Erste Hilfe für Bienen & Co

Erschöpfte Hummeln auf dem Bürgersteig, verzweifelte Bienen auf Nektar-Suche: Die beiden vergangenen Sommer waren sehr heiß und vor allem trocken. Das machte nicht nur uns Menschen zu schaffen, sondern auch den Insekten. Imker Thomas Maul erklärt, was Hobbygärtner für Bienen tun können.

„Buddelhonig“ auf der Deponie in Erfurt-Schwerborn mit Imker Thomas Maul.
Bienen arbeiten fleißig, aber irgendwann wird die Nahrung knapp. Dann kommt es auf die Menschen an. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Thomas Maul ist Deponie-Imker in Erfurt-Schwerborn. Zweieinhalb Millionen Bienen sind auf dem Deponie-Gelände unterwegs. Jede Woche kontrolliert Maul die Völker. Und manche Bienen sind - besonders im Sommer - schlapp.

Das ist um diese Jahreszeit normal. Die 'Sommerbienen' werden nur 32 bis 40 Tage alt, dann sterben sie. Sie arbeiten sich ab.

Thomas Maul, Deponie-Imker in Erfurt-Schwerborn

Arbeit verkürzt das Leben. Denn die gleichen Bienen werden im Winter sechs Monate alt. Das ist der Lauf der Natur. Aber die kompensiert das. Denn jede Königin legt pro Tag 2.000 neue Eier pro Volk. Bei Hummeln hat man es schon immer mal gehört: Zuckerlösung könnte helfen. Für die Bienen empfiehlt Thomas Maul das nicht. Denn die Bienen nehmen das Zuckerwasser und machen daraus ihren Honig, statt aus den Pollen. Er rät stattdessen, genau zu überlegen, was man anpflanzt.

Im Frühjahr gibt es genügend zum Sammeln für die Bienen. Doch jetzt blüht wenig und es wird immer weniger. Es beginnt die Saure Gurken-Zeit. Deshalb rate ich, bienenfreundliche Pflanzen anzuschaffen, etwa Bienenbäume.

Thomas Maul, Deponie-Imker in Erfurt-Schwerborn
Stink-Esche/Bienenbaum und unten gelb: Silphie
Eine Stink-Esche bzw ein Bienenbaum. Darunter blüht gelb eine Becherpflanze. Auch sie wird von Bienen geliebt. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Bienenbäume heißen auch "Stink-Eschen", sagt Maul - weil sie nicht so besonders gut riechen. Die Bienen allerdings fliegen drauf. Aus mancher Pflanze tropft so viel Nektar, dass Hobby-Gärtner Eimer darunter stellen. Damit tut man den Bienen auf jeden Fall etwas Gutes! Noch so ein Bienen-Tipp sind Schmetterlings-Strauch und Becherpflanze - die gelbblühende Silphie. Maul empfiehlt auch einen Gang mit wachsamen Blick durch den Gartenmarkt. Denn viele Pflanzen tragen kleine Stecker mit der Aufschrift Bienen- oder Insektenfreundlich!

Sehr wichtig ist, dass man nur ungefüllte Blumen kauft, in die die Insekten auch hineinkommen. Wenn die gefüllt sind, sehen sie zwar sehr schön aus, aber in die vielen Blütenblätter kommen Bienen, Schmetterlinge und Co. nicht mehr hinein.

Thomas Maul, Deponie-Imker in Erfurt-Schwerborn
Sterndolden mit Bienen
Sterndolden sind ein Gewinn für naturnah oder romantisch gestaltete Gärten. Im Hochsommer ernähren sie Bienen und andere Insekten. Sie gedeihen in der Sonne und im Halbschatten, möchten aber nicht austrocknen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 01. August 2020 | 09:00 Uhr