.de

Schneiden Sie Mitte August die alten Erdbeerblätter etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab. An den alten Blättern haften oft Krankheitserreger. Geben Sie 15 Gramm Stickstoff auf einen Quadratmeter und gießen Sie ordentlich! Die Blätter werden so schön kräftig und die Blütenanlagen für die nächste Saison gebildet.

Während der Saison haben die Erdbeerpflanzen Ableger gebildet. Wählen Sie Ableger der Pflanzen aus, die besonders gut getragen haben. Pflanzen Sie die mit den kräftigsten Wurzeln bis Mitte August ins Beet. Kleine Ableger mit winzigen Wurzeln können im Topf aufgepäppelt und später ins Beet gesetzt werden.

War Ihre Ernte eher mager? Das könnte daran liegen, dass der Boden ausgelaugt ist. Grundsätzlich gilt: Den besten Ertrag erzielt man, wenn vier Jahre lang auf der Anbaufläche keine Erdbeeren standen. Pflanzen Sie Erdbeerpflanzen nicht zu tief. Die Mittelknospe darf nicht mit Erde bedeckt sein. Nach dem Pflanzen gezielt den Wurzelbereich gießen.

Bauernregeln und Wetterphänomene im August
Hundstage wird die Hitzewelle zwischen Ende Juli und Mitte August bezeichnet:

"Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr, werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten."

"Sind die Hundstage heiß, wird im Winter lange weiß."

"Fängt der August mit Donnern an, er's bis zum End nicht lassen kann."

Kräuter ernten

Die Monate Juli und August sind die beste Zeit, um Kräuter zu ernten. Sommerkräuter haben kurz vor oder während der Blüte das beste Aroma.

ein Bund Thymian
Getrockneter Thymian kann später als Gewüz, aber auch als Tee verwendet werden. Bildrechte: Colourbox.de

Schneiden Sie die Kräuter am besten am Vormittag, wenn sie schön abgetrocknet sind, dann haben sie die beste Würze. An regnerischen, feuchten Tagen sollten Kräuter nicht geerntet werden, Nässe mindert die Qualität. Deshalb sollten Kräuter vor dem Trocknen auch nicht abgewaschen werden. Schütteln Sie lediglich den Staub ein wenig ab und kontrollieren Sie, ob an den Blattunterseiten und Stängeln kleine Tiere oder Blattläuse sitzen.

Binden Sie gesunde Triebe zu kleinen Sträußen und hängen sie diese verkehrt herum an einem möglichst dunklen und trockenen Ort auf. Sind die Sträuße zu dick, trocknen sie nicht und werden faul. Noch besser ist es, die Kräuter liegend zu trocknen. Das funktioniert gut auf einem Küchenbrett oder Backpapier. Bedenken Sie auch, dass sich nicht alle Kräuter zum Trocknen eignen. Dill, Basilikum oder Sauerampfer schmecken am besten frisch. Auch das Konservieren als Pesto bietet sich an. Getrocknet schmecken diese Kräuter einfach nur fade. Gut zum Trocknen eignen sich Kräuter mit einem kräftigen, herben Aroma wie Thymian, Minze, Bohnenkraut oder Salbei. Nach der Juliernte treiben viele Kräuter noch einmal durch und bringen so im Herbst eine zweite Ernte.

Gemüse säen

Im Sommer ist es mit dem Anbau von Gemüse noch lange nicht vorbei. Chinakohl, Winterzwiebeln, Spinat, Winterportulak, Mangold, Radieschen und Rettich können jetzt gesät werden. Auch Kopfsalat und Herbstsalate können als Jungpflanze ins Beet gesetzt werden. Ebenfalls als Jungpflanze werden Blumenkohl, Kohlrabi und Lauch gepflanzt. Damit der Boden nicht auslaugt, achten Sie auf die richtige Fruchtfolge. Wählen Sie im nächsten Pflanzenjahr immer Pflanzen einer anderen Familie.

Tomaten pflegen

Tomaten, Chili und Paprika werden etwa Mitte August im Freiland das letzte Mal gedüngt. Damit die Ernte reichlich ausfällt, werden wöchentlich Triebe ausgegeizt. Bei Stab-Tomaten wird der Haupttrieb gekappt, damit er nicht weiter wächst, sondern alle Kraft in das Ausreifen der schon gebildeten Früchte geht.

