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Raupe des Buchsbaumzünslers frisst im schlimmsten Fall die komplette Pflanze kahl. Junge Pflanzen überleben das häufig nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schädlinge

Buchsbaumzünsler: Den Schädling erkennen und bekämpfen

Glyphodes perspectalis, Diaphania perspectalis; engl. Bezeichnung "box tree pyralid"

von Brigitte Goss

Stand: 25. August 2021, 12:02 Uhr

Buchs ist ein Klassiker im Garten. Aber er hat einen Feind: den Buchsbaumzünsler. Drei Generationen schlüpfen im Jahr und fressen die Blätter auf, deshalb sollten Gärtner das ganze Jahr über wachsam sein und die Buchshecke nach typischen Schäden absuchen! Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, wie Sie erkennen, ob der Zünsler da ist und was gegen den Schädling hilft.

Gelbbraune Blätter und Gespinste im Buchs sind ein Indiz dafür, dass sich der Buchsbaumzünsler eingenistet hat. Je früher man handelt, desto besser, denn die Schmetterlingsfalter vermehren sich rasant.

Drei Generationen Raupen fressen sich durch

Die Raupen des Kleinschmetterlings schlüpfen, sobald die Tage im Frühling warm werden und Temperaturen von etwa 10 Grad Celsius erreichen. Solange es kühl ist, hat der Schädling den Kokon noch nicht verlassen und kann im besten Fall abgesammelt werden, bevor er zu fressen beginnt. Je nach Witterung schlüpfen bis zu drei Generationen alle drei Monate. Wann das jeweils genau ist, lässt sich aber nicht voraussagen, sagt Gärtnerin Brigitte Goss und rät Gärtnern, das ganze Jahr über wachsam zu bleiben. Der Zünsler richtet sich nach dem Wetter und nicht nach dem Kalender.

Entwicklungstadien des Buchsbaumzünslers

Die anfangs nur wenige Millimeter großen Raupen nehmen ab Mitte März bis Anfang April ihre Fraßtätigkeit auf. Ab April entwickeln sich die Raupen zum Falter und legen erneut ihre Eier ab. Zeitweise kann der Schädling in allen vier Entwicklungsstadien unterwegs sein: als Raupe, als Puppe, als Falter und als Ei. Deswegen Unbedingt im Herbst nochmals nach den Kokons mit den Raupen im Buchs schauen, denn diese überwintern sonst im inneren der Hecke.

Die Entwicklungsstadien des Buchsbaumzünslers: Aus dem Ei schlüft eine Raupe, sie verpuppt sich, aus dem Kokon schlüpft ein Falter. Bildrechte: MDR/IMAGO blickwinkel

Buchsbaumzünsler erkennen

Die Raupen des Kleinschmetterlings fressen sich von innen nach außen durch den Buchs. Deshalb wird der Befall oft erst sehr spät durch die massiven Fraßschäden offensichtlich.

Ein wichtiges Indiz sind vereinzelte gelbraune, manchmal fast transparente Blätter an der Pflanze. Die Raupen fressen, sobald sie geschlüpft sind, Blätter und Triebe ab. Im Extremfall kommt es zum Kahlfraß. Weil junge Buchsbäume noch nicht so robust sind, sterben diese zum Teil völlig ab. Achten Sie daher auch unter den Pflanzen auf braun-schwarze Kotkrümel: Sie können erste Anzeichen für einen Befall sein. Auch feine Gespinste und Puppenhülsen deuten darauf hin, dass der Schädling am Werk ist.

