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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gartenpraxis Der MDR Gartenkalender im Juni

Im Juni findet sich im Garten immer etwas zu tun. Der Rasen muss gemäht werden, trockene Beete brauchen Wasser und überall sprießt das Grün - an manchen Stellen auch das unerwünschte. Gartentipps für den Frühsommer gibt's hier.

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1. Mulch ausbringen und unerwünschte Kräuter jäten

Der Frühsommer ist eine geeignete Zeit, um Mulch auszubringen. Eine schützende Mulchdecke wirkt sich zum Beispiel günstig auf das Gedeihen von Obstbäumen und Früchten aus. Aber auch Staudenbeete können von einer Mulchschicht profitieren. Die Pflanzen nehmen zum einen die Nährstoffe aus allmählich verrottendem, organischen Mulch kontinuierlich auf. Eine Mulchdecke verringert zum anderen den Wasserverlust über Verdunstung. Mit Mulchen können Hobbygärtner außerdem verhindern, dass sich Wildkräuter unter dem Stamm ausbreiten. Mulch hilft überdies Verschlammungen, beispielsweise von Gehwegen, zu vermeiden.

Bevor Sie Mulch ausbringen, sollten Sie allerdings unerwünschte Pflanzen wie Acker-Kratzdistel, Giersch, Gänsedistel und Löwenzahn entfernen. Im Allgemeinen gilt: Je robuster die Pflanzen sind und je grober und trockener der Mulch ist, desto höher kann er verteilt werden. Besonders wichtig ist dabei, Fäulnis zu vermeiden. Daher lässt sich frisch geschnittenes, aber leicht angetrocknetes Gras, das in fast jedem Garten anfällt, zum Beispiel gut mit Stroh oder Laub mischen und zum Mulchen verwenden. Reinen Rasenschnitt sollten Sie nicht zu dick auftragen und öfter erneuern. Gehölzhäcksel und Nadelholzspäne sind dagegen sehr haltbar und unterdrücken den Bewuchs mit unerwünschten Wildkräutern besonders gut. Allerdings verträgt nicht jedes Gewächs alle Mulchmaterialien. Bodenart, Mulch und Pflanzen müssen immer aufeinander abgestimmt sein.

Diese Materialien eignen sich grundsätzlich zum Mulchen:

  • Rasenschnitt (am besten ohne Samen) und getrocknetes Gras
  • Stroh
  • Kompost
  • Gartenfaser
  • Trockenes Herbstlaub
  • Nadelholzspäne
  • Holzfaser
  • Rindenmulch
  • Xylit
  • Ziegelsplitt
  • Kies
  • Schiefer
  • Miscanthus-Häcksel

2. Rosen pflegen

Rosenwurzeln mögen einen lockeren Boden. Wer seinen Rosen etwas Gutes tun will, greift daher regelmäßig zur Hacke und lockert die Erde vorsichtig auf. Der Boden rund um die Rosen kann jetzt alternativ auch mit einer dünnen Schicht Rindenmulch oder Kompost bedeckt werden. Gießen Sie die Rosen zurückhaltend, so dass der Boden gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass ist. Schneiden Sie Verblühtes regelmäßig ab. Auch verkümmerte, kranke oder abgeknickte Triebe sollten Sie entfernen. Kontrollieren Sie die Pflanzen dabei auch auf Schädlingsbefall oder Krankheiten, damit Sie bei Bedarf schnell reagieren können.

3. Spalierobst schneiden und Fruchtbehang bei Apfel- und Birnbäumen verringern

Wer Obstgehölze als Spaliere erzieht, sollte im Frühsommer zur Gartenschere greifen. Spalierobst benötigt viel Aufmerksamkeit und wird im Frühjahr sowie im Sommer, bei Bedarf auch öfter geschnitten. Legen Sie zunächst jeweils zwei kräftige, vitale Seitentriebe fest, die Sie im folgenden Frühjahr an der nächsten Etage des Spaliers anbinden möchten. Der Abstand zwischen der schon bestehenden und der neuen Etage sollte mindestens 60 Zentimeter betragen. Alle Steiltriebe, die zwischen den Etagen des Spaliers an der Mittelachse wachsen, sollten Sie entfernen. Schneiden Sie außerdem die längeren Triebe, die sich an den schräg oder waagerecht geformten Seitenästen bilden, zurück. So fördern Sie das mehrjährige Fruchtholz, an dem sich die Blüten bilden.

Dünnen Sie überreichen Fruchtbehang bei Obstbäumen aus, wenn er nach dem natürlichen Junifall immer noch zu dicht ist. Gehen Sie dabei mit der Gartenschere behutsam und vorsichtig vor. Vor allem bei Apfelbäumen sollte der Fruchtbehang verringert werden. Belassen Sie pro Büschel höchstens zwei bis drei kleine Früchte. Sie werden dann besser mit Nährstoffen versorgt und gewinnen an Qualität.