Gründüngung

Die Beete sind abgeerntet und sie planen keine weiteren Gemüse anzubauen? Dann gönnen Sie ihrem Boden eine Kur. Ganz einfach geht das mit einer so genannten Gründüngung. Einige Pflanzen sind nämlich in der Lage, mit ihren Wurzeln selbst stark verdichteten Boden aufzulockern. Sie wachsen innerhalb von wenigen Wochen, unterdrücken den Wuchs von Unkraut.

Kräuter, Stauden und Gehölze durch Stecklinge vermehren

Vermehren Sie Ihre Lieblingspflanzen jetzt durch Stecklinge. Alle Nachkommen haben dann die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze.

Mit einem Messer wird ein Trieb geschnitten.
Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie den Trieb in die Erde. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Diese Art der Vermehrung funktioniert mit Stauden, Kräutern, Sträuchern oder auch Gehölzen. Die Triebe sind jetzt stark genug, aber noch nicht verholzt. Achten Sie darauf, den Steckling von einer gesunden Pflanze zu gewinnen. Wählen Sie einen gesunden Trieb aus, der kräftig ist, aber noch nicht blüht. Verwenden Sie ein scharfes Messer.

So funktioniert's:

  • Schneiden Sie eine etwa fünf Zentimeter lange Triebspitze unterhalb einer Blattachse ab.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter
  • Stecken Sie den Steckling in Anzuchterde und sorgen Sie dafür, dass der Boden immer leicht feucht ist und die Pflanze nicht austrocknet.
  • Bei großblättrigen Pflanzen empfiehlt es sich, die Blätter zu halbieren, um der Verdunstung vorzubeugen.
  • Eine Haube aus Folie unterstützt das Wachstum.
  • Nach vier bis sechs Wochen haben sich die ersten Wurzeln gebildet und der Steckling kann ausgepflanzt werden.

Kraftbrühe aus Brennnesseln und Schachtelhalm

Viele Gewächse sind - richtig zubereitet - echte Pflanzenstärkungsmittel.

Brennnesseljauche
Gönnen Sie Ihren Pflanzen jetzt eine Kur. Die Jauche sollte 14 Tage ziehen. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Brennnessel, Beinwell, Achterschachtelhalm, Baldrian, Giersch und Holunder eignen sich für die Herstellung spezieller Stärkungsmittel. Aus den Pflanzen werden Jauchen, Tees und Kaltwasserauszüge zubereitet. Diese enthalten wertvolle Nährstoffe und sind hervorragender Dünger. Wunder darf man allerdings nicht erwarten, gegen Schädlinge wirken sie nur schwach. 

Füllen Sie einen Eimer mit Pflanzenmaterial und gießen Sie Regenwasser (es ist weich und entzieht den Pflanzen am besten die Nährstoffe) auf die Blätter bis alles gut bedeckt ist. Decken Sie das Gefäß ab und lassen sie den Sud etwa 14 Tage ziehen. Gegen den scharfen Geruch hilft Gesteinsmehl. Davon werden gut zwei kleine Gartenschaufeln voll hinzugefügt. Das bringt zusätzlich Mineralien und hilft gegen den Gestank. Ist die Jauche fertig, muss sie vor dem Gießen noch verdünnt werden. Auch da kommt es nicht genau auf die Dosierung an. (1:10 oder 1:5) Pflanzenjauche sollte am besten mit der Gießkanne aufs Bett gebracht werden, am besten ohne Tülle. So vermeidet man, dass zu viel Jauche auf den Blättern landet und diese bei Sonneneinstrahlung dann verbrennen.

Im August im Garten zu erledigen oder zu beachten:

  • Komposthaufen umsetzen.
  • Verblühtes und Verwelktes abschneiden.
  • Baum- und Strauchschnitt erledigen.
  • Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für Nützlinge (Steinhaufen, Holzhaufen, usw.).
  • Rasen oder Blumenwiese neu aussäen.
  • Teichpflege: Algenmatten abfischen, Seerosenblätter ausdünnen.
  • Düngen langsam einstellen.
  • Samen ernten.
  • Pflaumen und Äpfel ernten.

Was blüht jetzt?

Ein Sonnenblumenfeld
Im August blühen die Sonnenblumen Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 05. August 2018 | 08:30 Uhr