Pflegetipps Balkonpflanzen ausputzen für einen kontinuierlichen Blütenflor

Porträt Brigitte Goss, MDR Garten-Expertin
Bildrechte: Brigitte Goss

Balkonblumen sollen eigentlich den ganzen Sommer über blühen, doch sie brauchen dazu auch eine entsprechende Pflege. Wichtig ist, neben der gleichmäßigen Dünger- und Wasserversorgung, das regelmäßige Ausputzen.

Salbei einjährig bis zur Verzweigung herausschneiden
Abknicken, knipsen oder schneiden - regelmäßiges Ausputzen danken Balkonblumen mit Blütenpracht bis in den Herbst. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Elfenspiegel - Nemesia

Der Elfenspiegel neigt dazu, im Sommer eine Blühpause einzulegen. Damit die Pflanzen kontinuierlich Blüten nachbilden können, werden die Blütenrispen schon vor dem kompletten Abblühen ausgeschnitten. Nemesienblüten bilden sich zwar an der Blütenspitze immer wieder nach, doch es bilden sich auch Samenanlagen, die der Blütenspitze die Kraft nehmen. Die Blütenrispen werden dabei immer länger. Bei einer Blütenlänge von etwa zehn Zentimetern schneidet man die Stängel kurz über einer kräftigen Verzeigung ab. Bei Regenwetter sollten welke Pflanzenreste unbedingt entfernt werden, um Pilzerkrankungen keine Chance zu geben. Putzen Sie die Nemesien einmal in der Woche aus.

Nemesien auschneiden
Kurz über einer kräftigen Verzweigung wird die Schere angesetzt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Nelken

Nelken bilden an den Blütenstängeln fünf bis zehn Einzelblüten, die zeitversetzt abblühen. Einzelne abgeblühte Blüten können entfernt werden, doch das ist sehr mühselig. Eine wöchentliche Durchsicht der Pflanze verlängert die Blühdauer. Blütenstiel an denen nur noch eine intakte Blüte oder keine mehr zu sehen ist, wird an der Basis herausgebrochen. Dazu knickt man einfach den Stiel an einem Stielknoten, dem Nodium, um. Je weiter unten der abgeblühte Stiel entfernt wird, desto mehr Platz wird frei für nachkommende neue Blütentriebe. Putzen Sie Nelken einmal in der Woche aus.

Nelken am Gelenk abknicken
Nelken werden am Gelenk geknickt. Sind die alten Blüten entfernt, ist Platz für neue. Nelken treiben immer wieder durch. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Ziersalbei

Der Ziersalbei bildet auch ohne Pflege immer wieder neue Blütenrispen nach. Sie werden aber im Laufe des Sommers immer kleiner. Dem kann man entgegenwirken, indem man die Blütenrispen schon einige Zeit vor dem eigentlichen Abblühen, knapp über der ersten Verzeigung mit einer Schere ausschneidet. Die Pflanze kann dann die nachwachsenden Blütenrispen besser versorgen und so werden sie schöner und größer. Ziersalbei sollte alle drei bis vier Wochen ausgeputzt werden.

Salbei abgeblüte Blüte bis zur Verzweigung entfernen.
Werden die Blütenrispen des Ziersalbei rechtzeitig geschnitten, wachsen den ganzen Sommer schöne, große Rispen nach. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Ziertabak

Ziertabakpflanzen bilden an den Spitzen der Blütenrispen immer wieder neue Blüten nach. Die Spitze sollte deshalb nicht entfernt werden. Nur die Einzelblüten mit dem Samenansatz werden mit der Schere ausgeschnitten. Werden einfach nur die abgefallenen Blüten eingesammelt, blühen die Pflanzen immer weniger. Auch aus Hygienegründen braucht der Ziertabak einen regelmäßigen Putzdurchgang, da abgefallene Pflanzenreste in der Pflanze zu Faulstellen führen können. Putzen Sie Ziertabak zwei- bis dreimal in der Woche aus.

 Ziertabak einzelne BLüten abschneiden
Werden die Blüten regelmäßig geschnitten, blüht der Ziertabak den ganzen Sommer. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Löwenmäulchen

Löwenmäulchen machen in der Regel im Sommer eine kleine Blühpause. Sie blühen sich an dem Blütenstiel sozusagen in den Himmel. Doch auch sie neigen zur Samenbildung, die viel Kraft kostet. Obwohl die Blütenrispen noch blühen, sollten sie entfernt werden, wenn sich zehn bis zwölf Samenansätze bilden. Aus der Pflanze wachsen dann wieder neue Blütentriebe. Entfernen Sie einmal in der Woche abgefallene Blüten. Setzen Sie die Schere je nach dem Stand der Samenbildung an.

Löwenmaul Blütenrispen mit Fruchtansätzen auschneiden
Samen bilden kostet Kraft. Deshalb Blütenrispen entfernen, wenn die Samen angesetzt werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Geranien

Geraniensorten, deren Blütenblätter leicht ausfallen, können auf den Laubblättern liegenbleiben und dort Faulstellen verursachen. Besonders gefüllte Sorten leiden bei Regenwetter. Öffnen sich die ersten Blüten einer Blütendolde, beginnen sie bereits zu faulen und stecken die anderen an, so dass die ganze Pflanze aufhört zu blühen. Dauert das Regenwetter an oder man fährt in den Urlaub, entfernt man am besten alle Blütendolden. Nur die sehr knospigen Blütendolden bleiben stehen. Geranien werden ein- bis zweimal in der Woche ausgeputzt.

Geranien ausputzen_nur Knospiges stehen lassen kurz vor Urlaub und bei Dauerregen
Herabfallende Blätter und verblühte Dolden entfernt. Vor Urlauben oder bei Dauerregen nur die Knospen stehen lassen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 18. Juli 2021 | 08:30 Uhr

Gespräch 7 min
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7 min

Wer bis zum Herbst fleißig blühende Blumen auf Balkon und Terrasse möchte, sollte sie regelmäßig ausputzen. Gartenexpertin Brigitte Goss zeigt, was zu tun ist.

MDR FERNSEHEN So 18.07.2021 08:30Uhr 06:38 min

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