Ganz allgemein: Achten Sie darauf, dass Ihre Obstbäume und -sträucher ausreichend mit Wasser versorgt sind. Gießen Sie die Gehölze bei Trockenheit.

4. Blumen ausputzen, Gehölze zurückschneiden, Stauden stützen

Entfernen Sie bei ihren Blumen und Sträuchern regelmäßig Verblühtes. So sieht es in Ihrem Garten nicht nur gepflegter aus. Sie verhindern auch, dass die Pflanzen unnötige Energie an die Samenbildung verschwenden. Schneiden sie zum Beispiel verwelkte Blüten von Pfingstrosen und Rhododendron ab, um die Pflanzen zu stärken. Sie vermeiden so auch, dass sich Krankheiten oder Schädlinge einschleichen.

Gehölze wie Flieder, die im Frühjahr blühen, können Sie jetzt auslichten oder zurückschneiden. Achten Sie darauf, sauberes Werkzeug zu verwenden. Warten Sie allerdings noch damit ab, dichte Hecken in Form zu schneiden: Sie könnten brütende Vögel stören. Ab Monatsende oder Anfang Juli können Sie den Hecken zu Leibe rücken.

Lange Triebe von hohen Stauden sollten Sie jetzt anbinden. Auch Sommerblumen, Zwiebel- und Knollenpflanzen können Sie bei Bedarf stützen.

5. Tomaten ausgeizen

Bei Tomatenpflanzen sollten Sie regelmäßig die kleinen Achseltriebe entfernen, an denen keine Blüten wachsen. Das Abknipsen führt dazu, dass die Pflanzen gestärkt werden und reichen Fruchtbehang bilden.

Geizen Sie Ihre Tomaten an warmen und trockenen Tagen aus, damit die Bruchstellen gut heilen und keine Krankheiten entstehen. Eine Ausnahme bilden niedrige Strauchtomaten, die buschig wachsen sollen - sie müssen im Gegensatz zu den an Stäben wachsenden, hohen Tomaten nicht ausgegeizt werden.

Eine Hand greift zu einem kleinen Trieb mit Blättern, der oberhalb eines Seitentriebes aus einer Tomatenpflanze herauswächst
So geht Ausgeizen: MDR Gartenexpertin Brigitte Goss zeigt, wie bei einer angebundenen Tomate ein Seitentrieb abgeknickt und entfernt wird. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

6. Zwiebelhorste teilen

Dichtstehende Partien von Frühblühern sollten nun geteilt werden, um für die einzelnen Zwiebeln das Platzangebot zu verbessern und damit auch die Blühfähigkeit anzuregen. Wenn die Blätter der Frühblüher welk oder gar schon eingezogen sind, ist die richtige Zeit, um die Horste vorsichtig auszuheben, die Zwiebeln auseinander zu nehmen und kit etwas größerem Abstand erneut ins Beet zu setzen. Überzählige Zwiebeln finden sicher einen neuen Platz anderswo im Garten oder können verschenkt werden.

7. Pflanzenschutz

Wenn Pflanzenkranken und Schädlinge im Frühstadium bekämpft werden, ist der Erfolg oft groß. Dabei kann oft auf Chemie verzichtet werden. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlingsbefall. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme stellen gesunde Pflanzen dar, die optimal versorgt sind.

Kurz und knapp: Gartenarbeit im Juni

  • Ein- und zweijährige Sommerblumen aussäen
  • Düngen
  • Mulchen
  • Gemüse im Freiland nachsäen
  • Stauden schneiden und teilen
  • Gehölze zurückschneiden
  • Gehölze durch Absenker vermehren
  • Sommerschnitt der Weinreben
  • Zwiebelhorste der Frühblüher teilen
  • Tomaten ausgeizen
  • Spalierobst schneiden
  • Fruchtbehang an Obstbäumen verringern
  • Rosen pflegen
  • Beikräuter im Zaum halten
  • Gemüse (Lauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Bohnen) anhäufeln
  • Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen
  • Ernten: Frühkohl, Knoblauch, Kohlrabi, Möhren, Rhabarber, Grünspargel

Was blüht jetzt?

  • Lavendel
  • Frauenmantel
  • Fingerhut
  • Mohn
  • Trollblume
  • Ringelblume
  • Zier-Lauch
  • Akelei
  • Kornblume
  • Storchschnabel
  • Taglilie
  • Lilie
  • Rose
  • Blauschwingel
  • Clematis
  • Gartenjasmin
  • Hortensien
  • Blütenhartriegel

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 02. Juni 2019 | 08:30 Uhr