Eindeutiges Schadbild: An Gespinsten und welken Blättern ist der Buchsbaumzünsler zu erkennen. Bildrechte: Brigitte Goss

Buchsbaumzünsler bekämpfen

Natürliche Feinde des Buchsbaumzünslers

Der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler wurde erstmals 2007 in Deutschland nachgewiesen. Daher ist darüber noch recht wenig bekannt. Laut dem Bund für Umwelt- und Naturschutz gab es Beobachtungen, dass einheimische Vögel wie Meisen, Spatzen, Garten- oder Hausrotschwanz und Mönchsgrasmücke Buchs nach Raupennahrung absuchten. Sie gelangen aber nur an die versteckt fressenden Raupen, wenn der Buchs nicht dicht geschnitten ist, sondern locker wächst. Es wird noch diskutiert, ob die Raupen selbst oder solche, die mit dem Bacillus thuringiensis behandelt wurden, schädlich für Jungvögel sein könnten.

Puppe des Buchsbaumzünslers wird von einer Wespe gefressen. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

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Was hilft gegen den Buchsbaumzünsler?

Bacillus thuringiensis gegen den Buchsbaumzünsler anwenden

Bei starkem Befall mit dem Buchsbaumzünsler empfehlen Pflanzenschutzexperten des Sächsischem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG,) Präparate mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis zu verwenden. Damit das Mittel wirken kann, muss es genau im richtigen Moment angewendet werden: wenn die Raupen geschlüpft und noch sehr jung sind, ist die beste Zeit. Die jungen Raupen müssen die behandelten Blättern fressen. Nur so dringt das Bakterium in den Verdauungstrakt der Raupen ein. Sie erkranken, sterben aber nicht sofort und fressen erst einmal weiter.

Das Mittel sollte unbedingt auf alle Blätter und deren Unterseiten aufgebracht, also auch ins Innere einer Buchshecke oder einer Buchskugel gesprüht werden. Die Zugabe von Zucker (0,5 bis 1 Prozent der Spritzbrühe) kann die Wirkung steigern. Zucker ist anscheinend ein Leckerbissen für die Raupen.

Es ist wichtig, dass das Mittel möglichst lange auf dem Blatt bleibt, nicht zu schnell verdunstet und auch nicht vom Regen abgespült wird. Achten Sie bei der Ausbringung darauf, dass die Temperaturen am Tag 15 Grad Celsius bis maximal 25 Grad Celsius betragen. Wird es zu warm, verdunstet das Mittel zu schnell. Regnet es kurz nach der Spritzung, sollte die Anwendung zeitnah wiederholt werden.

Steht der Buchs näher als fünf Meter an einem Gewässer (Gartenteich) dürfen Sie das Mittel nicht anwenden. Die Mindestabstände zu Gewässern müssen zwingend eingehalten werden.

Für natürliches Gärtnern ohne Gift plädiert unsere Gartenexpertin Brigitte Goss. Bildrechte: Landwirtschaftsverlag

"Erfolgreich Gärtnern ohne Gift" von Brigitte GossBrigitte Goss erklärt in ihrem Buch, wie zum Beispiel Pflanzen als Dünger und für die Pflanzenstärkung eingesetzt werden oder auch Schädlinge ohne Chemie vertrieben werden können.

144 Seiten mit vielen Fotos
LV Buch
ISBN: 978-3-7843-5492-7

Diese Pflanzen sind anfällig für Zünsler

Bislang ist in Deutschland der Zünsler-Befall nur beim Buchsbaum bekannt. In Asien sollen die Zünsler auch Ilex- und Euonymus-Arten befallen.

Gegen den Buchsbaumzünsler vorbeugen und Alternativen zum Buchs

Achten Sie schon beim Kauf darauf, robuste Buchs-Sorten wie 'Herrenhausen' auszuwählen. Pflanzen Sie den Buchs an einen luftigen Platz in der Sonne, so dass er gedeihen kann. Haben Sie gesunde Pflanzen, können Sie diese selber vermehren und auf einen Zukauf verzichten. Außerdem können Sie auf Alternativen zu Buchs zurückgreifen - Liguster, Ilex, Taxus oder Berberitze zum Beispiel.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sachsen-Anhalt heute | 29. August 2021 | 19:00 Uhr

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