Zitrone, Orange und Co. Zitrusfrüchte richtig umtopfen

Die Bäume der Zitrone, Orange und Co. lieben warme Temperaturen und können Staunässe nicht leiden. Damit es dem Baum gut geht, verrät Zitrus-Experte Andreas Petzold, was es beim Umtopfen zu beachten gilt.

Andreas Petzold i, Gespräch zur Citrusfrücht-Pflege 6 min
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Zitruspflanzen können es einem schwermachen. Andreas Petzold, Chefgärtner der Orangerie in Belvedere, gibt Tipps, wie Zitruspflanzen am besten gepflegt werden.

MDR Garten So 10.04.2022 08:30Uhr 05:39 min

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Kurz und knapp: Zitrusfruchtpflanzen umtopfen

Wird die Zitrusfruchtpflanze zu groß für ihren Topf, sodass sie nicht mehr stabil steht, die Wurzeln mehr Platz benötigen oder der Baum kränkelt, braucht der Baum ein wenig Pflege. Andreas Petzold ist Leiter der Orangerie im Schloss Belvedere in Weimar. Der Zitrus-Experte verrät, wie das Umtopfen funktioniert.

Zitrusgewächs mit Früchten 1 min
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Zur barocken Sommerresidenz der Weimarer Herzöge gehört die historische Orangerie. Gärtner Andreas Petzold stellt die Zitrus-Sammlung dieses Jahr erstmals wieder nach historischen Plänen auf.

MDR FERNSEHEN So 02.05.2021 08:30Uhr 01:16 min

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Ausfilzen

Zuerst wird die Pflanze aus ihrem Topf gehoben und der Ballen ausgefilzt. Dazu wird das Erd-Wurzel-Knäul mit den Händen gelockert und die äußeren, eventuell beschädigten Wurzeln zurückgeschnitten.

Wurzelballen einer Himbeere wird auseinandergezogen
Auf diesem Bild ist eine Himbeere zu sehen. Die Technik ist bei einer Zitrusfruchtpflanze jedoch die gleiche. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Der neue Topf

Der neuen Kübel sollte vorzugsweise aus Ton statt aus Plastik sein. Auch Holz ist möglich. Das hat einige Vorteile für die Pflanze:

  • Das Gießwasser kann so besser verdunsten. Das verhindert Staunässe.
  • Im Plastiktopf können sich die Wurzeln schneller aufheizen. Die äußere Lage Wurzeln wird so zerstört. Steht die Pflanze in einem Tonkübel, kann sich dieser mit Wasser vollsaugen und dementsprechend eine Verdunstungskälte abgeben, die die äußeren Wurzeln schützt.

Übergroße Gefäße aus Terrakotta aus Impruneta/Italien eignen sich laut Zitrus-Experte Andreas Petzold besonders gut, da sie sehr frostbeständig sind.

Er empfiehlt außerdem vier bis fünf kleine Löcher in den Boden des Tontopfes zu bohren, damit sich keine Staunässe bildet.

Zitronenbäumchen im Kübel.
Plastiktöpfe heizen sich schneller auf und können so die Wurzeln schädigen. Bildrechte: MDR/Lena Schön

Den Topf befüllen

Die Lagen im neuen Kübel (von unten nach oben):

  1. Drainage-Schicht: zum Beispiel aus alten Tonscherben. Die sind gut für die Verdunstung und sorgen dafür, dass die Substrate nicht aus den Löchern fallen.
  2. Eine Schicht Sand.
  3. Eine dünne Schicht Erde, zum Beispiel Zitruserde aus dem Handel oder selbst angemischte Erde zum Beispiel mit lehmiger Landerde.
  4. Den Baum einsetzen.
  5. Mit weiterer Erde auffüllen.

Ganz wichtig: Den Topf nicht bis zum Rande füllen, sondern einen ausreichenden Gießrand lassen.

Verschiedene Substrate in Tonschalen
Die Schichten sorgen dafür, dass das Gießwasser gut ablaufen kann. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Dünger braucht die Pflanze dann Ende Mai oder Anfang Juni in Form von Pferdedung oder Flüssigdünger. Mit Hornspänen sollte erst im zweiten Jahr nach dem Umtopfen gedüngt werden.

Pferdedung-Pellets
Pferdedung gibt es auch als Pellets. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. April 2022 | 08:30 Uhr