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MDR Garten-Moderator Jens Haentzschel und Obstbau-Expertin Monika Möhler. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Kur für ApfelbäumeEin Sommerschnitt beruhigt Apfelbäume

Stand: 02. Juli 2021, 14:14 Uhr

Apfelbäume werden im Frühjahr zurückgeschnitten, bevor sie aus dem Winterschlaf erwachen und neu austreiben. Doch älteren Bäumen kann auch ein Sommerschnitt helfen. Was das bedeutet und was Sie dabei beachten müssen, erklärte Obstbau-Expertin Monika Möhler.

Während Sie im Frühjahr noch beherzt Schere und Säge ansetzen können, sollten Sie Apfelbäume im Sommer nur zurückhaltend schneiden. Die jungen Triebe werden dabei entfernt, das alte Holz sollten Sie erst beim nächsten, umfassenden Rückschnitt im Februar oder März angehen. Ein Ziel des Sommerschnitts ist, einen älteren Baum zu beruhigen: Sein Wachstum wird eingedämmt, falls er zuvor im Frühjahr zurückgeschnitten und zu starkem Neuaustrieb angeregt wurde.

Der richtige Zeitpunkt

Mit dem Sommerschnitt sollten Sie nicht vor dem Johannistag beginnen, das heißt nicht vor Ende Juni. Als idealer Zeitraum gelten die Monate Juli und August. Bis Mitte September sollten Sie den Sommerschnitt abgeschlossen haben, damit dem Baum noch Zeit bleibt, seine Wunden zu heilen. Wählen Sie für die Pflegemaßnahme einen trockenen Tag.

Und so wird’s gemacht ...

Für die Aktion brauchen Sie nicht unbedingt eine Schere: "Sie können die jungen, dünnen Triebe einfach abbrechen", rät Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt. Erfahrungsgemäß heilen die Wunden des Baumes besser, wenn die Zweige abgerissen und nicht mit der Schere entfernt werden. Diese Technik wird "Sommerriss" genannt. Dabei können Sie die einjährigen Triebe wegnehmen, die - ausgehend von den starken Ästen - zu steil nach oben wachsen.

Ein Sommerriss oder -schnitt führt dazu, dass mehr Licht zu den reifenden Äpfeln vordringt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Auch zu dicht beieinander stehende oder mit Mehltau befallene Zweige sollten Sie entfernen. Durch das Auslichten gelangt mehr Sonne an die Früchte, sie reifen besser aus. Die Krone trocknet außerdem nach einem Regenguss schneller ab, so dass Pilzkrankheiten weniger Chancen haben, den Baum zu schwächen. Sorgen Sie jedoch dafür, dass im Schatten hängendes Obst nicht durch den Rückschnitt plötzlich der prallen Sonne ausgesetzt wird. Andernfalls drohen die Äpfel zu verbrennen. Entfernen Sie überdies nicht zu viele Triebe, damit der Baum seine Früchte weiter ausreichend ernährt.

Sortentipps Schmackhafte Sommerapfel-Sorten

Sie sehnen sich nach der Kirschen-, Pfirsich- und Aprikosenzeit nach einem knackigen Apfel aus dem eigenen Garten? Bis zum Herbst müssen Sie nicht unbedingt warten. Der 'Pfirsichrote Sommerapfel' ist zum Beispiel schon Anfang bis Mitte August reif. Er hält sich nur wenige Tage. Für die Lagerung eignet er sich daher nicht, sondern nur für den direkten Verzehr. Die Sorte entstand bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die aus England stammende Apfelsorte 'Discovery' können Sie über einen kurzen Zeitraum lagern. Die Früchte schmecken leicht säuerlich und etwas spritziger als der 'Pfirsichrote Sommerapfel'. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
'Piros' entstand im Züchtungsinstitut in Dresden-Pillnitz durch eine Kreuzung aus den Sorten 'Helios' und 'Apollo'. Die saftigen, süßen Äpfel sind ab Anfang August reif und können bis zu drei Wochen gelagert werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Etwas älter ist die hellgelbe, saftig-aromatische Apfelsorte 'Helios'. Die Früchte reifen Ende August heran. Sie sind druckempfindlich und sollten nach dem Pflücken daher nicht lange aufbewahrt, sondern gleich verzehrt werden. Dank des verhältnismäßig hohen Zuckergehaltes eignen sich die Äpfel gut für Kompott. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Sorte 'Retina' haben ebenfalls die Obstexperten im Züchtungsinstitut in Dresden-Pillnitz geschaffen. Sie zeichnet sich durch eine höhere Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall aus. Die aromatischen, süß-säuerlichen Früchte können in der Regel ab Ende August geerntet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Juli 2020 | 08:30 Uhr