Nahaufnahme eines Maulwurf.
Menschen bekommen Maulwürfe nur selten zu sehen. Bildrechte: imago/robertharding

Tier-Porträt Maulwurf - Grabkünstler mit erstaunlichen Fähigkeiten

Europäischer Maulwurf (Talpa europaea)

Die meisten Menschen haben noch nie einen Maulwurf gesehen. Nur die typischen Haufen auf Wiesen, Weiden oder im Garten verraten, dass der Grabkünstler am Werke ist. Dabei sind die kleinen Unterweltler einen näheren Blick wert: Wir haben erstaunliche Fakten rund um Maulwürfe gesammelt.

Nahaufnahme eines Maulwurf.
Menschen bekommen Maulwürfe nur selten zu sehen. Bildrechte: imago/robertharding

Der europäische Maulwurf lebt etwa einen halben Meter unter der Erde. Er ist ein Säugetier und gehört zu den Insektenfressern. Die walzenförmigen Tiere können bis zu 13 Zentimter lang werden. Sie wiegen zwischen 50 und 90 Gramm. Statt Vorderbeinen haben Maulwürfe massive Grabschaufeln, mit denen sie sich erfolgreich durchs Unterreich buddeln.

Der Maulwurf gräbt lange Gänge, die ein bis zu 6.000 Quadratmeter großes Labyrinth bilden können. Darin sind Schlafkammern, Kinderzimmer, Vorratskammern - alles fein säuberlich zurechtgegraben und ausgepolstert. Mit seinem Fell, dessen Haare in alle Richtungen biegsam sind, fegt er vorwärts und rückwärts durch seine Gänge. Vier Kilometer legt er dabei in der Stunde zurück.

Maulwürfe sind normalerweise Einzelgänger. Aber im März und April ist Paarungszeit. Etwa einen Monat später bringt das Weibchen vier bis fünf nackte Junge in einer weich ausgepolsterten Höhle zur Welt. Die Nesthocker werden bis zu sechs Wochen gesäugt. Mit einem Jahr ist der Nachwuchs geschlechtsreif und erobert ein eigenes Revier.

Maulwurf im Gang
Maulwürfe graben unermüdlich. Bildrechte: imago/blickwinkel

Der Name Maulwurf ...

... hat nichts mit Maul zu tun. Er stammt von dem alten Wort "Molte", was "Erde" bedeutet. Der kleine Geselle ist also ein "Erdwerfer", wie seine Hügel auch ganz deutlich zeigen.

Mit seinen Sinnesorganen ...

... kann der Maulwurf zwar nicht gut sehen, aber hervorragend riechen und hören. Er spürt Erderschütterungen über das "Eimersche Organ" an seiner Schnauze und kann mit Hilfe der empfindlichen Haare an der Schnauze ausgezeichnet tasten.

Unter der Erde ...

... ist der Sauerstoffgehalt niedriger als an der Erdoberfläche. Maulwürfe haben deshalb große Lungen. Sie nehmen ein Fünftel des Körpers ein. Im Blut des Maulwurfs schwimmt viel Hämoglobin, um viel Sauerstoff zu speichern.

Der Insektenfresser ...

... hat ständig Hunger. Der kleine Kerl isst am Tag etwa soviel wie er schwer ist. Auf seinem Speiseplan stehen Schnecken, Schneckeneier, Schnakenlarven, Regenwürmer und Engerlinge. Für den Winter legt er sich gern auch lebendes Futter in die Vorratskammer. Er hält keinen Winterschlaf.

Der Maulwurf ist im Garten ...

... meist nicht so gern gesehen. Das liegt an den vielen Haufen, die er überall hinterlässt. Im Garten zerstört ein Maulwurf nichts. Aber er vertilgt Schädlinge und lockert den Boden. Maulwürfe stehen unter Naturschutz. Sie dürfen nicht gejagt, gefangen oder getötet werden.

Maulwurf mit Regenwurm im Maul.
Maulwürfe haben ständig Hunger. Bildrechte: imago/blickwinkel

Quellen: Deutsche Wildtierstiftung, Naturschutzbund (Nabu), MDR Gartenexpertin Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 04. November 2019 | 12:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2019, 15:29 Uhr