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Alte Johannisbeertriebe sollten bodennah abgeschnitten werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für höheren ErtragJohannis- und Stachelbeersträucher richtig schneiden

Stand: 05. November 2021, 17:31 Uhr

Damit sie gut tragen, sollten Johannisbeer- und Stachelbeersträucher regelmäßig geschnitten werden. Das geschieht am besten nach der Ernte im August/September. Gärtnerin Anita Kühr erklärt, worauf Sie dabei achten müssen.

Johannis- und Stachelbeeren gehören beide zur Gattung Ribes, daher werden sie auch ähnlich geschnitten. Jegliches Beerenobst wird am besten gleich nach der Ernte geschnitten, also im August beziehungsweise im September. Hat man diesen Zeitpunkt verpasst, kann bei milder Witterung auch noch bis in den Spätherbst hinein geschnitten werden.

Mit dem Schnitt den Ertrag steigern

Wird Beerenobst nicht geschnitten, überaltern die Triebe und tragen entsprechend weniger. Bei Stachelbeeren lässt auch die Fruchtgröße nach. Sie müssen nicht zwingend jedes Jahr schneiden, aber alle zwei bis drei Jahre sollten Sie es tun. Wenn Sie nur alle paar Jahre schneiden, ist in der Regel ein stärkerer Schnitt nötig. Sie können alternativ jährlich ihre Sträucher sukzessive verjüngen.

Einen so dichten Fruchtbehang bei Johannisbeeren erzielt man nur durch einen regelmäßigen Verjüngungsschnitt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Johannisbeeren schneiden

Bei Johannisbeeren egal welcher Farbe werden die alten, dicke Triebe ganz unten am Ansatz herausgenommen. Ihre Rinde ist dunkler als die der jungen und ihr Umfang größer. Mitunter haben sich schon Flechten oder gar Pilze auf ihnen nieder gelassen, ein eindeutiges Zeichen, dass diese Äste raus sollten. Lassen Sie ruhig ein paar alte Äste stehen, um im nächsten Jahr nicht ganz mit der Ernte aussetzen zu müssen.

Überlange Triebe, die sich schon zu Boden neigen, können Sie etwa um die Hälfte einkürzen.

Gut zu wissen: Rote und weiße Johannisbeeren fruchten an anderem Holz als schwarze.Rote und weiße Johannisbeeren fruchten an dreijährigem Holz. Entfernen Sie daher nur Triebe, die älter als drei Jahre sind.

Schwarze Johannisbeeren hingegen tragen am ein- und zweijährigen Holz, weshalb man nur Triebe entfernt, die älter als ein Jahr sind.

Stachelbeeren schneiden

Stachelbeeren fruchten an ein- bis dreijährigen Trieben. Auch hier sollten Sie junges Holz fördern, indem Sie alte Triebe bodennah abschneiden.

Hat man bei einem überalterten Strauch keine jungen Triebe, kann man die alten Triebe etwa zehn Zentimeter über dem Boden abschneiden. Im neuen Jahr sollten sich dann neue Triebe bilden, die jedoch erst im übernächsten Jahr wieder Früchte tragen. Am besten ist es also, die Sträucher von vornherein nicht überaltern zu lassen.

Dieser Stachelbeerstrauch wächst zu dicht und sollte geschnitten werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

ExpertentippEgal ob Stachel- oder Johannisbeere: Wenn Sie mehr als eine Sorte im Garten haben, erhöht das die Fruchtbarkeit und steigert den Ertrag.

Sträucher oder Hochstämmchen?

Beerensträucher sind in der Regel ertragreicher und robuster als Hochstämmchen. Dafür sind letztere platzsparender: Ein Strauch benötigt etwa einen Quadratmeter Platz. Stämmchen hingegen weniger, zumal man unter ihnen noch etwas aussäen kann, zum Beispiel Salat.

Stämmchen werden anders geschnitten als Sträucher: Kürzen Sie überlange Triebe um etwa die Hälfte ein.

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Quelle: Gärtnerin Anita Kühr, Baumschule Kühr in Erfurt-Tiefthal

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR Garten | 07. November 2021 | 08:30 Uhr